Zur Jahresmitte ergibt sich mit Blick auf die Bauwirtschaft ein zweigeteiltes Bild. Laut aktueller Erhebungen von KfW Research hellt sich das mittelständische Geschäftsklima im Juni besonders wegen der Bereiche Bau und Dienstleistungen weiter auf.
Ausschlaggebend sei die "unvermindert wachsende Zuversicht auf eine konjunkturell bessere Zukunft", während die Urteile zur aktuellen Geschäftslage "die noch immer schwierige Gegenwart" widerspiegeln würden – womit hauptsächlich der weiter schwelende Handelskonflikt mit der US-Zollpolitik gemeint war. Die überdurchschnittlich gute Stimmung in großen Bauunternehmen sei im Juni weiter angestiegen. Mit ihrem Schwerpunkt im öffentlichen Bau und im Tiefbau seien die Aussichten für die großen Bauunternehmen besonders vielversprechend, teilte KfW Research Ende Juli mit.
Das Statistische Bundesamt legte aktuell die faktischen Zahlen für Ende Mai nach, demnach erzielte das Bauhauptgewerbe für den Monat Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales Orderplus von 5,3 Prozent, gegenüber dem Vormonat April hingegen ein Minus von 0,5 Prozent. Allerdings: Während der Auftragseingang im Hochbau um 18,3 Prozent abnahm, stieg der Auftragseingang im Tiefbau um 17,4 Prozent.
Nach den Zahlen stabilisiert sich laut HDB "der Auftragseingang in unserer gesamten Branche zwar auf niedrigem Niveau", für den Straßenbau treffe dies aber nicht zu. "Die Bauunternehmen meldeten ein deutliches reales Minus von 13,2 Prozent", interpretiert HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller die Zahlen und kommentiert: "Hier macht sich der Ausschreibungsstopp der bundeseigenen Autobahn GmbH für das laufende Jahr bemerkbar." Dass die fehlenden Mittel für 2025 jetzt doch in Aussicht gestellt werden, sei ein starkes Signal für die Branche. Auch der ZDB bezeichnet die Entwicklung im Straßenbau als "besorgniserregend".
Erfreulich sei, dass sich im Wohnungsbau eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau abzeichne. Eine Trendwende sei aber auch mit Blick auf die aktuell schwache Entwicklung bei den Baugenehmigungen noch nicht erkennbar. Die Branche warte weiter auf die Impulse aus der Politik.