Nachdem US-Präsident Donald Trump jüngst angekündigt hatte, die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium in die USA in diesen Tagen auf 50 Prozent zu erhöhen, ließ die Antwort der EU nicht lange auf sich warten. "Zusätzliche Maßnahmen" der EU würden am 14. Juli in Kraft treten – "oder früher", hieß es. Die EU-Kommission hatte sich enttäuscht über die verkündeten neuen Zölle geäußert, bedauere die angekündigten Maßnahmen "zutiefst".
Die Ankündigung bedeute für die Weltwirtschaft "zusätzliche Unsicherheit" und erhöhe die Kosten für Verbraucher "auf beiden Seiten des Atlantiks", warnte die EU-Kommission. In der Branche hatten Ankündigungen des US-Präsidenten bereits kurz nach seinem Amtsantritt Unsicherheit ausgelöst, zur bauma waren die US-Zölle zentrales Thema in Diskussionen.
Seither hatte sich die Aufregung zwar etwas gelegt, dennoch schauen viele Beteiligte und Betroffene gebannt auf den Ausgang der Verhandlungen. Selbst in den USA wird die Diskussion um das Für und Wider der Zollpolitik äußerst kontrovers diskutiert: Ende Mai hatte ein Bundesgericht für internationalen Handel in New York Teile der von Trump gegen Handelspartner in aller Welt verhängten Zölle als rechtswidrig eingestuft, einen Tag später gestattete ein Berufungsgericht dem US-Präsidenten vorerst, im Rahmen eines Notstandsgesetzes weiter Zölle zu erheben. Ein Ende des Rechtsstreits ist nicht absehbar.
"Die hohe Unsicherheit dürfte die Geschäftsaussichten und Investitionsabsichten der Unternehmen deutlich eintrüben", hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie unlängst die US-Zollpolitik kommentiert. Für die direkt betroffene Stahlindustrie markiere die jüngste Erhöhung der Zölle "eine neue Eskalationsstufe im transatlantischen Handelskonflikt", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel, sie bedeute eine massive Belastung.
Die EU-Kommission hatte bereits im März angekündigt, mit Gegenmaßnahmen auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium zu reagieren, diese aber bisher ausgesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob sich nach Ankündigungen und Maßnahmen noch eine Einigung erzielen lässt, "die Gespräche laufen weiter", hieß es.