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Mechanismen

Im September 2024 stieg die Insolvenzzahl in Deutschland um 13,7%. Besonders betroffen sind Verkehr, Lagerei und Baugewerbe. Ein Kommentar von Kai-Werner Fajga.

Erneut keine positiven Nachrichten verkündete das Statistische Bundesamt für September 2024 – zum Herbstbeginn stieg die Anzahl an Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden mussten um 13,7 Prozent im Vergleich zum September 2023.

Wie das Amt ausführte, seien in den erfassten Daten bis Juli hauptsächlich Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Lagerei betroffen, aber an dritter Stelle folge bereits das Baugewerbe. Vor allem die nach wie vor schwache Entwicklung im Wohnungsbau belastet die Branche weiter, im Hoch- und Tiefbau wird weiterhin minimales Wachstum prognostiziert.

Im Baugewerbe insgesamt schlage sich dies mittlerweile auch in der Beschäftigung nieder, in den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 sei die Zahl der Beschäftigten leicht um 0,3 Prozent zurückgegangen. "Die schwache Baukonjunktur trifft nicht nur die Unternehmen, sondern wirkt sich auch insgesamt auf die Entwicklung in Deutschland aus", kommentierte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Bereits im Frühling hatten laut Bundesagentur für Arbeit 346 Unternehmen des Baugewerbes Kurzarbeit angezeigt, vor zwei Jahren sei das noch nicht notwendig gewesen, hatte der Verband damals kommentiert.

Auch Hersteller von Baumaschinen blieben nicht von den rückläufigen Tendenzen verschont, mit Kubota, Komatsu und Liebherr mussten namhafte Hersteller Kurzarbeit für Teile ihrer Produktionsstätten anmelden, Komatsu kündigte jüngst an, Mitarbeiter am Standort Hannover entlassen zu wollen.

Auch in der Agrarbranche hatten mit Fendt, Claas und John Deere namhafte Hersteller Kurzarbeit oder Entlassungen in vergleichbaren Größenordnungen angekündigt – verglichen mit der Automobilindustrie fallen die Einschnitte dennoch eher moderat aus, denn VW und Tesla und besonders Zulieferer wie Bosch, Continental oder ZF hatten bereits im Sommer den Abbau tausender Arbeitsplätze angekündigt.

Die herausfordernde konjunkturelle Lage geht auch am deutschen Mittelstand nicht vorbei, konstatierte jüngst KfW Research in seiner aktuellen Erhebung "Mittelstandspanel". Für das laufende Geschäftsjahr rechnen demnach 35 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatzrückgang, zudem seien die mittelfristigen Erwartungen bis 2026 getrübt. Zudem wachse die Kluft zwischen kleinen und großen Unternehmen.

"Die großen Unternehmen kommen besser mit der herausfordernden konjunkturellen Lage zurecht als die kleinen", sagte Dr. Michael Schwartz, Projektleiter des KfW-Mittelstandspanels.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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