Die jüngsten Zahlen zu Baugenehmigungen im Wohnungsbau für Juli 2025, vorgelegt vom Statistischen Bundesamt, veranlassten Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sogleich zu einer sehr positiven Prognose.
"Der Wohnungsbau zieht an", sagte Hubertz, die Steigerung der Baugenehmigungszahlen um 30 Prozent im Juli 2025 zeige, "dass die Branche wieder neuen Optimismus findet".
Tatsächlich waren nach Berechnungen des Bundesamtes 30 Prozent mehr Wohnungen genehmigt, als ein Jahr zuvor - allerdings war die Zahl genehmigter Wohnungen im Juli 2024 auch auf den niedrigsten Wert für einen Juli seit dem Jahr 2009 gesunken. Über das Jahr betrachtet fällt die Statistik seit Januar zwar ebenfalls positiv aus, aber auf erheblich geringerem Niveau: Von Januar bis einschließlich Juli 2025 wurden 131 800 Neubau-Wohnungen genehmigt, also 6,6 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.
Die Zahl gebe laut Bundesamt einen ersten Hinweis auf die zu erwartende Bautätigkeit, allerdings "werden die Projekte nicht alle umgesetzt oder erst mit Verzögerung angegangen". Tim-Oliver-Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), kommentierte die aktuellen Zahlen mit: "Der Wohnungsbau springt noch nicht nachhaltig an. Aber es gibt einen ersten Hoffnungsschimmer."
Es sei nun umso wichtiger, dass die Politik dies nutze, um daraus "eine richtige Trendwende zu generieren". Dazu gehören laut HDB auch die Pläne der Regierung, die befristete EH55-Förderung für den bestehenden Bauüberhang bereitzustellen. Aber es bleibe fraglich, wie nachhaltig der Effekt auf dem frei finanzierten Wohnungsmarkt ausfallen werde.
Die Förderung müsse im Volumen ausgebaut und verstetigt werden. "So erfreulich das ist, sehen wir im Jahresverlauf ein Auf und Ab", kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Zahlen des Bundesamts. Es bleibe wichtig, jetzt Investitionsimpulse auch für die Bautätigkeit zu setzen. "Diese ist im Wohnungsbau nach wie vor schwach", sagte Pakleppa.
Im vergangenen Jahr waren 251 900 Wohnungen in Deutschland fertiggestellt worden und damit – laut Statistischem Bundesamt – so wenig wie seit 2015 nicht mehr. In den Jahren 2021 und 2022 wurden bis Juli jeweils rund 220.000 Wohnungen genehmigt. Die von der Vorgängerregierung gesetzte Zielgröße von 400.000 jährlich zu bauenden Neubau-Wohnungen wird von der aktuellen Regierung nicht mehr genannt, trotz "Bau-Turbo" ist aber bisher tatsächlich keine Beschleunigung im Wohnungsbau erkennbar.