Zum Inhalt springen

Stimmungen

Die Stimmung der deutschen Autobauer verschlechtert sich laut ifo-Umfrage. Existenzängste wachsen, während sich die Bauindustrie trotz Krise leicht stabilisiert.

Nach einer aktuellen ifo-Umfrage hat sich die Stimmung unter deutschen Autobauern im November dramatisch verschlechtert. Das entsprechende Barometer fiel auf minus 32,1 Punkte, von minus 28,6 Zählern im Oktober, wie das Münchner Institut mitteilte. Die Branche stecke fest "in der aktuellen Gemengelage aus tiefgreifender Transformation, intensivem Wettbewerb und schwacher Konjunktur", habe ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl gesagt.

Dass die Existenzangst in deutschen Unternehmen wieder ansteigt, hatte ifo vor rund zwei Wochen festgestellt – insgesamt sehe sich jedes vierzehnte Unternehmen derzeit in seiner Existenz bedroht. Wobei sich die Stimmung im Bauhauptgewerbe im Oktober etwas gebessert hatte, statt 8,9 Prozent sahen "nur" 7,9 Prozent eine Existenzgefährdung. Solche zeigen im ersten Moment anschaulich, dass es der Baubranche vergleichsweise gut geht.

Kein Zweifel, trotz des hohen Bedarfs an Wohnraum steckt der Bau in einer Krise, deren Ende nicht abzusehen ist – dennoch ist die Situation nicht mit der des Automobilsektors vergleichbar. Während hüben über Werksschließungen im großen Maßstab und Transformation einer kompletten Industrie gesprochen wird, finden Kurzarbeit und Entlassungen im Baugewerbe bisher nur punktuell und in vergleichsweise sehr geringem Ausmaß statt.

Mehr noch: Angesichts gesunkener Leitzinsen der Europäischen Zentralbank, eines latent hohen Wohnraummangels und der an sehr vielen Stellen dringend notwendigen Sanierung von Infrastruktur wird der Bauindustrie nicht die Arbeit ausgehen. Wie schon angedeutet – zuletzt hellte sich die Stimmung in der Branche etwas auf. Höchstwahrscheinlich wird das Baugewerbe insgesamt aber mit sehr verhaltenen oder gar gesunkenen Erwartungen in das Jahr 2025 starten.

Viele schauen – wie zu Beginn dieses Jahres auch – nach Berlin und erwarten einen Richtungswechsel mit dem wahrscheinlichen Regierungswechsel. Einen "politischen Befreiungsschlag" hatte die Bauindustrie bereits zu Beginn von 2024 erwartet, diesmal erscheint das im Januar 2025 deutlich wahrscheinlicher.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

Alle Artikel

Weitere in Kommentar

Alle anzeigen

Risikofreudig

Von ABZ
/

Nachfolge

/

Stimmungen

/

Weitere von Kai-Werner Fajga

Alle anzeigen