Wer aktuell die Lage der Bauindustrie in Deutschland skizzieren will, dem ergibt sich ein Bild an Stimmungslagen, die unterschiedlicher kaum ausfallen könnten. Während auf Landesebene der Wohnungsbau nach wie vor auf Impulse wartet, nimmt die Zahl der Auftragseingänge in anderen Bereichen bundesweit zu. "Wir sehen ein Lebenszeichen bei der Entwicklung unserer Order" hatte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts kommentiert.
Das liege aber vor allem an der Nachfrage im Tiefbau, obgleich es auch im Wohnungsbau gegenüber dem Vorjahreswert einen Zuwachs bei der Nachfrage gegeben habe. .
"Die Stimmung am Bau ist trotz einiger Blessuren gut" resümierte auch Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) aktuelle Ergebnisse einer jüngst veröffentlichen Studie des Verbands. 81 Prozent der befragten Bauunternehmen beschreiben danach trotz der aktuellen Widrigkeiten ihre Geschäftslage als gut oder eher gut. Demgegenüber machte die schwache Auftragslage vielen Maschinenbauern in Deutschland auch im neuen Jahr zu schaffen. In einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA stuft rund ein Drittel der befragten Mitgliedsunternehmen die eigene Auftragssituation mit Blick auf die nächsten sechs Monate als "großes" oder "sehr großes" Risiko ein.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland stehe unter Druck, es brauche jetzt "ein echtes Upgrade", resümierte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Aktuelle Meldungen untermauern diese Einschätzung leider. Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hatte etwa jüngst verkündet, seine Kosten in Europa drastisch senken zu wollen. "Cost Down Europe" soll das Programm heißen, nachdem der Konzern bis 2030 eine Milliarde Euro Kosten einsparen und effizienter werden will. Ob auch Produktionsanlagen stillgelegt werden sollen oder Entlassungen drohen, sei völlig offen.
Im Bereich der Baumaschinenhersteller wurden – wenn auch auf einem erheblich niedrigeren Level – punktuell schon Tatsachen geschaffen. Komatsu hatte jüngst Teile der Belegschaft der Fertigung in Hannover aufgrund von Absatzproblemen im Bereich Radlader und Mobilbagger entlassen, Yanmar stellt die Produktion von kompakten Baugeräten in Crailsheim komplett ein und verlagert sie nach Frankreich.