Waren Gespräche zur letzten bauma überschattet mit den Themen Lieferkettenverzögerungen und Ukraine-Krieg, spricht man in diesem Jahr überall über mögliche Auswirkungen der neuen US-Präsidentschaft von Donald Trump – vor allem nach den jüngsten Ankündigungen des Präsidenten, quasi alle Länder der Welt mit Strafzöllen zu belegen, die nach seiner Auffassung mehr Waren in die USA exportieren, als jeweils von den Ländern aus den Vereinigten Staaten importiert wird.
Das Ergebnis ist eine Liste, auf der teilweise Zollaufschläge bis zu 50 Prozent erhoben werden sollen – Waren aus Europa sollen etwa mit pauschal 20 Prozent Aufschlag verzollt werden. Während manche mit Hohn und Spott auf die Liste und den zugrunde gelegten Berechnungsfaktoren reagierten, übten andere scharfe Kritik, sehen die Gefahr eines internationalen Zollkriegs aufziehen. Zweifelsohne treibt das Thema auch viele Aussteller der bauma um, denn es bestehen seit Jahrzehnten unzählige wirtschaftliche Verbindungen und Partnerschaften zwischen hüben und drüben – insbesondere zwischen Deutschland und den USA.
Sehr viele Produkte in der Bauwirtschaft bestehen aus Einzelteilen, Komponenten oder Rohstoffen, die eher selten aus einer Region stammen, in der Regel wird aus der ganzen Welt beschafft, oder es wird an mehreren internationalen Standorten gefertigt. Spätestens seit den Lieferkettenverzögerungen wurden solche Produktionsprozesse für manchen zur Achillesverse – und nach Alternativen gesucht. Dem entsprechend sind manche Unternehmen der Bauwirtschaft stark betroffen – andere weniger. Wirtschaftsexperten prognostizierten gar, dass negative Folgen zunächst die USA selbst treffen würden, da sich zahlreiche importierte Waren verteuerten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte ein entschiedenes Handeln der EU in Aussicht. Inzwischen gibt es eine Liste mit US-Waren, die mit Einfuhrzöllen von bis zu 25 Prozent belegt werden sollen.