Laut Wörterbuch ist "Zuwarten" eine Zeit, in der man "Dingen ihren Lauf" lässt, in der abgewartet wird, bis etwas geschieht. Also eine Zeit, die sicherlich jeder Mensch schon einmal kennengelernt hat, ob privat oder beruflich. In der Bauindustrie würde sicherlich jeder dieses Wort gern aus dem Wortschatz streichen, denn gern "abwarten" liegt nicht in der Natur des Bauens, Stillstand kostet einfach nur Zeit und Geld. Dennoch befinden sich Teile der Bauindustrie durch die bevorstehende Neubildung der Regierung derzeit in einem solchen Zustand.
"Ein Neustart in der Wohnungsbaupolitik ist jetzt dringend notwendig", um den seit über zwei Jahren anhaltenden Abwärtstrend zu stoppen, mahnte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), kürzlich angesichts der jüngst vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für Baugenehmigungen zum November 2024. Die Zahlen belegen, dass sich die Situation im Wohnungsbau weiter zuspitzt.
Die Stimmung in der Bauindustrie bleibt dabei gespalten, da Unternehmen im Infrastrukturbau sich sicherlich nicht über eine mangelhafte Auftragslage beschweren können. Verbände und Wirtschaftsinstitute prognostizieren dennoch für die Bauindustrie 2025 insgesamt einen Rückgang in den Investitionen, Wachstum wird erst wieder 2026 erwartet. "Wohnungsbau ist Sozial- und Standortpolitik – das muss die neue Bundesregierung begreifen. Und zügig handeln, es bleibt nur wenig Zeit, den Motor für die Bauindustrie anzuwerfen", forderte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), vor Kurzem. Man blicke auf eine zerklüftete Förderpolitik zurück, sagte er jüngst, durch die vor der Tür stehenden Neuwahlen würde man "hoffentlich wieder geordnete Verhältnisse" bekommen.