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Großprojekt für besseren Hochwasserschutz in Bayern

Spatenstich für sanften Donauausbau bei Straubing

Andreas Scheuer (CSU) (v.l.), Bundesverkehrsminister, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister von Bayern, nehmen am Spatenstich für den ersten Teilabschnitt des Donauausbaus von Straubing bis Deggendorf mit rund 38 km Länge teil.

Niederwinkling (dpa). - Ausgerechnet im Dauerregen hat der Donauausbau in Niederbayern begonnen. Das Milliardenprojekt soll die Menschen in der Region künftig besser vor Hochwassern schützen – und zugleich die Schifffahrt bei Niedrigwasser verbessern. Ministerpräsident Markus Söder und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) waren beim Spatenstich für den sogenannten sanften Donauausbau in Niederwinkling (Landkreis Straubing-Bogen) mit dabei.

Bei der Baumaßnahme geht es um etwa 70 Fluss-Kilometer zwischen Straubing und Vilshofen. Zunächst steht der 38 Kilometer lange Teilabschnitt bis Deggendorf an. Der sanfte Ausbau der Donau sei der richtige Weg, sagte Söder und sprach vom „Niederbayern-Amazonas“. Mit dem Ausbau würden Wirtschaft, Umweltschutz und die Sicherheit der Anwohner zusammengebracht. „Der Klimawandel wird uns weiter fundamental beschäftigen.“

Scheuer zufolge würden in das gesamte Bauprojekt in den kommenden zehn Jahren 1,4 Milliarden Euro investiert. Nach 30 Jahren sei das ein „Tag des Friedens an der Donau“, sagte er mit Blick auf die jahrzehntelangen Diskussionen um den Ausbau. Es sei ein Kompromiss gefunden worden. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) erinnerte an die Sorgen vieler Anwohner, die bei starkem Regen schlecht schliefen, weil sie Angst vor einem Hochwasser hätten.

Durch den Ausbau werde die Fahrrinne der Donau tiefer - zwischen der Schleuse Straubing und dem Hafen Straubing-Sand sollen es gar 65 Zentimeter mehr werden, wie Ingenieur Markus Schmautz von der Wasserbaulichen Infrastrukturgesellschaft (Wiges/vormals RMD Wasserstraßen GmbH) erläuterte. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes würden Deiche verlegt oder ergänzt und 17 neue Schöpfwerke errichtet.

Der Bund Naturschutz (BN) sprach in einer Mitteilung von einem „Freudentag“, weil der Donauausbau in der sanften Variante ohne Staustufen erfolge. Widerstand aus der Region sowie Solidarität unter den Naturschutzorganisationen hätten die Pläne für eine Kanalisierung der frei fließenden Donau gestoppt.

Anfang 2013 hatte die bayerische Staatsregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) den sanften Donauausbau samt Verbesserung des Hochwasserschutzes beschlossen. Für viele Menschen im Landkreis Deggendorf kam das jedoch zu spät: Nur wenige Monate später, im Juni des Jahres, flutete ein Jahrhunderthochwasser die Region und richtete massive Verwüstungen an.

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