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Hochwasserschutz- und Dichtwandprojekte

Baumaßnahmen in den USA schreiten zügig voran

Um einen Deich am östlichen Ufer des Mississippi instand zu setzen, verwendete die Bauer Foundation eine Kombination aus Greif- und Frästechnik. Damit stellten die Arbeiter eine einphasige Dichtwand her.

Der Schutz vor Überschwemmungen und Hochwasser hat in den USA hohe Priorität. Die Verantwortung, Staudämme und Kanäle instand zu halten und so vor Hochwasser zu schützen, liegt beim U.S. Army Corps of Engineers (USACE), einer Bundesbehörde des Verteidigungsministeriums. Derzeit führt das USACE verschiedene Baumaßnahmen in einigen US-Bundesstaaten durch.

Florida/USA (ABZ). – Die Bauer Foundation Corp. – das amerikanische Tochterunternehmen der Bauer Spezialtiefbau GmbH – ist an fünf der Großprojekte beteiligt. Die Projekte entsprechen den Verantwortlichen zufolge einem Gesamtauftragswert von rund 200 Millionen US-Dollar (184 Millionen Euro). Vier der Bauvorhaben – darunter die "Task Orders 1, 3 und 5" am Herbert Hoover Dike und das "East St. Louis-Dichtwand-Projekt" – führt die Bauer Foundation als direkter Auftragnehmer des USACE aus. Am "Teller Dam" in Colorado ist Bauer als Subunternehmer beteiligt.

Mit 1890 km² ist der Lake Okeechobee der größte Süßwassersee in Florida. Trotz der Tatsache, dass der See rund 56 km lang und 48 km breit ist, ist er durchschnittlich nur 3 m tief. Um vor Sturmfluten und Hochwasser zu schützen, haben die Verantwortlichen den Deich bereits das erste Mal weiter ausgebaut. In den 60ern wurden zusätzliche Kanäle, Schleusen und Dämme hinzugefügt. Seit Beginn der 2000er Jahre koordiniert das U.S. Army Corps of Engineers eine neue Instandsetzungsmaßnahme des rund 225 km langen Deichs. Im Zuge dessen hat das USACE die Bauer Foundation Corp. 2007 damit beauftragt, Cutter-Soil-Mixing-Dichtwände (CSM) entlang des südöstlichen Deichs auszuführen. Da die Zusammenarbeit Bauer zufolge sehr erfolgreich verlaufen sei, hätten sich in den Jahren 2011 bis 2021 weitere Teilaufträge ergeben – unter anderem für diverse Kanaldurchlasssysteme.

Während der aktuellen Arbeitsphase entsteht eine 45 km lange Dichtwand entlang des südwestlichen Deichs. Für die ersten beiden Abschnitte erstellen die Bauer-Mitarbeiter eine 309 000 m² große Dichtwand, die bis maximal 20 m in die Tiefe reicht. Um organische Ablagerungen zu entfernen und dichte Sandschichten sowie darunterliegenden Kalkstein zu lockern, müssen Vorbohrungen durchgeführt werden. Die Dichtwand wird anschließend im CSM-Verfahren mithilfe eines "RTG RG 27"-Bohrgeräts installiert. Dafür kombinieren die Projektverantwortlichen eine Schlitzwandfräse mit der "in-Situ-Vermischung" des Bodens.

Zudem nutzen sie das sogenannte Hochdruckinjektionsverfahren (HDI), um die neue Dichtwand mit den Kanaldurchlässen zu verbinden. "Als Generalunternehmer wurde Bauer zudem mit der Erstellung und dem anschließenden Entfernen der notwendigen Arbeitsplattformen sowie der Zugangswege zur Baustelle beauftragt", erläutert Andrew Ebendick, Projektleiter bei Bauer Foundation Corp. und verantwortlich für die "Task Order 1". "Im Anschluss an die Dichtwandarbeiten sind wir zudem für die Begrünung und die Asphaltierung des fertigen Deichs sowie für die Qualitätskontrolltests und die Installation von Kontrollinstrumenten verantwortlich." Die Arbeiten an den ersten beiden Projekten haben bereits begonnen. Die Arbeiten an der Aufgabe drei sollen voraussichtlich im Frühling 2022 beendet werden. Die erste "Task Order" werde im Herbst 2022 abgeschlossen, so David Millar, Projektleiter für die "Task Order 3".

Dieses Jahr im Mai wurde die Bauer Foundation mit der Aufgabe 5 betraut. Sie hat nach Angabe der Verantwortlichen einen Gesamtwert von rund 38 Millionen Euro. Dieser Bauabschnitt ist knapp 6,7 km lang – für ihn müssen rund 70 000 m² Dichtwand hergestellt werden. Daraus ergibt sich, dass das Unternehmen am Herbert Hoover Dike auf etwa 28 von 45 km Hochwasser- und Überschwemmungsschutzwände umgesetzt hat.

Auch im US-Bundesstaat Illinois wird in East St. Louis gebaut. Am östlichen Ufer des Mississippi erweitern die Bauer-Mitarbeiter ein Deichsystem. Die bestehende Struktur wurde auf sandigem Untergrund errichtet und erstreckt sich bis zum Grundgestein etwa 41 m tief. Durch den sandigen Boden kann das Wasser den Deich untergraben. Das führt zu Erosion und kann wiederum die angrenzende Bebauung durch häufige und starke Überschwemmungen bedrohen.

Um den "Teller Dam" fachgerecht abzudichten, stellt Bauer eine 106 m lange Dichtwand her.

Um den Deich wieder instand zu setzen, nutzt die Bauer Foundation eine Kombination aus Greif- und Frästechnik. Unter Zugabe einer selbsthärtenden Suspension entsteht so eine einphasige Dichtwand. "Bei den Arbeiten kommt ein DHG-Schlitzwandgreifer beziehungsweise eine 'BC 40'-Fräse zum Einsatz, die jeweils an einen Bauer-'MC 96'-Seilbagger montiert sind", erklärt Matteo Bertoni, Projektleiter bei der Bauer Foundation Corp. Insgesamt werden auf 1,4 km Länge rund 53 000 m² Dichtwand erstellt, die maximal 43,5 m tief reichen.

Darüber hinaus wurde Bauer als Generalunternehmer unter anderem mit der Bereitstellung der Arbeitsplattform, mit dem Ein- beziehungsweise Ausbau der Führungswand für die Dichtwandarbeiten sowie mit abschließenden Qualitäts- und Labortests beauftragt. Eine besondere Herausforderung ergebe sich aus der Lage des Projektes: Am Ufer des Mississippi wird der Arbeitsbereich auf dem bestehenden Deich von mehreren Versorgungsleitungen durchquert. Infolgedessen können die Ausführenden nur innerhalb bestimmter Zeitfenster und an festgelegten Standorten arbeiten. Das bedarf einer engen Abstimmung mit allen Beteiligten. Die Fertigstellung des Projektes ist nach derzeitigen Angaben für Januar 2022 geplant.

Der "Teller Dam" am Turkey Creek River befindet sich innerhalb des US-Armee-Stützpunkts Fort Carson in der Nähe von Colorado Springs. Auch hier koordiniert der U.S. Army Corps of Engineers die Instandsetzungsmaßnahmen. Die Bauer Foundation Corp. wurde vom Generalunternehmer Komada LLC mit der Ausführung von Spezialtiefbauarbeiten (zur Abdichtung des Damms gegen potenzielle Versickerungen und mögliche Erosion von Dammmaterial) beauftragt. Daher führen die Mitarbeiter die Dichtwand in zwei Abschnitten aus: Am linken Widerlager und am Ende des Damms entstehen 1160 m² überschnittene Bohrpfahlwand. Rund 1760 m² Dichtungsschleier stellen die Ausführenden mittels Injektion her. Das soll mögliche Versickerungswege abdichten.

Die Dichtwand wird auf rund 106 m Länge ungefähr 37 m tief in den Untergrund eingebracht. "Die Bohrpfahlwand stellen wir mit einem Durchmesser von 1500 mm her. Dafür nutzen wir eine Bauer-'BG 39'", erklärt Cyril Bou Sleiman, verantwortlicher Projektleiter der Bauer Foundation Corp. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im November abgeschlossen werden.

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