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Arbeitskleidung im Wandel der Zeit

Von Zweckmäßigkeit zu individuellem Komfort

CWS, Berufsbekleidung

SHK-Verbandskleidung aus den Jahren 1977, 1998 und 2017.

Dreieich (ABZ). – Arbeitskleidung ist für viele Mitarbeiter in Handwerk, Industrie, Hotellerie oder Gesundheitswesen nicht nur ein wichtiger täglicher Begleiter im Arbeitsalltag. Die Berufskleidung kann dabei auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bereits damals trugen Handwerker und andere Zünftler bestimmte Farben, an denen ihr Berufsstand erkennbar war. Da teure Mischfarben wie Grün, Gelbgold oder Scharlachrot dem Adel vorbehalten waren, wurde Blau zur Farbe des Alltags. Blau, genauer Indigoblau, ließ sich preiswert pflanzlich herstellen. So entstand im Laufe der Zeit auch der Begriff Blaumann – Männer in blauer Kleidung. Auch die Blue Jeans, die 1873 von Levi Strauss erfunden wurde, war eine Berufskleidung für Goldgräber und Cowboys. Ursprünglich wurde sie aus brauner Hanffaser hergestellt, später dann aus Denim.

Noch heute lässt sich das Tätigkeitsfeld vieler Mitarbeiter an der Kleidung erkennen. So tragen Maler weiß, Garten- und Landschaftsbauer grün und bspw. Dachdecker oder Zimmerer häufig ihre traditionelle Zunftkleidung. Seit dem Mittelalter hat sich in Sachen Berufskleidung jedoch einiges getan. Bis in die 70er-Jahre wird für alle Branchen die gleiche Berufskleidung angeboten, spezialisierte Angebote gibt es meist nur für Zunftkleidung. Die dominierende Farbe ist noch immer Blau, genauer gesagt Royalblau. Der weit verbreitete Overall bekommt Konkurrenz von der Latzhose als bevorzugte Arbeitskleidung. Viele Handwerker bevorzugen ein Hemd unter der Arbeitsjacke, die damals immer geschlossen getragen wurde. Die Arbeitskleidung ist eine Uniform und erfüllt ihren Zweck. Gesellen und Lehrlinge kauften ihre Berufskleidung selbst, einheitliche Berufskleidung in einem Betrieb gab es nicht und war hauptsächlich bei großen Industrieunternehmen üblich.

Boco, Mietserviceanbieter für Berufskleidung, entwickelt 1977 in Kooperation mit dem Zentralverband für Sanitär- Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik die erste Branchenkleidung für SHK-Innungsbetriebe. "Durch den Mietservice begann erst über die Jahrzehnte im Handwerk der Trend, Mitarbeiter mit der gleichen Berufskleidung auszustatten", erklärt Uwe Böhlke, Nationaler Branchenmanager Handwerk bei CWS-boco Deutschland.

In den 80er-Jahren wird der bis dahin weite Schnitt der Berufskleidung etwas geradliniger. Druckknöpfe dominieren als Verschluss bei den Arbeitsjacken. Diese sind ebenso wie die Kittel mit einem großen Umlegekragen versehen. In den 90ern ersetzten Klettverschlüsse schließlich die Druckknöpfe, hauptsächlich auch zum Verschließen der Taschen. Als Material wird meist Baumwolle, Polyester oder ein Mischgewebe eingesetzt. Während Polyester in den 80ern mit einem schlechten Ruf zu kämpfen hat, wandelt sich das Bild in den folgenden Jahren. "Dank moderner Gewebe ist die Berufskleidung heute viel strapazierfähiger als früher. Die Materialien haben sich stark weiter entwickelt und die Kleidung hält viel länger", meint Böhlke.

In den 2000er Jahren entdecken zunehmend auch Frauen Handwerksberufe für sich. Viele Anbieter reagieren und passen das Design ihrer Arbeitskleidung an, um sie als Unisex-Kollektionen für beide Geschlechter anbieten zu können. Hinzu kommt, dass die Ansprüche der Träger über die vergangenen Jahrzehnte gestiegen sind. Noch mehr Taschenlösungen soll die Kleidung haben, einen sehr hohen Tragekomfort bieten und praktisch sein. Die Schnitte werden zunehmend körpernah. Handwerker legen mittlerweile großen Wert auf die Optik ihrer Berufskleidung, sie ist nun ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Auch für Auftraggeber: Eine Umfrage aus dem Jahr 2016 zeigt, dass 91 % der Deutschen neben Fachwissen und Pünktlichkeit vor allem Wert auf eine gepflegte Berufskleidung bei Handwerkern legen. Viele Auftraggeber schließen zudem von gepflegter Berufskleidung auch auf professionelles Arbeiten.

Das Aussehen ist mittlerweile genauso wichtig wie die Funktionalität der Kleidung. Bereits seit einigen Jahren orientiert sich das Design der Berufskleidung am lässigen Freizeitlook. Wohlfühlen heißt das Schlüsselwort. So sind Polohemden oder Sweatshirts beliebte Kombinationsartikel und moderne Bundhosen setzen sich gerade bei jüngeren Handwerkern gegen die Latzhose durch. "Der Trend in der Workwear geht ganz klar zu gedeckten Farben wie Marine oder Anthrazit. Wir haben daher z. B. die aktuelle boco SHK-Verbandskleidung bewusst in Marine gehalten, da dies von den Trägern bevorzugt wird", so Böhlke.

Betriebe haben auch die Individualisierung der Berufskleidung in den letzten 10 Jahren für sich entdeckt. Das Unternehmenslogo auf der Arbeitskleidung und auch immer öfter der Mitarbeitername sind für die meisten Arbeitgeber ein Muss.

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