Anzeige

Kontrastierende Strukturen

Helles Wohnquartier in Amsterdamer Geschäftsbezirk lockt mit Blick auf Boelegracht

Mit mediterraner Anmutung entfaltet sich das erste Wohnquartier "OpZuid" inmitten der hoch aufragenden Bürogebäude des neuen Finanz- und Geschäftsbezirks Zuidas in Amsterdam.

Amsterdam (ABZ). – Mediterranes Flair bringt "OpZuid", das erste Wohnquartier in Amsterdam Zuidas, in den schnell wachsenden, neuen Finanz- und Geschäftsbezirk der niederländischen Metropole. Das Eindhovener Büro diederendirrix hat das helle Terrassenhaus als Teil eines groß angelegten Masterplans für das Areal realisiert. Der Bau gliedert sich in zwei symmetrische Volumen, die sich durch geschickte Staffelungen nach Süden entfalten und für alle 46 Wohneinheiten den Blick auf die angrenzende Boelegracht freigeben. Langgestreckte Balkone verbinden die Gebäude straßenseitig miteinander. Die daraus resultierende U-Form gibt Raum für einen geschützten, stattlich begrünten Innenhof. Den Wunsch des Bauherrn nach einem hellen, sonnigen Wohnquartier beantworten die Planer mit Fassaden aus Glas und sandfarbenem Mauerwerk. Hagemeister Klinker der Objektsortierung "OpZuid" verleiht dem Komplex eine freundliche, ruhige Ausstrahlung und unterstreicht den südländisch anmutenden Charakter.

Auf der Südseite schichten sich abwechselnd horizontale Bänder aus Glas und Klinker.

Mit der Kombination aus exklusiven und geräumigen Wohnungen, Studios, Maisonetten und Penthäusern reagiert das "OpZuid" auf den dringenden Bedarf nach Wohnraum in der neuen Finanzmeile des südlichen Amsterdams. Als "grüne Oase im städtischen Layout" beschreibt Projektarchitekt Timo Keulen von diederendirrix den Neubau inmitten der hoch aufragenden Bürogebäude des Bezirks Zuidas. Der 7-geschossige Komplex setzt sich aus zwei gespiegelten Baukörpern zusammen. Wie eine Umarmung legen sich die Gebäuderiegel um den begrünten Innenhof und schotten sich mit geschlossenen Fassaden zur City hin ab. Nach Süden sowie zum Innenhof sind die Baukörper terrassenartig abgetreppt. So erhält fast jede Wohnung private Außenflächen mit bester Aussicht ins Grüne.

In Design und Materialität erinnert das Terrassenhaus an mediterrane Strukturen. "Der Auftraggeber wünschte sich ein helles und sonniges Gebäude. Für uns passte dazu ein sandfarbener Klinker", beschreibt Timo Keulen. Die Wahl fiel auf eine Hagemeister-Sortierung, die eigens für dieses Projekt farblich abgewandelt wurde. In enger Zusammenarbeit experimentierten der Architekt und das Nottulner Klinkerwerk, um die optimale Nuancierung für "OpZuid" herzustellen: "Die ursprüngliche "Cardiff"-Sortierung verfügt über viel Kohlebrand, was eine Gebäudehülle eher lebendig erscheinen lässt. Für unser Projekt haben wir den Kohlebrand-Anteil reduziert und waren damit in der Lage, ein sehr ruhiges Fassadenbild mit der gewünschten Farbigkeit zu gestalten", erklärt Timo Keulen den Entwicklungsprozess.

Die zur City orientierten, Fassadenflächen sind vollständig mit Klinker gestaltet und separieren das Gebäude optisch von der Dynamik der Stadt.

Die zur City orientierten, äußeren Fassadenflächen sind in vertikale Streifen gegliedert, die um jeweils 5 cm vor- und zurückspringen. Die reduzierten Gebäudeöffnungen sind in die Rücksprünge eingelassen. Horizontale Betonstreifen teilen das Gebäude optisch und machen die Geschossigkeit in der Fassade ablesbar. Im Kontrast zur taktilen, formalen Außenseite stehen die Südfassade und die zum Innenhof ausgerichteten Flächen. Hier schichten sich abwechselnd horizontale Bänder aus Glas und Klinker. Das sandfarbene Mauerwerk ist durchgehend im Halbsteinverband gearbeitet. Um die Kontur des Klinkers zu betonen, sind die Fugen in einem warmen Grauton gestaltet und leicht zurückgesetzt.

Die Fassaden mit Klinker zu gestalten, war sowohl eine gestalterische als auch wirtschaftliche Entscheidung. "Für Wohngebäude ist Klinker das geeignete Fassadenmaterial", erklärt Timo Keulen. "Wenn Entwurf und Ausführung präzise umgesetzt sind, brauchen gemauerte Fassaden keinerlei Aufwendungen für die Instandhaltung. Zudem ist der Hagemeister Klinker stranggepresst. Er ist dichter und nimmt daher weniger Feuchtigkeit auf, was ihn wenig anfällig für Verschmutzungen macht." Form, Farbe und Materialität des "OpZuid" stützen den Leitgedanken eines hellen, freundlichen Wohngebäudes, das sich mit der starken Südausrichtung öffnet und gleichzeitig schützend von der Dynamik der Stadt separiert. Mit der Gestaltung des Apartmenthauses ist es den Planern von diederendirrix gelungen, exklusiven innerstädtischen Lebensraum mit privaten und öffentliche Freiflächen harmonisch in Einklang zu bringen.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=334&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 49/2017.

Anzeige

Weitere Artikel