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"Landshut" entladen

Hub historischer Lufthansa-Maschine gelungen

Der Rumpf war mit knapp 16 t das schwerste Teil, das entladen werden und punktgenau auf den Schwertransporter gehievt werden musste.

Friedrichshafen (ABZ). – Kürzlich war Schmidbauer am Bodensee-Airport Friedrichshafen Teil eines historischen Projekts: Mit zwei Kranen – einem Liebherr LTM 1070 sowie einem Tadano Faun ATF 130 G-5 Schwerlastkran – entlud das Schmidbauer-Team des Standortes Stockach im Tandemhub das ehemalige Lufthansa-Flugzeug "Landshut" aus den Bäuchen zweier russischer Transportmaschinen der Volga Dnepr Airlines. Zuvor war die "Landshut" von 15 Mitarbeitern der Lufthansa-Technik im brasilianischen Fortaleza in 4000 Arbeitsstunden für den Transport demontiert worden.

Die ehemalige Lufthansa-Boeing des Typs 737 ist nach Angaben von Schmidbauer zum Symbol der jüngeren Deutschen Geschichte geworden: Sie wurde am 13. Oktober 1977 von vier palästinensischen Terroristen auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt, um in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen. Fünf Tage später beendete die GSG-9 die Entführung in Mogadischu. Die Entführung der "Landshut" und die Befreiungsaktion waren Teil des "Deutschen Herbstes", der 1977 von Anschlägen der Roten Armee Fraktion (RAF) geprägt war. Die RAF kooperierte auch mit palästinensischen Terrorgruppen. Als Reaktion auf die Stürmung der "Landshut" ermordete die RAF den von ihr in Köln entführten Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten führenden RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich das Leben.

Das Flugzeug flog noch bis 1985 für die Lufthansa und wurde anschließend in die USA verkauft. Nach zahlreichen weiteren Besitzern kam es im Jahr 2008 nach Fortaleza (Brasilien) und verrottete seitdem am Rande des dortigen Flughafens. Im Mai 2017 – also 40 Jahre nach der Entführung – erwarb die Bundesregierung die Maschine für den Schrottwert von etwa 20 000 Euro, um sie nach Deutschland zurückzuholen. Hier soll diese ab Herbst 2019 im Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee ausgestellt werden. Bis dahin wird die "Landshut" von Spezialisten der Lufthansa in einem Hangar neben dem Museum restauriert und weitgehend in den Zustand von 1979 versetzt.

Der Transport von Fortaleza in den Hangar nach Friedrichshafen sei detailliert organisiert worden. Als deutscher Marktführer für Kran- und Spezialtransporte sollte Schmidbauer die Entladung der einzelnen Flugzeugteile am Bodensee-Airport gewährleisten. Die Ankunft der Maschine wurde mit einem Bürgerfest und einem Tag der offenen Tür des Dornier-Museums öffentlich gewürdigt und gefeiert, auch Entführungsopfer von damals (der Co-Pilot, eine Stewardess und ein Mitglied der GSG 9) nahmen teil.

Für Schmidbauer war die Verladung eines Flugzeugs keine besonders knifflige Angelegenheit, zumal das Flugzeug nicht als Einheit, sondern in Einzelteilen angeliefert wurde. Die Triebwerke, Höhen- und Seitenleitwerke, das Fahrwerk sowie die Tragflächen waren in Brasilien demontiert worden. Dementsprechend war der Rumpf mit knapp 16 t das schwerste Teil, das entladen werden und punktgenau auf den Schwertransporter gehievt werden musste. Rumpf und Flügel wurden in einer Antonov 124 morgens angeliefert, am Mittag brachte eine Iljuschin 76 die Sitze und die anderen restlichen Teile der fluguntauglichen Maschine. Der gesamte Hub verlief reibungslos, ebenso wie der Schwertransport in den Hangar des in der Nähe befindlichen Dornier-Museums. Ab hier übernehme wieder die Lufthansa, die mit einem Team von Spezialisten die komplette Restaurierung des Flugzeugs steuere. Wie es mit dem Projekt zur Ausstellung der "Landshut" voran geht, kann unter www.die-landshut.de verfolgt werden. Dort wird das Dornier Museum über alle aktuellen Entwicklungen berichten.

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