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3M

PSA muss individuell angepasst werden

Von Joao do Rosario

Joao do Rosario ist Application Engineer – Personal Safety Division bei der 3M Deutschland GmbH. Bei der A+A stellt das Unternehmen in Halle 6 am Stand E27 aus

So unterschiedlich die Tätigkeiten im Baugewerbe auch sind, so haben sie doch eines gemeinsam: Die Aufgaben sind stets körperlich fordernd, anspruchsvoll und mit verschiedenen Gesundheitsgefahren verbunden. Lärm, Staub und Schmutz, Hitze und hohe UV-Belastung sind nicht nur einfach unangenehm – sie können auf Dauer auch krank machen. Das Fatale an diesen Belastungen ist, dass die negativen Folgen in Form von Berufskrankheiten oft erst Jahre oder gar Jahrzehnte später sichtbar und damit extrem unterschätzt werden. Hinzu kommen akute Gefährdungen durch Arbeitsunfälle, im Umgang mit Maschinen und Werkzeugen ebenso wie beim Arbeiten in der Höhe. Umso wichtiger ist es, vorausschauend zu handeln und im Interesse der eigenen Gesundheit auf die Nutzung einer zuverlässigen, individuell angepassten Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) Wert zu legen.

Prävention und Arbeitsschutz wirken. Diese erfreuliche Erkenntnis wird durch die offiziellen Statistiken bestätigt, etwa die Unfallzahlen für das Baugewerbe, die seit einigen Jahren signifikant zurückgehen. Berufsgenossenschaft, Verbände, Arbeitgeber und Gewerkschaften ziehen dabei an einem Strang. Für das Jahr 2017 weist die Berufsgenossenschaft BAU (BG BAU) 18 476 Arbeitsunfälle weniger aus als noch vor zehn Jahren. Ebenso ist die Unfallquote rückläufig: 53,64 Fälle pro tausend Beschäftigte im Jahr 2017 bedeutet eine Verbesserung um 2,98 % gegenüber dem Vorjahr. Vor zehn Jahren betrug diese Quote sogar noch 66,60 Fälle pro tausend Personen.

Ebenfalls positiv, aber durchaus noch mit großem Verbesserungspotential entwickelt sich die Zahl der Berufserkrankungen. Lärmschwerhörigkeit, schwere Lungenerkrankungen, verursacht durch das regelmäßige Einatmen gefährlicher Baustäube, oder auch Hautkrebs durch UV-Strahlung zählen zu den besonders großen Risiken im Baugewerbe. Das spiegeln auch die Zahlen wider: Am häufigsten wurden der BG BAU im Jahr 2017 Hautkrebs (2769 Fälle) gefolgt von Lärmschwerhörigkeit (2431) und Lungenkrebs durch Asbest (1495) als Verdachtsfälle für eine Berufskrankheit gemeldet.

Die bisher erzielten Fortschritte sind kein Grund, innezuhalten. Ganz im Gegenteil: Um die Zahl der Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen weiter zu reduzieren, kommt es auf jeden einzelnen Mitarbeiter und sein persönliches Verhalten auf der Baustelle an. Die Ausstattung mit nur einer PSA alleine reicht naturgemäß nicht aus – von großer Bedeutung ist die richtige Kombination der verschiedenen Arbeitsschutzlösungen auf Basis der auf der Baustelle bestehenden Gefahren. Ebenso wichtig ist das konsequente Tragen dieser PSA. Neben dem Arbeitgeber und dem jeweiligen Vorgesetzten ist jeder einzelne Mitarbeiter in der Pflicht, sein Verhalten zu überprüfen.

Schließlich ist das permanente Tragen der PSA auf dem Bau noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das Erkennen der tatsächlichen Gefahren sowie das Minimieren der daraus resultierenden Risiken durch den Einsatz der richtigen PSA-Lösung ist der erste Schritt in ein sicheres Arbeitsumfeld. Für jeden Arbeitsplatz ist dazu im ersten Schritt eine individuelle Analyse empfehlenswert, um zu ermitteln, welche Risiken bestehen und welche PSA – auch im Zusammenspiel miteinander – am besten zum Schutz der Mitarbeiter geeignet ist.

Viele Arbeitsschutzlösungen bieten dabei integrierte Funktionen, passend zum jeweiligen Bedarf. So sind beispielsweise Gehörschutzlösungen auf vielfältige Weise mit Kommunikationssystemen, ob auf Funk- oder Bluetooth-Basis, kombinierbar. Sie gewährleisten neben dem Gehörschutz eine optimale Kommunikation und die Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen, wie zum Beispiel Warnsignalen, in lärmbelasteten Umgebungen.

Es gibt verschiedene Gesundheitsgefahren am Bau. Daher muss die Persönliche Schutzausrüstung individuell angepasst werden.

Arbeiten am Bau sind oft mit Gesundheitsrisiken durch eine hohe Staub- und Partikelbelastung verbunden. Beim Schneiden, Bohren und Sägen von Beton, beim Polieren, Schleifen und Meißeln oder auch beim Sandstrahlen entstehen feinste Stäube, die auf Dauer zu schweren Erkrankungen führen können. Die Gefährdungen reichen von einer toxischen Wirkung auf die Atemwege bis zur Verursachung chronisch entzündlicher Prozesse sowie dem Entstehen von Lungen-Tumoren. Winzige Kieselsäure-partikel – gemeinhin als Quarzstaub bekannt – können in Atemwege und Lunge gelangen. Hier können sie langfristig verschiedene, irreversible Lungenerkrankungen wie Silikose (eine krankhafte Vermehrung des Bindegewebes), Lungenkrebs, Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Bronchitis verursachen. Ebenso hoch sind die gesundheitlichen Risiken etwa im Sanierungsfall durch Asbest-Stäube.

Um den Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft zu unterstützen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen, fördert die BG BAU die Anschaffung entsprechender Schutzausrüstungen mit bis zu 50 % der Anschaffungskosten. 3M-Gebläse-Atemschutzsysteme etwa gehören zu den von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft geförderten Produkten, die mit bis maximal 500 Euro pro Einheit subventioniert werden und die strengen Fördervoraussetzungen hinsichtlich geltender Normen und Vorschriften erfüllen. Für den gelegentlichen Bedarf an Atemschutz auf der Baustelle können Partikelmasken eingesetzt werden, die – einzeln verpackt – besonders einfach und hygienisch in der Handhabung sind.

Die Fördermittel stehen allerdings nicht nur für den Atemschutz zur Verfügung. Ebenso werden Investitionen in PSA, die beispielsweise vor UV-Strahlung oder vor Lärmbelastungen schützen, bezuschusst. Arbeitgebern, gerade auch kleineren und mittleren Betrieben, wird es damit erleichtert, den Arbeitsschutz noch konsequenter in die Praxis umzusetzen und Berufserkrankungen vorzubeugen.

Neben der Gefahr langfristiger Erkrankungen kommt es bei der Wahl einer individuell geeigneten PSA auch auf häufige Unfallrisiken auf der Baustelle an. Einen klaren Schwerpunkt im Unfallgeschehen des Jahres 2017 bildeten laut BG BAU die mehr als 21 000 Sturz- und Absturzunfälle. Diese machen ein Fünftel (20,5 %) aller Arbeitsunfälle aus. Sogar 37,5 % der tödlichen Arbeitsunfälle wurden durch Abstürze verursacht. Vorgaben wie ein Seitenschutz, Absperrungen an Arbeitsflächen, Fanggerüsten und Auffangnetzen sind daher in jedem Fall sorgfältig zu beachten und umzusetzen. Für die Absturzsicherung von Personen in verschiedensten Tätigkeitsbereichen bietet 3M zudem eine ganze Bandbreite an – auch mobilen – Lösungen an. In einer individuellen Beratung kann das jeweils geeignete System identifiziert werden.

Ein weiteres Förderprogramm der BG BAU zielt darauf ab, Unfälle durch Kopfverletzungen und Gesundheitsschäden durch UV-Strahlung zu vermeiden. Ebenfalls bis zu 50 % der Anschaffungskosten werden bei der Anschaffung von Industrieschutzhelmen nach EN 397 mit Kinnriemen und Sonnenschutz übernommen. Der 3M-Schutzhelm G3000 etwa bietet mit seinem Ratschensystem einen perfekten Halt bei gleichzeitig hohem Tragekomfort, auch über längere Nutzungszeiten hinweg. Die passende Ergänzung bildet der UV-Nackenschutz mit einem UV-Schutz 50+ und 3M-Scotchlite-Reflective-Material für eine verbesserte Sichtbarkeit unter allen Arbeitsbedingungen. Der im Helm integrierte und patentierte UV-Sensor (UVicator) zeigt Materialermüdungen und den notwendigen Austausch des Helmes an. Eine Schutzbrille mit UV-Schutz kann diese PSA abrunden. Sie schützt zudem vor Augenreizungen und -verletzungen durch Stäube und umherfliegende Partikel. Die positive Entwicklung der Statistik zu Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen im Baugewerbe zeigt, dass eine wirksame Prävention möglich ist. Entscheidend ist es dabei, PSA bedarfsgerecht für die Gefährdungen am jeweiligen Arbeitsplatz auszuwählen und gleichzeitig auf ihren konsequenten Einsatz auf der Baustelle zu achten. Auf diese Weise kann das Arbeiten auf dem Bau nachhaltig sicherer werden.

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