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Denkmalgeschütztes Garnisonsgebäude

Baugrund verbessert und Fundament stabilisiert

WITTENBERG (ABZ). - Deutliche Setzungsrisse an der Ziegelfassade eines denkmalgeschützten, aber vom Zerfall bedrohten Garnisonsgebäudes in der Wittenberg stellten die Tragfähigkeit des Untergrundes infrage. Mit der DeepInjection-Methode konnten Hohlräume im Untergrund zeit- und kostensparend verfüllt und eine sichere Ausgangsbasis für die umfassende Sanierung des Gebäudes geschaffen werden.

Zuletzt als Reithalle genutzt und danach dem Verfall preisgegeben, stand die Sanierung des langgestreckten und imposanten Ziegelbaus an, der 1883 im neugotischen Stil erbaut worden war. Das Gebäude ist eines von insgesamt sieben Projekten in Wittenberg, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 funktional und ästhetisch aufgewertet bzw. einer neuen Nutzung zugeführt werden sollten.

Die vom Zerfall bedrohte ehemalige Reithalle ist nun nach aufwändiger Sanierung seit September letzten Jahres als Veranstaltungsort neben dem Stadthaus am Arsenalplatz eröffnet. Sie fügt sich in das Ensemble zwischen Arsenalplatz und Neuem Rathaus ein.

Im Zuge der Bestandsaufnahme stieß man – vornehmlich an den Außenwänden im westlichen Gebäudeteil – auf deutlich sichtbare Setzungsrisse, die auf einen partiell nicht ausreichend tragfähigen Baugrund schließen ließen. Eine umfassende Baugrunduntersuchung ergab, dass die Fundamente im Bereich der gerissenen und stellenweise abgesackten Ziegelmauern auf dem historischen, mit Sand verfüllten Wassergraben auflagern, der Teil der einstigen Stadtbefestigungsanlage war. Gemäß Baugrundgutachten war zwar nicht zu befürchten, dass der geringe organische Anteil die Tragfähigkeit des Bodens insgesamt zu beeinflussen vermag, doch konnte für einige Fassadenbereiche nicht ausgeschlossen werden, dass spontane, nicht vorhersehbare Sackungen eintreten, die weitere Risse an den tragenden Ziegelaußenwänden befürchten ließen.

Als Gegenmaßnahme wurde zur dauerhaften Verfestigung des Untergrundes die DeepInjection-Methode von Uretek empfohlen. Dadurch sollten die in der heterogenen Grabenverfüllung vermuteten Hohlräume unter den Fundamenten aus abgetrepptem Ziegelmauerwerk und Feldsteinen ausgefüllt werden. Zudem sollte so die Tragfähigkeit des Baugrundes und der Kraftschluss zwischen Baugrund und aufgehender Konstruktion wiederhergestellt werden. Da die Halle von innen gut zugänglich und noch keine Bodenplatte vorhanden war, wurden die für das Einbringen des Zweikomponenten-Expansionsharzes erforderlichen Bohrlöcher von der Innenseite des Mauerwerks in den Baugrund angelegt. In die Bohrlöcher wurden die Injektionslanzen eingebracht, über die anschließend das flüssige Zweikomponenten-Expansionsharz unter kontrolliertem Druck in den Baugrund injiziert wurde. Die Ausführung erfolgte durch die Spezialisten von Uretek innerhalb von nur drei Arbeitstagen.

Die Uretek-Methode bietet Unternehmensangaben zufolge eine sichere und praxisbewährte Lösung bei baugrundbedingten Stabilitäts- und Setzungsproblemen. Die kurze Baustellenzeit mit diesem Verfahren, die geringe Störung an der Oberfläche sowie die termingerechte Eintaktung in den bestehenden Bauablauf sind wesentliche Vorteile der Methode, die die Bauherren überzeugten.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2015.

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