Digitalisierung und Qualitätssicherung

Mängeln mit Baucam auf die Spur kommen

Ahrensburg (ABZ). – Bauen gilt als eines der letzten Abenteuer – entsprechend groß ist bei vielen Bauherren die Angst vor Baumängeln und deren Folgen. Zahlreiche Besucher konnten sich vor Kurzem ein Bild in der Villa Pomona in Ahrensburg davon machen, wie eine Baucam funktioniert. Diese liegt inmitten eines der größten Neubaugebiete Norddeutschlands.
Eingeladen hatte der Verband Wohnsiegel e. V. Wer Bauunternehmen beauftragt, die Mitglied bei dem Verband sind, könne sich sicher sein, dass neueste Technik genutzt wird, um Mängel gar nicht erst entstehen zu lassen. Möglich werde dies durch das ,,Qualitätssicherungssystem mit einer Baucam". 

Dahinter stecke geballte Kompetenz und Kooperation auf allen Ebenen: Die Ingenieure Helmut Fisch und Cord Tobaben sowie ihre Kollegen steuern den Prozess normalerweise aus der Prüf-Zentrale im niedersächsischen Harsefeld. Ihr Arbeitsplatz ähnelt einem "Cockpit" und wurde in Ahrensburg aufgebaut. Die Ingenieure haben Zugriff auf alle Daten und Zeichnungen zu jedem Bauprojekt, bspw. der Viebrockhaus AG und deren Partner. Jeder Bauleiter und jede Handwerkerkolonne ist mit Baucams in Form von Tablet-PCs ausgestattet. "Wenn es Fragen gibt und wenn sich die Bauausführung an den entscheidenden Punkten zur Zwischenabnahme befindet, wird die Baucam eingeschaltet und wir sind live dabei. So können wir mit der Kamera alle wichtigen Details kontrollieren und sie dokumentieren", erläutert Tobaben. 

Dieser Qualitätscheck sei eine Ergänzung und Abrundung der Kontrollen, die jeder Bauleiter ständig vor Ort durchführt. Dass dieses System funktioniert, habe der digitale Besuch auf der benachbarten Baustelle bewiesen, der "live" vollzogen wurde. Somit konnten Besucher erleben, wie Bauleiter Bestmann der GfG Hoch-und Tiefbau GmbH vom Prüfingenieur per Telefon zu den neuralgischen Punkten dirigiert wurde. "Das Qualitätssicherungssystem mit einer Baucam bietet die Möglichkeit, die durchgeführten Sicherungstermine als "Digitale Baustellenbesuche" nicht nur zu dokumentieren, sondern diese auch statistisch auszuwerten", erklärt Heinz H. Lachmann, Vorsitzender von Wohnsiegel e. V.

 In die Entwicklung des Qualitätssicherungssystems habe die Viebrockhaus AG viel Know-how investiert. Nach Fertigstellung bzw. Übergabe des Hauses werde Bauherren ein Exposé als Projekt-Dokumentation für ihr neues Zuhause zur Verfügung gestellt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2017.

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