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Doha Metro

Dr. E.h. Martin Herrenknecht: So eine Performance hat die Welt noch nicht gesehen

Herrenknecht, Tunnelbau

Seit dem 25. September 2016 sind alle Vortriebsarbeiten an den drei neuen Metrolinien abgeschlossen. Bis 2020 dauern die weiteren Bauarbeiten an den einzelnen Stationen und der Ausbau der mit Tübbingen ausgekleideten Tunnel noch an.

Doha/Katar (ABZ). – 25. September 2016, 10.44 Uhr Ortszeit in Doha, "Hamad" Internationaler Flughafen: unaufhaltsam und präzise durchsticht eine 7-m-Tunnelbohrmaschine die letzte Zielwand der "Red Line South". Es ist der letzte von 76 Durchbrüchen beim gigantischen Meilenstein-Projekt Doha Metro. Die durchbrechende TBM markiert das spektakuläre Finale eines der ambitioniertesten Tunnelbauwerke der Welt. Smart und generalstabsmäßig geplant und höchst professionell dirigiert durch den Bauherrn Qatar Rail bedarf es gerade einmal 26 Monate, um die Hauptstadt Katars mit drei stadtübergreifenden Metrolinien auszustatten: 111 km nagelneue, hochmoderne Metrotunnelsysteme. Wo zuvor nichts war, wachsen in Spitzenzeiten im Untergrund 2,5 km Tunnel pro Woche. Das führt nicht nur ins Guinness-Buch der Rekorde.

"So eine Performance hat die Welt noch nicht gesehen. Was Qatar Rail und unsere Kunden in Doha in lediglich 26 Monaten Bauzeit bei höchsten Performance-, Sicherheits- und Qualitätsstandards vollbracht haben, ist absolute olympische Spitze im modernen Infrastrukturbau", bilanziert der Vorstandsvorsitzende Dr. E.h. Martin Herrenknecht das mit dem finalen Durchbruch des Herrenknecht-EPB-Schildes am 25. September 2016 bravourös abgeschlossene Mega-Vortriebsprojekt Doha Metro. Mit einer feierlichen Abschlusszeremonie zollen hochkarätige politische Gäste wie der katarische Premier- und Innenminister H.E. Sheikh Abdullah bin Nasser bin Khalifa al Thani, der Verkehrsminister von Katar H.E. Jassim Saif Ahmed al Sulaiti sowie der französische, koreanische und japanische Botschafter in Katar dem Durchbruch ihre Hochachtung. Insgesamt rund 200 Gäste, darunter das Top-Management von Qatar Rail sowie die Spitzenvertreter der bauausführenden Joints Ventures, feiern eine einzigartige bau- und ingenieurtechnische Errungenschaft. 111 km unter die Hauptstadt von Katar neu gebohrte und gebaute Tunnelröhren in nur gut zwei Jahren stellen alles in den Schatten, was man im städtischen Metrotunnelbau weltweit erreicht hat.

Vier international aufgestellte Joint Ventures treiben von August 2014 bis September 2016 auf drei Hauptlinien (Red Line, Green Line, Gold Line) insgesamt 21 von Herrenknecht extra dafür designte und ausgestattete Tunnelbohrer konsequent voran. Eine Performance-Darbietung der Superlative. 470 497 einzelne Betonsegmente (sogenannte Tübbinge) werden maschinell zu 70 071 hochqualitativen Tunnelringen zusammengefügt. In Spitzenzeiten fräsen sich gleichzeitig 20 Tunnelbohrer vorwärts, wachsen pro Woche 2,5 km besenreine Metrotunnel unter Doha. Für diese olympiareife Parallel-Performance kommt das Projekt ins Guinness-Buch der Rekorde. Die Anforderungen an die einzelnen TBM sind neben der Geologie, die überwiegend aus Simsima Kalkgestein besteht, komplex – allein aufgrund der dichten urbanen Bebauung. Die Strecken der einzelnen Metrolinien verlaufen unter stark besiedeltem Gebiet, beispielsweise nahe der imposanten Strandpromenade Corniche, unter den Hochhausvierteln von Dohas City sowie den Touristenzentren mit ihren attraktiven Hotelanlagen. Ein setzungsfreier Vortrieb ist daher eine der Kernanforderungen bei der Durchführung.

Die bauausführenden Arbeitsgemeinschaften absolvieren mit innovativer deutscher Vortriebstechnik 76 Streckendurchbrüche, mehr als 40 Mal werden die Maschinen im Eiltempo für den nächsten Abschnitt in Zwischenschächten vorangeschoben – und erneut auf Tempo getrimmt. Bis zu 125 Servicekräfte und Spezialisten von Herrenknecht aus 19 Ländern greifen überall dort zu, wo es Kunden, Maschinentechnik und außerordentliche Ereignisse erfordern.

Um den ehrgeizigen Masterplan und die engmaschigen Terminpläne einzuhalten, sind Menschen und Maschinen rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche auf der Großbaustelle im Einsatz. Neben hervorragender Planung, Expertise und hoher Material- und Maschinenqualität war für Dr. Markus Demmler, Senior Director des Qatar Integrated Railway Project, eine Voraussetzung für den Projekterfolg entscheidend: "Der reibungslose Einsatz von 21 TBM unter einer Metropole wie Doha ist nur möglich, wenn alle involvierten Partner mit 100 % Einsatz dabei sind." Mit pionierhafter Kühnheit und einem Höchstmaß an Teamgeist und operativer Professionalität betreuten alle beteiligten Unternehmen das gigantische Projekt. Zusätzliche Unterstützung lieferte das bei Doha eigens eingerichtete Herrenknecht Service-Kompetenzcenter. Alle Fragen zur Vortriebstechnik, Montage und Demontage, Bereitstellung von Fachpersonal, Vortriebsbegleitung, Ersatz- und Verschleißteilmanagement sowie der Revision und Sanierung der gebrauchten Abbauwerkzeuge fanden hier kompetente und tatkräftige Ansprechpartner.

Das neu entstehende Metrosystem in Doha ist erst der Anfang der Mobilisierung der öffentlichen Verkehrsmittel in Katar. Ob in den urbanen Zentren oder auf dem Land – die Einwohner sollen allerorts mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. "Katars Vision ist es, jeden Winkel des Landes mit öffentlichen Transportmitteln zu verbinden", erklärt Demmler. "Das Doha Metro Projekt repräsentiert das tragende Rückgrat für ein integriertes öffentliches Verkehrssystem", manifestiert Verkehrsminister von Katar H.E. Jassim Saif Ahmed al Sulaiti die substantielle Bedeutung des Metronetzes, dessen erste drei Linien bis 2020 ihre Pforten öffnen sollen. Bis 2026 ist eine umfängliche Erweiterung um 72 zusätzliche Stationen und eine weitere Metrolinie geplant. Die Station Msheireb im Zentrum der Metropole bildet schon heute den Kumulationspunkt des gesamten Systems. Hier laufen alle Linien zusammen, alleine zwölf Durchbrüche endeten an dieser Mammutstation. In alle Richtungen der Stadt vernetzt lassen sich gegenüber einer Fahrt mit dem Auto bald wertvolle Zeit und mehrere Kilogramm umweltschädliche Treibhausgase pro Metrofahrt einsparen. Beschleunigung, Mobilität und Umweltschutz sind die Triebfedern des Mega-Projekts. Die regionale und überregionale Vernetzung bringt alle Einwohner von Katar näher und komfortabel zusammen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 43/2016.

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