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Bauaussichten 2018

Elektroantriebe werden immer wichtiger

Von Alexander Greschner, Vertriebsvorstand der Wacker Neuson Group, München

Bevor ich einen Ausblick auf das Jahr 2018 gebe, möchte ich kurz auf dieses Jahr zurückblicken. 2017 jährte sich die Fusion der Unternehmen Wacker und Neuson zum zehnten Mal. Seit 2007 konnten wir nicht nur unseren Umsatz um über 50 % steigern, sondern sind auch internationaler geworden und haben unser Angebot – mit zusätzlichen Dienstleistungen und Produktinnovationen – noch exakter auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet. Wir konnten also das Potential, das die Fusion mit sich brachte, in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich realisieren und sehen auch für die Zukunft noch viele Möglichkeiten für weiteres Wachstum.

2017 verzeichneten wir eine positive Geschäftsentwicklung in allen Geschäftsfeldern. Für das Gesamtjahr 2017 erwarten wir einen Umsatz am oberen Rand der bisherigen Prognose von 1,45 bis 1,5 Mrd. Euro. Dabei profitieren wir von unseren Anstrengungen der letzten Jahren: Die Verlagerung der Kompaktladerfertigung von Österreich in die USA zeigt nunmehr positive Wirkung und beschert uns gute Umsatzzuwächse im weltgrößten Kompaktladermarkt.

Aber auch Europa hat sich sehr positiv entwickelt und bleibt mit über 1 Mrd. Euro Umsatz die mit Abstand wichtigste Region in unserem Unternehmen. Unsere Investitionen in Innovationen haben uns eine Spitzenposition im Wettbewerbsumfeld verschafft, die wir weiter ausbauen werden.

Auf das kommende Jahr blicken wir mit Optimismus. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, schneller als der Markt zu wachsen und sehen noch viel Potential zur kontinuierlichen Ergebnisverbesserung. Im Vertrieb liegen die Schwerpunkte dabei ganz klar auf weiterem Wachstum in unserem Heimatmarkt Europa, sowie in Nordamerika und China. Diese Märkte bringen ganz unterschiedliche Ausgangssituationen und Anforderungen mit und müssen entsprechend individuell bearbeitet werden.

Mit rd. 70 % unseres Gesamtumsatzes bildet unser Heimatkontinent Europa das Rückgrat des Unternehmens. Hier möchten wir uns ganz gezielt um den nachhaltigen Ausbau und Erhalt der Marktanteile mit unseren Kernprodukten kümmern. Die DACH-Länder spielen dabei für uns eine zentrale Rolle. Wenngleich wir in diesen Märkten bereits heute sehr stark verankert und etabliert sind, sehen wir trotzdem Potential, um weiter zu wachsen.

Zudem widmen wir der Sparte Landwirtschaft große Aufmerksamkeit. Der europäische Markt für Agrarmaschinen erholt sich, die Erwartungen für die meisten europäischen Länder sind weiter positiv. 2017 konnten wir die strategische Allianz mit John Deere für den Vertrieb von allradgelenkten Rad-, Telerad- und Teleskopladern unserer Marke Kramer in die Landwirtschaft schließen, die sehr erfreulich anläuft und uns sicherlich in 2018 und darüber hinaus helfen wird, im Landmaschinenmarkt schneller zu wachsen. Weidemann ist seit Jahrzehnten die Marke für kompakte Lader in der Landwirtschaft und insbesondere für den Hoftrac und die Kompaktteleskoplader bekannt. In vielen europäischen Ländern sind wir mit Weidemann führend und möchten diese Marktposition auch in anderen Märkten erreichen. Dazu gehören neben den europäischen Ländern auch internationale Märkte wie Kanada oder Japan mit unserer Kooperation mit Iseki.

In Nordamerika war die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr positiv, jedoch etwas schwächer als prognostiziert. Wir planen dennoch weiterhin mit einem zweistelligen Wachstum in der Region. Ein wichtiger Faktor für die positive Marktlage in Nordamerika – aber auch in Europa – ist die Geschäftsentwicklung der Vermietunternehmen, die ihr Wachstum mit Investitionen in den Maschinenpark unterstützen. Durch die erfolgreiche Einführung unserer Kompaktladermodelle speziell für den nordamerikanischen Markt, eröffnen sich auch Potenziale für die Vermarktung all unserer weiteren Kompaktmaschinen. Dieses Potenzial wollen wir bewusst heben.

China ist weiterhin eine große Herausforderung. Auch wenn der Markt für Baumaschinen insgesamt rückläufig ist, so zieht der Markt für Kompaktmaschinen – unser Segment – massiv an. Aus diesem Grund konnten wir die Verkäufe unserer Minibagger bereits in 2017 deutlich steigern. Mit dem Bau unseres ersten Produktionswerks in China, genauer in Pinghu, nicht weit von Shanghai entfernt, weiten wir unsere Produktionskapazitäten aus und geben gleichzeitig ein wichtiges Signal an unsere lokalen Kunden und Händler. Die Produkte, die wir am Standort fertigen werden, entsprechen den Anforderungen unserer chinesischen und asiatischen Kunden. Wir starten mit der Fertigung von Kompaktbaggern, weitere Produkte werden folgen.

Natürlich arbeitet unsere Organisation auch kontinuierlich am Ausbau der Marktpositionen in traditionell wichtigen Regionen wie Lateinamerika, Australien und Afrika. Mit Blick auf unsere Neuheiten wird 2018 ein spannendes Jahr. Elektroantriebe werden immer wichtiger. Insbesondere für Vermietunternehmen stellen diese Lösungen eine interessante Ergänzung dar. Die Verkaufszahlen unserer zero-emission-Produkte steigen spürbar. Die Serie umfasst aktuell zwei Akkustampfermodelle, den dual-power-Bagger, einen elektrisch betriebenen Kettendumper und zwei Elektro-Radlader, einen von Wacker Neuson und einen von Kramer.

Unser Ziel ist es, in absehbarer Zeit in jeder unserer Kernproduktgruppen eine echte Alternative als emissionsfreie Lösung anzubieten – schon in Kürze werden wir unser Angebot erweitern. Wir glauben fest daran, dass das Thema alternative Antriebe in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Sei es aufgrund staatlicher Förderungen, sei es, weil der Markt allmählich die großen Vorteile elektrisch betriebener Maschinen erkennt, oder, weil das Thema auch von anderer Seite, beispielsweise der BG-Bau, aufgrund der Vorteile im Umwelt- und Arbeitsschutz gefördert wird.

Die Konzeptstudie "dual view" für Dumper, die wir erstmals auf der bauma 2016 gezeigt haben, steht nun kurz vor der Marktreife und wird 2018 eingeführt. Hier steht ganz klar die Baustellensicherheit im Zentrum der Idee und wir konnten mit viel wertvollem Kundenfeedback ein Produkt fertig entwickeln, das uns schon heute – noch vor Markteinführung – förmlich aus der Hand gerissen wird. Außerdem werden wir im Bereich der Bagger und Radlader im kommenden Jahr einige spannende Neuheiten vorstellen. Die neuen Bagger bewegen sich in der 3,5-t-Klasse, bei den Radladern erweitern wir das Angebot sowohl bei Wacker Neuson als auch bei Kramer ins 10-t-Segment. Weidemann hat kürzlich eine Konzeptstudie zum Thema Automatisierungstechnik vorgestellt: Der "Intelligent Multifunctional Partner" (kurz imp) greift den ursprünglichen Hoftrac-Gedanken auf – den Anwender in seiner Arbeit zu entlasten – und überträgt ihn auf die moderne Arbeitswelt.

Neben Messen wie der Intermat oder GaLabau bietet auch das Wacker Neuson Universe wieder die Gelegenheit, mehr über unsere Neuheiten zu erfahren. Im Juni 2018 wird Wacker Neuson Kunden und Händler aus der Region EMEA dazu einladen, die Marke Wacker Neuson besser kennenzulernen, Produkte zu testen und sich mit Experten auszutauschen. Wir wollen in der Praxis und mit Spaß zeigen, wie wir unseren Kunden den Arbeitsalltag erleichtern.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2018.

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