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Erfolgreiche Dükersanierung

Auf ganzer Länge genau die richtige Wahl

Jürgen Trenz, D&S Rohrsanierung, überwacht den Tränkvorgang im DS CityLiner.

Bad Oldesloe (ABZ). – Trotz widriger Rahmenbedingungen hat alles reibungslos geklappt: In Bad Oldesloe hat die Diringer & Scheidel Rohrsanierung GmbH & Co. KG, Niederlassung Oldenburg, zuletzt einen 25 m langen Düker saniert, der in rund 1,5 m Tiefe unter dem Fluss Beste hindurch von der Brunnen-Straße bis in die Bestor-Straße verläuft.

Dabei sorgte insbesondere der Zustand der alten Stahlleitung DN 300 für Spannung auf der Baustelle. "Den Sanierungsbedarf für das in den 1960er Jahren erstellte Bauwerk haben wir bereits vor zwei Jahren festgestellt", erklärt Telse David, Sachbereich Kanalisation, Stadtwerke Bad Oldesloe. Sein baulicher Zustand ließ jedoch keine belastbaren Aussagen zum Umfang der Schäden zu. "Trotz dieses bautechnischen Hintergrunds haben wir uns für eine grabenlose Sanierung mit einem Schlauchliner entschieden. Ausschlaggebend waren wirtschaftliche Aspekte und die möglichst geringe Belästigung der Anwohner und Geschäfte in der angrenzenden Fußgängerzone ", so David weiter. Eine Entscheidung, die sich bezahlt gemacht hat: Geschützt durch einen gewebeverstärkten PVC-Preliner konnte der vorgesehene Nadelfilzschlauch ohne Probleme in nur 30 Minuten in die Haltung inversiert und danach ausgehärtet werden.

Gemäß den Bestimmungen der Selbstüberwachungsverordnung (SüVO) – sie legt den Mindestumfang der eigenverantwortlichen Überwachungsmaßnahmen für Abwasseranlagen fest – wurden bereits 2018 mehrere Düker im Innenstadtbereich von Bad Oldesloe kontrolliert. "Die Kamerabefahrungen gestalteten sich äußerst schwierig, sodass wir letztendlich nicht den vollen Umfang der Schäden dokumentieren konnten. Auf jeden Fall war der Handlungsbedarf offensichtlich", erinnert sich David. Insbesondere massive Korrosion und Lochfraß hatten den alten Stahlleitungen stark zugesetzt und sorgten unter anderem für starken Wassereintritt. Dementsprechend wurden im Vorfeld verschiedene Alternativen geprüft, die von Neubau und Umleitung bis hin zur Sanierungslösung reichten. "Vor dem Hintergrund der schwierigen örtlichen Gegebenheiten und unter Aspekten von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit stellte eine grabenlose Sanierung die wirtschaftlichste Variante dar", so David weiter.

Insgesamt wurden von der Niederlassung Oldenburg der D&S Rohrsanierung drei Düker und diverse Schachtbauwerke saniert, wobei die Schächte gereinigt und neu beschichtet wurden und die Gerinne eine GFK-Auskleidung erhielten. Die Düker – so auch jener, der von der Brunnen-Straße bis in die Bestor-Straße verläuft – wurden mit dem DS-CityLiner-Verfahren ausgekleidet. "Hierbei wird ein mehrlagiger Nadelfilzschlauch unmittelbar vor dem Einbau in einer mobilen Tränkfabrik vor Ort unter definierten Qualitätsbedingungen mit einem Epoxidharz unter Vakuum getränkt", erklärt der verantwortliche stellvertretende Leiter der D&S-Niederlassung in Oldenburg, Phillip Gerdes. Nach der Tränkung wird der Schlauch mittels Druckluft oder Wasserdruck im Inversionsverfahren in die vorbereitete Haltung eingestülpt. In Bad Oldesloe erfolgte die Installation des Liners über eine Wassersäule. Der Vorteil: Mit einer mobilen Heizanlage wurde das bei der Inversion genutzte Wasser anschließend erwärmt und damit zugleich auch die Aushärtung des Liners initiiert.

"Bevor es soweit war, wurde die alte Stahlleitung einer intensiven Reinigung unterzogen, vor allem um die vielen Fettverkrustungen zu beseitigen", berichtet Dipl.-Ing. Christian Jurthe, Qualitätsbeauftragter der D&S Rohrsanierung. Nach dem Aufbau des Inversionsturms, der eine Wassersäule von rund 9 m ermöglichte, wurde ein gewebeverstärkter PVC-Preliner eingezogen. Dieser war notwendig, um das Altrohr vor weiteren Beschädigungen zu schützen und um den Kontakt des Liners mit dem im Düker vorhandenen Wasser zu verhindern. Der nächste Arbeitsschritt war dann die Vorbereitung des Nadelfilzschlauches in der Nennweite DN 285 und mit einer Wandstärke von 5,5 mm in der CityLiner-Mischanlage. "Dabei handelt es sich um eine mobile Tränkfabrik, deren Komponenten von uns optimal auf das Verfahren abgestimmt wurden", so Gerdes weiter.

Die mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) ausgestattete, vollautomatische Mischanlage arbeitet als geschlossenes System. Harz- und Härtertank verfügen über ein Volumen von etwa 3000 l. Mit Hilfe von leistungsstarken Heiz- beziehungsweise Kühlaggregaten können die Harz- und Härtertemperatur unabhängig von äußeren Einflüssen auf dem für den Mischvorgang notwendigen Niveau gehalten werden. Definierte Harz- und Härtermengen werden über regelbare Förderpumpen zum Zwangsmischer transportiert, unter Luftausschluss zusammengeführt und anschließend in den vakuumierten Filzschlauch eingebracht und auskalibriert. Alle relevanten Daten werden durch vom Systemhersteller integrierte, elektronische Messgeräte permanent dokumentiert und überwacht. Das Ergebnis ist ein Produkt, dessen Standard und Qualität den hohen Anforderungen einer Tränkung im Werk entspricht.

Die Vorteile des bis 45° bogengängigen DS-Cityliners und der mobilen Tränkfabrik haben die Auftraggeber überzeugt: Neben größtmöglicher Flexibilität bei der Inversion sorgt das Verfahren für ein Höchstmaß an Sicherheit. Außerdem treten beim Transport eines nicht getränkten Liners keine logistischen Schwierigkeiten auf. Zudem war nach einem Tag alles vorbei: Nach den entsprechenden Vorbereitungen hat die Inversion des CityLiners gerade einmal 30 Minuten gedauert. Die anschließende Aushärtung dauerte etwa acht Stunden. Dabei wurde die notwendige Aushärtezeit auf Grund des starken Grundwasserandrangs verdoppelt. Durch die Sanierung der Düker mit dem DS-Cityliner konnten die vorhandenen Undichtigkeiten beseitigt und die statische Integrität des Systems wiederhergestellt werden.

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