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Für Baugeräteführer

Seit 150 Jahren Berufsschule Neuburg

Ausbildung und Beruf, Maschineninstandhaltung

Mit schwerem Gerät vor Ort: Angehende Baugeräteführer konnten anlässlich des Festaktes einen Abbruchbagger samt Tieflader der Ettengruber GmbH bewundern.

NEUBURG (ABZ). - Sie ist "die" Berufsschule für Baugeräteführer in Bayern: Nur hier gibt es für diese Ausbildung eine Berufsschule. Gegründet im Jahr 1864, beging sie kürzlich ihr 150-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür. Auch Johann Ettengruber, Vorsitzender des Vorstands sowie des Landesverbandes Bayern im Deutschen Abbruchverbandes (DA), gehörte zu den Gratulanten.

Wie die Bauwirtschaft insgesamt ist auch die Abbruchbranche auf Fachkräfte angewiesen, um den steigenden Anforderungen auf Baustellen gerecht zu werden. Wie bei der Ausbildung zum Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik unterstützt der Deutsche Abbruchverband seine Mitglieder auch beim Baugeräteführer.

DA-Mitglieder können eine Bezuschussung der Ausbildungskosten beantragen. Für den schulischen Teil der Ausbildung zum Baugeräteführer entsenden bayerische Unternehmen ihre Lehrlinge in die Berufsschule nach Neuburg a. d. Donau, einer Bildungseinrichtung mit einer Tradition von mittlerweile eineinhalb Jahrhunderten. Die Firmen Ettengruber GmbH aus Dachau und Konrad Kreppold GmbH aus Odelzhausen haben bereits über mehrere Jahre Erfahrung in der Ausbildung zum Baugeräteführer. Mit der dualen Ausbildung durch die Praxis im Betrieb und die Theorie in der Berufsschule können die Auszubildenden in den verschiedensten Fachbereichen eingesetzt und als Nachwuchskräfte herangezogen werden.

Rückblick: Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Neuburg a. d. Donau, wie es heute korrekterweise heißt, wurde 1864 gegründet, damals als "Gewerbliche Fortbildungsschule" für Knaben. Die Berufsschule passte sich im Laufe der Geschichte immer den Erfordernissen der Zeit an. So wur-den – um nur eine kleine Auswahl an Ereignissen zu nennen – bereits 1873 Mädchen beschult, 1974 die beruflichen Schulen verstaatlicht und 1983 der Neubau an der Monheimer Straße bezogen. Auch heute reagiert die Berufsschule Neuburg auf die veränderten Lebensbedingungen junger Menschen: Im Jahr 2013 wurden erstmals berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge beschult.

Zur Feier in diesem Jahr hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen: Statt vieler Reden gab's eine gelungene Podiumsdiskussion, sehr zur Freude der anwesenden Gäste. Und da man in der Berufsschule in der Monheimer Straße praktisch veranlagt ist, wurde der Festakt zum 150. Geburtstag gestalterisch und technisch von einem der eigenen Schüler konzipiert – und war damit das Gesellenstück der angehenden Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Knapp ein Dutzend verschiedene Baumaschinen für abwechselnde Einsatzbereiche dienten als Blickfang für die gut besuchten Baustellenvorführungen. Die Auszubildenden hatten große Freude, ihr bereits erlerntes Können mit den Baumaschinen unter Beweis zu stellen.

Geleitet wurde die Gesprächsrunde von Radio-Moderatorin Kerstin Schulz. Landrat Roland Weigert zeigte sich auf der Bühne nostalgisch. Vor 30 Jahren war er selbst Schüler in der Berufsschule. Er hatte auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur gemacht und später studiert. "Das hier war die beste Schule in meiner Schullaufbahn", erzählte er.

Ehrengast auf der Veranstaltung war Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Kultusministerium. Er setzte seinen Akzent auf die in seinen Augen zu große Zersplitterung der Ausbildungslandschaft. "Da ist eine Umstrukturierung nötig." Gleichzeitig betonte er aber auch, dass die akademische und die berufliche Ausbildung mindestens gleichwertig seien. "Ein schwacher Bachelor-Absolvent hat weniger Perspektiven als jemand mit einer sehr guten Berufsausbildung", meinte er.

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