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Günstiger Wohnraum im Systembau

Spatenstich für Saga-Konzept

Hamburg (dpa). – Mit einem symbolischen Spatenstich hat die städtische Wohnungsgesellschaft Saga in Hamburg-Farmsen ihr neues Systemhaus-Konzept zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums vorgestellt. Kernpunkt sind standardisierte Bautypen, die schnelleres und kosteneffizientes Bauen ermöglichen sollen. So hat die Saga für 40 verschiedene Systemhäuser im Geschosswohnungsbau und für 17 Reihenhausvarianten sogenannte Typengenehmigungen erhalten. Diese können sowohl im ersten Förderweg – also als Sozialwohnungen – wie auch im frei finanzierten sogenannten "8-Euro-Haus-Segment" realisiert werden. Das Pilotprojekt in der August-Krogmann-Straße umfasst 148 Wohnungen in vier Gebäuden mit einer anfänglichen Netto-Kaltmiete von 6,50 Euro. Hinzu kommen rd. 150 Fahrrad- und 34 Tiefgaragenstellplätze – vorbereitet für eine Nachrüstung mit Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos. Zum Systemhaus-Standard gehören neben Barrierefreiheit Aufzüge und Gründächer. Weitere Projekte mit 1500 neuen Wohnungen in Lurup, Fuhlsbüttel, Wandsbek und Hamm sind bereits in Planung.

"Die Saga ist bundesweit das erste Unternehmen, das mit Typengenehmigungen für bewohnbaren Hochbau operieren kann", sagte Wohnungsbau-Senatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). "Zunehmend sorgen sich auch Menschen mit mittleren Einkommen darum, ob sie sich in Zukunft noch das Wohnen in der Stadt leisten können." Deshalb sei sie froh, "dass wir in Hamburg mit neuen Konzepten und Initiativen weiter zur Sicherung des bezahlbaren Wohnraums beitragen können". Mit den Typengenehmigungen könne die Saga das Systemhaus "im Sinne einer nachhaltigen Quartiersentwicklung variabel im Hinblick auf die städtebauliche Figur und die Fassaden einsetzen", sagte Vorstandssprecher Thomas Krebs. So könnten die Systemhäuser neben verschiedenen Fassaden-Varianten auch mit unterschiedlichen Erdgeschoss-Zonen oder mit einem Staffelgeschoss ausgestattet werden.

"Mit über 1500 neuen Wohnungen kann der Systemhausbau in den kommenden Jahren spürbar zu einer Entlastung auf dem Wohnungsmarkt beitragen", sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Martina Koeppen. Die Typisierungen führten zu beschleunigten Bauvorhaben. Auch ihr FDP-Kollege Jens P. Meyer lobte die Typengenehmigung. "Allerdings ist sie wohl nur etwas für große Unternehmen wie die Saga und weniger interessant für kleine und mittelständische Bauherren." Die übrigen Maßnahmen seien dagegen Mogelpackungen. "Durch weniger Ausstattungsmerkmale sinken die Kosten ebenso wie durch den Verzicht auf einen Keller." Für den Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, hat das Saga-Systemhaus "das Zeug, die Wohnungswirtschaft zu revolutionieren".

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 38/2018.

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