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Historische Fenster mit Langzeitschutz

Denkmalgeschütztes Objekt erhält Facelift

Zum Teil bereits neu, zum Teil noch alt: Einbau der Fenster am Objekt Burggraben 46 in 26506 Norden

Norden (ABZ). – Gut 25 Jahre hat der Schreinermeister Werner Windeler in Fischerhude gebraucht, um seinen Einmannbetrieb in Norddeutschland zu einem modernen Unternehmen mit 16 Mitarbeitern und einer hochmodernen Technik aufzubauen. Die Bautischlerei fertigt heute Fenster, Haustüren, Treppen und Wintergärten und v. a. m. Aufgrund seiner erstklassigen Referenzen erreichen viele Ausschreibungen den Betrieb, denn u. a. wurde dem Unternehmen 2011 in Bremen ein Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege zugesprochen. Im August 2015 versendete die Immobiliengesellschaft der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands SPD über die Architekten Mario Friedrich und Ingo Hemesath die Ausschreibung für den Austausch sowie die Sanierung von Fenster & Türen in einem denkmalgeschützten Gebäude in Norden (Ostfriesland). Auf den beigefügten Fotos war bereits die teilweise fortgeschrittene Zerstörung insbesondere der ortstypischen Blockrahmen-Fenster vorne zur Straße erkennbar, wie z. B. morsche Ecken sowie aufgeplatzte Lacke auf rissigem Holz, das mittlerweile schutzlos der Witterung ausgesetzt war. Der Sanierungstau war augenscheinlich.

Malte von Monkiewitsch: "Nach einem Vororttermin in Norden (Ostfriesland) war ich mir 100 %-ig sicher, dass eine Restaurierung an dieser Stelle keinen Sinn macht. Daraufhin habe ich dem Architekten eine Begründung geschrieben, dass eine Aufarbeitung weder wirtschaftlich noch zufriedenstellend sein würde und ich deshalb das Leistungsverzeichnis in geforderter Form nicht ausfüllen kann. Unser Vorschlag, den ich für alternativlos hielt, war der komplette Austausch der alten Fenster gegen neue, unter Beachtung aller Anforderungen der Baudenkmalpflege".

Bauherr und Architekten folgten dem Rat des Unternehmens und der Auftrag wurde erteilt. Es war die Belohnung für eine klare Positionierung, welche neben dem Aspekt der Dauerhaftigkeit der gewählten Lösung auch die Vorteile aktueller technischer Standards hat. Die 56 Fenster- und fünf Türelemente sollten exakt dem klassischen Erscheinungsbild entsprechen, gleichzeitig aber allen heutigen Anforderungen genügen im Hinblick auf Funktion und Witterungsbeständigkeit und selbstverständlich optimale energetische Eigenschaften aufweisen. Ganz nebenbei war es insgesamt auch die preisgünstigste Variante.

Nach Freilegung der morschen Eckverbindungen zeigten sich die Schäden an den Bestandsfenstern.

Zusammen mit weiteren Sanierungsmaßnahmen erhielt das Gesicht des Gebäudes nun die dringend benötigte Erneuerung und Auffrischung. Als Grundmaterial für die Fensterproduktion werden ausschließlich Dreifach-Lärchenlaminate der Fa. Roggemann verarbeitet. Diese Fensterkanteln garantieren laut Unternehmen hohe Maßhaltigkeit bei optimalem Holzfeuchtegehalt. Beide Eigenschaften sind wichtige Qualitätskriterien, ideal ergänzt durch einen Langzeitschutz gegen Verwitterung mit einem industriellen Remmers-Lacksystem im Vierschichtaufbau.

Remmers hat schon vor Jahren ein Konzept für das langlebige Holzfenster entwickelt. Realisiert durch ein Produkt-, Verfahrens- und Qualitätssicherungs-system, das eine nahezu 100 %-ige Schadensfreiheit bei Holzfenstern erreicht. Das Ergebnis: "die Remmers-System-Garantie (RSG) – zehn Jahre keine Sanierungsanstriche."

Die W. Windeler Tischlerei GmbH ist ein zertifizierter Systempartner und produziert alle Fenster- und Türenelemente aus Holz nach diesen Vorgaben, auch wenn die RSG nicht explizit bei jedem Auftrag in Anspruch genommen wird. Die RSG wird seit knapp zehn Jahren angeboten und werde auch sehr gerne von den Kunden angenommen. In diesem langen Zeitraum sei nicht eine einzige Reklamation von der Windeler GmbH abgewickelt worden. Die versprochene Langlebigkeit kann laut Unternehmen also auch weiterhin mit gutem Gewissen dem Kunden gegenüber vertreten und ausgesprochen werden.

Holger Weha, Leiter Oberflächenbeschichtung: "Wir setzen auf einen vierstufigen Beschichtungsaufbau, damit das Holzfenster im Wettbewerb mit anderen Rahmenmaterialien die Nase vorn behält. Als erstes erfolgt die Einzelteil-Imprägnierung und Holzverfestigung mit Induline SW-900. Sie schützt die Hirnhölzer und Schlitz-/Zapfen-Verbindungen vor eindringender Feuchtigkeit, verfestigt das Holz und egalisiert den Untergrund zur Verhinderung von Flecken bei Lasuraufbauten. Danach erfolgt die Grundierung mit GW-201, die Zwischenbeschichtung mit Induline ZW-400 und die Endbeschichtung mit DW-601-50. Bei diesen industriellen Lackqualitäten ist der Anteil hochwertiger Polyurethan- und Acrylat-Bindemittel besonders hoch. Sie verleihen den Beschichtungen außergewöhnliche Dauerelastizität und die selbstvernetzenden Acrylate der neuesten Generation gewährleisten eine frühe Wasserfestigkeit und Nasshaftung.

Auch heute noch wird das Bild norddeutscher Ortschaften von Ziegelbauten bestimmt. Sie gehören zu dem Gebäudebestand Deutschlands, der unter Denkmal-, Milieu- oder Ensembleschutzes steht. Das gilt auch für das Objekt am Burggraben 46 in 26506 Norden. Es wurde als eines der ersten Verwaltungsgebäude errichtet, das ausschließlich Büros enthielt für den Betrieb einer Krankenkasse. Das Gebäude ist in weiten Teilen noch original erhalten. Seine das Stadtbild prägende Dominanz begründete 1990 die Eintragung als Baudenkmal.

Das Bauvorhaben Fensteraustausch erforderte deshalb zunächst eine denkmalrechtliche Genehmigung, die von den Architekten Mario Friedrich und Ingo Hemesath erfolgreich beantragt wurde. Profilquerschnitte, schmale Profile, historische Beschläge und zahlreiche weitere Detaillösungen wurden in Absprache mit der Behörde abgestimmt. Um die kulturhistorische Bedeutung des Gebäudes zu erhalten, sollten die neuen Fenster des Hauses in Form und Gestaltung möglichst genau den historischen Originalen gleichen. Die Verwendung hierzu passender Profilstärken war deshalb unabdingbar.

Die W. Windeler Tischlerei GmbH setzt bei solchen Bauvorhaben bevorzugt ein spezielles Denkmalschutzprofil ein, das IV 68 Denkmalschutzfenster mit den klassischen Wetterschenkeln auf der Außenseite. Im Bereich des Vorderhauses werden historische Beschläge wie z. B. die Schweriner Fensterstangen verwendet und auch historische Oberlichtbeschläge. Im rückwärtigen Bau hingegen einwärts öffnende Fensterelemente, die mit einem speziellen Zwischengetriebe im Stulpbereich ausgestattet sind. Das hat den Vorteil, dass im Stulpbereich insgesamt 2 cm gewonnen und die gesamte Glasfläche um 4 cm erweitert wird. Das ermöglicht eine Rahmen-Ansichtsbreite des Flügels außen von 34 mm. Zudem wird der Sitz der Griffolive mittig auf eine zusätzliche Schlageleiste ermöglicht, was wiederum dem historischen Bild entspricht. Das ist für die Erfüllung der Vorgaben der Denkmalbehörde sehr wichtig, denn normale Fensterprofile weisen deutlich größere Ansichtsbreiten auf.

Inzwischen ist der Austauch der Fenster neu gegen alt abgeschlossen. Für die Passanten sieht der Klinkerbau auf den ersten Blick genau so aus wie zuvor. Genau so sollte es auch sein, das war das Ziel der Baudenkmalpflege. Alle Beteiligten wissen, dass manch Altes nur bewahrt werden kann, indem es komplett erneuert wird.

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