Anzeige

Historische Schule

Feuchteproblematik wurde gelöst

Das "Rote Schulhaus" lädt zum Lernen ein. Die sanierte Goethe-Grundschule in Eisenhüttenstadt.

Eisenhüttenstadt-Fürstenberg (ABZ). – Immer wieder klagten Lehrer und Schüler im altehrwürdigen "Roten Schulhaus" im zu Eisenhüttenstadt gehörenden historischen Ortsteil Fürstenberg über Kopfschmerzen. Schadhaft gewordenes Stein- und Fugenmaterial war die Ursache dafür, dass es bis in die Innenräume hinein zu gravierenden Feuchteschäden und Schimmelbildung kam. Mithilfe einer neuen Fugen-Ausräumtechnik, der Herstellung von Fugenmörtel-Sonderrezepturen und einer abschließenden Hydrophobierung gelang Heck Wall Systems die Sanierung. Somit ist das einst unbedenkliche und schöne Lernumfeld für Kinder und Lehrer wiederhergestellt. Das 1898 erbaute und 1914 erweiterte zweigeschossige "Rote Schulhaus besteht aus einem zweischichtigen Vollziegelmauerwerk und ist mit Backsteinen in zwei Rottönen verblendet. Im Zuge einiger Sanierungs- und Umbauarbeiten erhielt die Schule u. a. eine neue Dacheindeckung und neue Fenster. Auch wurde eine Fugensanierung vorgenommen. Im Laufe der Jahre zeigte sich jedoch, bedingt durch das Steinmaterial, eine unzureichende Fugenflankenhaftung, so dass wetterbedingte Feuchtigkeit ungehindert in die Innenräume im Erd- und Obergeschoss gelangen konnte. Die Backsteinoberflächen wurden außerdem im Strahlverfahren gereinigt, was zum Verlust der Sinterhaut führte sodass fortan die Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend von der Steinoberfläche ablaufen konnte. Ein qualitativ nicht sehr hochwertiger, stark saugfähiger Hintermauerstein konnte schließlich die eindringende Feuchtigkeit auf ihrem Weg in die Innenräume auch nicht aufhalten. Salzausblühungen auf der Fassade bezeugten ebenfalls die Problematik. Vereinzelt mussten stark angegriffene Steine ersetzt werden. "Ein Feuchtegehalt von 97 % erklärte sehr schnell die Schimmelbildung in den Räumlichkeiten der heutigen Goethe-Schule", erklärt Ulrich-Christian Müller, Sachverständiger der Handwerkskammer Frankfurt/Oder.

Zuerst musste das salzbelastete, feuchte Fugenmaterial aus der 800 m² großen Fassadenfläche entfernt werden. Um dies gründlich und zeitsparend durchzuführen, kam eine Stein- und Fugensäge zum Einsatz, die durch kontrollierte und kraftvolle Sägebewegungen schnell und präzise den schadhaften Fugenmörtel ausräumte, ohne das angrenzende Mauerwerk zu beschädigen. Dies geschah je nach Feuchte- und Versalzungsgrad bis zu einer Tiefe von 60 mm. Wegen der hohen Feuchte- und Salzbelastung im entfernten Fugenmörtel war notwendig, im nächsten Arbeitsschritt mit Rajasil Fugenmörtel HS NA die Fassade an den Stellen vorzufugen, die in einer Tiefe von mehr als 20 mm ausgefräst werden mussten. Rajasil FM HS NA ist ein mineralischer und äußerst sulfatbeständiger Werktrockenmörtel, der sich besonders durch sein großes Kapillarvolumen auszeichnet und daher fähig ist, größere Mengen an Salzen aufzunehmen, die dann nicht mehr an die Oberfläche gelangen können. Der Fugenmörtel wurde manuell verarbeitet und nach kurzer Standzeit aufgeraut, um eine bessere Haftung für den dann folgenden, spritzfähigen Fugenmörtel Rajasil FM SPF zu schaffen. Mittels einer speziellen Spritzmaschine wurde dieser dann ein- bis zweilagig in einer Dicke von 20 mm pro Lage in die Fugen eingebracht, so dass nun die gesamte Fugentiefe wieder verfüllt war.

Die Entscheidung für diesen spritzfähigen Fugenmörtel ersparte viel Arbeitszeit und wirkte sich äußerst positiv auf die Fugenflankenhaftung aus. Auch auf die starken Schwankungen hinsichtlich Temperaturen und Luftfeuchtigkeit zu Herbstbeginn war man vorbereitet, die Zeitvorgaben konnten eingehalten werden: "Wir haben hierfür eine Fugenmörtel-Sonderrezeptur entwickelt. Diese beinhaltet Zusätze, die es gerade auch bei ungünstigeren und unbeständigen Witterungsverhältnissen eine durchgehend maschinelle Verarbeitung der spritzfähigen Rajasil Fugenmörtel ermöglichten – ohne dessen positiven Eigenschaften, wie lange Resistenz gegenüber Feuchte- und Salzbelastung oder die extrem gute Fugenflankenhaftung zu beeinträchtigen", erklärt der Rajasil-Bauberater Frank Eulenstein von Heck Wall Systems. Die so verfüllten Fugen wurden schließlich mit dem Fugeisen abgezogen und an der Oberfläche "aufgerissen", um die ursprüngliche Optik wiederherzustellen. Die Fugenfarbe wurde nach Befund durch den Sachverständigen Ulrich-Christian Müller festgelegt und freigegeben. Es handelt sich um einen Sonderfarbton, der sowohl mit den Klinkern in roter wie auch gelblicher Farbe harmoniert und für optische Vielfalt sorgt.

Um auch die teilweise angegriffene Klinkeroberfläche zukünftig vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, fand im letzten Arbeitsschritt eine Hydrophobierung der Fassadenflächen mit Rajasil NIG statt. Rajasil NIG ist ein lösemittelfreies, hydrophobierend wirkendes Injektions-, Grundierungs- und Imprägnierungsmittel auf Silikonbasis. Man wartete damit bis zum Frühjahr 2017, denn nur trockene Steinoberflächen bieten offene Poren und sind damit dankbare Abnehmer für Imprägnierungsmittel. Rajasil NIG verhindert kapillaren Wassertransport und minimiert die kapillare Wasseraufnahme, ist hoch alkalibeständig, verfügt über sehr gutes Eindringvermögen und bietet schnelle Schlagregensicherheit.

ABZ-Stellenmarkt

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=187++336&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 38/2018.

Anzeige

Weitere Artikel