Anzeige

Im Einklang mit dem Bestand

Nachhaltige Fassadenlösungen gewählt

Im Einklang mit dem Bestand – Alumnat in Dresden: Der Neubau passt sich in Materialwahl, Proportion und Fassadengliederung dem historischen Bestand an. Über eine Brücke aus einer Stahl-Glas-Konstruktion sind beide Baukörper miteinander verbunden.

Dresden/Düsseldorf (ABZ). – Das Thema Bauen im Bestand beinhaltet eine große Bandbreite an unterschiedlichen Herangehensweisen. Im Sinne von werterhaltenden und wertsteigernden Maßnahmen umfasst es Instandsetzungen und Instandhaltungen ebenso wie Modernisierungen, Um- oder Anbauten. Für den Erhalt spricht nicht nur die baukulturelle Bedeutung und die lokale Identität, sondern auch die Weiternutzung der vorhandenen Infrastruktur.

Zwei ganz unterschiedliche Beispiele von möglichen Erweiterungen sind das Alumnat in Dresden und der Arcadia Park in Düsseldorf. Ihr gemeinsamer Nenner ist eine Keramikfassade in hellen Terrakottatönen von Moeding. Die positiven Eigenschaften des Ziegelmaterials, sowie die Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit einer Keramikfassade ergeben laut Herstellerangaben zahlreiche Vorteile. Eine entscheidende Rolle spiele auch die Vielfalt an gestalterischen Möglichkeiten, um Form und Funktion des Neubaus in Einklang mit dem Bestand zu bringen.

Wie elegant sich eine hinterlüftete Keramikfassade von Moeding in eine gewachsene Baulandschaft aus umliegenden Gründerzeitvillen integrieren lässt, zeige das Alumnat – ein mit der Lehranstalt verbundenes Schülerwohnheim auf dem Campus des Evangelischen Kreuzgymnasiums in Dresden-Striesen. Vor mehr als 600 Jahren gegründet, zählt der hier beheimatete Kreuzchor zu den ältesten Knabenchören Deutschlands und sogar Europas. Bisher wohnten nur 90 der etwa 130 Schüler im Altbau.

Um zukünftig alle Kruzianer auf dem Campus unterbringen zu können, erweiterte das Architekturbüro Meyer-Bassin und Partner das historische Alumnat deshalb mit einem viergeschossigen Neubau.

Nach knapp zweijähriger Bauzeit konnten zum Schuljahr 2019/2020 neben 44 neuen Plätzen auch vier Gemeinschaftsräume und ein großzügiger, barrierefreier Eingangsbereich fertiggestellt werden. Die Architekten legten dabei großen Wert auf einen sorgsamen Umgang mit dem bestehenden Ensemble und wählten hierfür cremefarbene Longoton-Platten. "Das Besondere an Moeding Keramik", so Architekt Benjamin Bäurle "ist die Möglichkeit, durch die Herstellung eigener Mundstücke und durch Bemusterungen, Einfluss auf die Gestalt nehmen zu können. Auf diese Weise entstanden die Reliefierungen in den Bänderungen, die wunderschön den Charakter der Sandsteinplatten und Vertäfelungen des Bestands aufnehmen".

Im Einklang mit dem Bestand – Arcadia Parc in Düsseldorf: Nur an einem minimalen Versatz der Keramikplatten lässt sich das Neue vom Alten unterscheiden. Plattenformat und -farbe konnten nahezu identisch reproduziert werden.

Hervorzuheben sind darüber hinaus auch die Deckenuntersichten, die ebenfalls vollständig mit Ziegelplatten verkleidet wurden. Für farbliche Akzente sorgt ein dunkler Grauton an Fenster, Türen und im Sockelbereich. Ausgehend von der kleinsten Einheit der Zimmer, wählten die Architekten für die Keramikplatten ein Format von bis zu 760 x 2100 mm, um zwischen den Fenstern eine ruhige Fassadengliederung zu erzeugen.

Als zeitgemäße Interpretation greift der neue Baukörper zwar die Typologie des Altbaus mit entsprechenden Materialien und Farbtönen auf, hält jedoch durch seine zurückhaltende Gestaltung und durch die verbindende Brücke einen angemessenen Abstand zum Bestandsgebäude. Mit dem Sprichwort "Du siehst nur, was du weißt!" beschreibt Moeding-Fachberater Achim Brunne das kürzlich fertiggestellte Bauprojekt Arcadia Stern in Düsseldorf-Rath und trifft es damit ziemlich genau auf den Punkt. Denn bei dem Baukörper handelt es sich ebenfalls um eine Erweiterung des Bestandsgebäudes. Aufgrund identischer Fassadengestaltung ist sie jedoch lückenlos und nahezu unsichtbar mit dem bisherigen Bestand verbunden. Im Düsseldorfer Nordosten, in unmittelbarer Nähe zum Aaper Stadtwald realisierte die Brune Immobilien Gruppe bereits vor fast 20 Jahren den ersten Bauabschnitt des achtgeschossigen Bürokomplexes unter dem Namen Arcadia Parc. Der Projektentwickler, der auch die Schadow Arkaden und die Kö-Galerie plante und baute, möchte den rund 11 000 m² großen Neubau als nachhaltiges Gebäude verstanden wissen.

Einen großen Anteil übernimmt dabei die vorgehängte, hinterlüftete Keramikfassade, die auch vor 20 Jahren von Moeding geliefert wurde. Zum Einsatz kamen analog zum Bestandsgebäude überwiegend hellgraue Alphaton-Platten im Format 200 x 430 mm, die mithilfe des Moeding-Rapid-System montiert wurden. Dieses besteht aus vertikalen Tragprofilen, die spezielle Plattenhalter an jeder Stelle aufnehmen können und somit die Reihenfolge der Montage flexibel halten. Für den fließenden Übergang an der Fassade konnten so Fassadenplatten des Bestandsgebäude unkompliziert entnommen werden, um schließlich die Farbe für die aktuelle Produktion 1:1 nachzuempfinden. Diese Projekt zeigt deutlich die Langlebigkeit von Keramikfassaden hinsichtlich Form und Farbe. Denn der Anbau geht optisch nahtlos in den bestehenden Bau über. So lässt 20 Jahre später nur ein kleiner Versatz noch das Neue von heute erkennen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2021.

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de
Anzeige

Weitere Artikel