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Klimaschutz

"Ritterschlag" aus Berlin fürs Weserbergland

Baupolitik, Klimawandel

Freuten sich über den "Ritterschlag": Geschäftsführer Tobias Timm, Tjark Bartels, Landrat Hameln-Pyrmont, Jörg Farr, Landrat des Landkreises Schaumburg, und Hort Roch, Klimaschutzmanager des LK Schaumburg (v. l. n. r.).

Hameln (ABZ). – Ritterschlag aus Berlin fürs Weserbergland: Das Bundesumweltministerium hat die drei Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg zur Masterplan-Kommune erklärt. Damit fließen 775 000 Euro Fördermittel für den Klimaschutz in die Region. Und das Landkreis-Bündnis zählt künftig bundesweit zu den lediglich 22 ausgesuchten Kommunen, die in Sachen "CO2-Neutralität und Energiesparkurs" eine Vorreiterrolle einnehmen und diese zukünftig weiter ausbauen wollen.

Die Klimaschutzagentur Weserbergland hat gemeinsam mit den drei Landkreisen das anspruchsvolle, zweistufi-ge Bewerbungsverfahren bewältigt und konnte nun die gute Nachricht aus der Bundeshauptstadt entgegennehmen. "In den vergangenen Jahren hat sich im Weserbergland in Sachen Klimaschutz unheimlich viel getan. Sicherlich gaben auch die vorbildlichen und innovativen Aktivitäten der Klimaschutzagentur einen Ausschlag, um unsere Region als eine der engagierten Masterplan-Kommunen auszuwählen", meint Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland. Ein Beispiel in Sachen Klimaschutz-Aktionen seien die Beratungsoffensiven der neutralen Beratungsinstanz rund um energetische Sanierung. Mit den Erfolgs-Beratungskampagnen "Mach der Haus fit!", "Solar-Checks" und "Heizungsvisite" unterstützt das Kompetenzteam schon die von der Politik geforderte Motivation zur Altbauten-Sanierung. In diesem Zusammenhang nennt der Geschäftsführer auch Erfolgszahlen: Die Agentur habe in den Jahren 2011 bis September 2015 insgesamt ca. 8000 kostenlose und neutrale energetische Beratungen durchgeführt. "Daraus haben sich rund 2000 Detailberatungen ergeben, die zumeist vor Ort stattfanden." Ein weiteres Fazit auf Basis der von dem neutralen Institut I.Q. in Hannover durchgeführten Evaluation: "Die Umsetzungsquote im Rahmen der empfohlenen energetischen Modernisierungen liegt bei 86 % maximal nach zwei Jahren der Beratung." Das seien et-wa 1700 umgesetzte klima- und um-weltfreundliche Sanierungsleistungen. Durchschnittlich würden je umgesetzter Maßnahme ca. 22 000 Euro investiert. "In Summe haben wir regional Investitionen von ungefähr 36 Mio. Euro ausgelöst", betont Timm. Nach den evaluierten Ergebnissen würde die Heizenergieeinsparung etwa 13 Mio. kWh jährlich betragen. Daraus ergebe sich eine CO2-Einsparung von 3 Mio. kg per anno. Berücksichtige man die gesamte Dauer der Haltbarkeit der energetischen Leistung mit durchschnittlich 30 Jahren, resultiere daraus eine CO2-Einsparung von 93 000 t.

Für das Pilotprojekt heißt es nun: im ersten Jahr ein Konzept zu erarbeiten, wie bis 2050 95 % der Treibhausgasemissionen und 50 % Endenergie im Vergleich zu 1990 eingespart werden können. Bereits ab 2017 kann dieses dann in die Umsetzung gehen.

Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt, das vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2020 läuft. Laut Timm soll das gesamte Weserbergland in die Planung einbezogen werden: Verwaltungen, Vereine, Verbände, die Wirtschaft und nicht zuletzt die große Öffentlichkeit. "Nur gemeinsam können wir die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen." Und darum sollten auch in den ersten zwölf Monaten der Pilotphase zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und AGs dazu dienen, Ideen zu sammeln und zu bündeln für den Umsetzungsprozess in den drei Folgejahren. Beim Tag der Umwelt am 18. September im Bürgergarten in Hameln wird es bspw. einen eigenen Informationsstand dazu geben.

"Ein Masterplan-Prozess soll die Grundlage werden, um einen Austausch zwischen den einzelnen Kommunen der Landkreise zu klimaschutzrelevanten Themen aufzubauen und das jeweilige Know-how zu nutzen", erklärt Timm. Ein Akteursforum "Kommunaler Klimaschutz" werde dazu im übertragenen Sinne ein Schaufenster der guten Beispiele zusammenstellen. Gerade für ländliche Regionen sei die Offensive als Masterplan-Kommune ein wichtiger Aspekt, um die Attraktivität und Lebensqualität zu erhöhen.

Aber auch für die Bereiche Energieversorgung, Raum und Mobilität, Gebäudeenergieeffizienz, Wirtschaft, regionale Wirtschaftskreisläufe/Abfallwirtschaft und klimaneutraler Alltag müssten eigene Strategiegruppen mit geladenen Experten gegründet werden. Die Ergebnisse aus dem Arbeitsprozess der Strategiegruppen sollten eine Grundlage für die Entwicklung bzw. Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Weserbergland in den kommenden Dekaden darstellen. Diese beschreibe schließlich eine Vision für 2050, definiere Maßnahmen und erläutere die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen.

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