Ökologische Gründungen mit Schaumglas

Nachhaltig bauen beginnt unter der Bodenplatte

Unter der Bodenplatte reduziert Schaumglasschotter Wärmeverluste in den Boden. In Verbindung mit Randdämmsteinen aus Schaumglasplatten entsteht so eine kapillarbrechende Schüttung ohne seitlichen Feuchteeintrag mit konstantem Dämmwert.

Waldsassen (ABZ). – Dass in Waldsassen nicht auf Sand gebaut wird, hat Tradition. Seit der Klostergründung vor fast 900 Jahren zählen die Zisterzienserinnen der Abtei auf Natürlichkeit und Beständigkeit auch bei der Wahl des richtigen Baustoffs. "Während es in früheren Jahrhunderten um die Erschließung und Bewirtschaftung von Landschaften in Verbindung mit dem Heilsdienst (Ora et labora) ging, liegen in unserer Zeit die Aufgaben in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Im ehemaligen Klostergarten betreibt das Kloster einen Naturerlebnisgarten unter Leitung der Stiftungsratsvorsitzenden Äbtissin Laetitia Fech. Durch die Erfahrung der Natur und ihrer Schönheit soll das Umweltbewusstsein gefördert werden. Ökologie ist Konzept. Und das von Anfang an. So steht bspw. der Informationspavillon auf einem Unterbau aus Glapor Schaumglas – einem absolut ökologischen Material. Technisch gesehen kommt der innovative Baustoff natürlich seinen Aufgaben nach: Unter der Bodenplatte reduziert Schaumglasschotter Wärmeverluste in den Boden. In Verbindung mit Randdämmsteinen aus Schaumglasplatten entsteht so eine kapillarbrechende Schüttung ohne seitlichen Feuchteeintrag mit konstantem Dämmwert.

Mit Schaumglasprodukten zu dämmen ist eine ökonomisch und ökologisch sinn- und wertvolle Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen. Im Zuge erhöhter Anforderungen auf dem Dämmstoffmarkt und unter dem immer wichtiger werdenden Aspekt der Schonung natürlicher Ressourcen erfahren Baustoffe aus Schaumglas eine stark wachsende Akzeptanz. Alle Glapor Schaumglasprodukte werden zu 100 % aus Altglas gewonnen: Glasscherben bilden fein gemahlen den Rohstoff. Das Upcycling-Verfahren veredelt diesen zu einem neuen innovativen Baustoff. Auf einen weiteren, bisher kaum hervorgehobenen, ökologischen Aspekt verweist Stefan Werner, verantwortlicher Vertriebsmitarbeiter bei Glapor: "Es handelt sich um einen geschlossenen, ja sich wiederholenden Kreislauf. Als hochwertigen Leicht- und Dämmbaustoff gliedern wir unsere Schaumglasprodukte in den Materialkreislauf wieder ein. Schaumglas erfüllt somit die gestiegenen Ansprüche an die Energetik von Gebäuden und bietet einen hohen Kosten-Nutzen-Effekt. Schließlich lassen sich Schaumglasprodukte erneut recyceln."

Mit seiner Produktpalette von Schaumglasschotter, einem Randdämmsystem aus Schaumglas sowie vielfältig einsetzbaren Schaumglasplatten bietet Glapor die Lösung für unterschiedlichste Dämmsituationen. So wurde auf der Pavillon-Baustelle der per Big Bags angelieferte Schaumglasschotter direkt in die bereits mit Randdämmsteinen abgegrenzte und mit Geotextilvlies ausgelegte Baugrube eingebracht. Nach der gleichmäßigen Verteilung des losen Materials wurde es mit einer leichten Rüttelplatte bis zur gewünschten Endstärke verdichtet. Das Glapor Dämmsystem wurde speziell für die fundamentlose Bodenplatte mit Frostschutzschürze und Drainage entwickelt. Die Randdämmsteine machen durch die Verzahnung und Passgenauigkeit eine zusätzliche Schalung und Abspreizung überflüssig. Stützenfrei wird eine saubere Umfassung des Schotterbetts erzielt, die gleichzeitig einen effizienten Materialeinsatz garantiert – kein Schotterkorn geht außerhalb der Gründungsplatte verloren.

Neben der Hauptanwendung wurde der errichtete Sockel für den Holzpavillon aus Schaumglasplatten gefertigt. Somit garantiert er eine homogene wärmebrückenfreie Dämmung. Auch die hier notwendigen Drainagen wurden mit Schaumglasschotter erstellt.

Bedingt durch das geringe Eigengewicht und die einfache Verarbeitungsweise, wurde beim Einbau der Pavillongründung kein schweres Gerät benötigt. Gleichzeitig blieb das Arbeitsumfeld stets frei zugänglich und sauber. Bei der Errichtung des Naturerlebnisgartens Aspekte von besonderer Bedeutung, weil im Hinblick auf die zukünftige Bestimmung unnötige Bodenbelastungen während des Baus zu vermeiden waren. Ganz im Sinne der Äbtissin, der als Initiatorin der Stiftung die Ökologie besonders am Herzen liegt. Schon bei der Errichtung einer neuen Sporthalle für die dem Kloster angegliederte Mädchenrealschule war es das Konzept, das beeindruckte. Der Ort ist "dem ganzheitlichen Sein und Wirken" der Schülerinnen gewidmet. Auch dieser Bau wurde mit einer Schaumglasschottergründung unter der Bodenplatte realisiert.

Punkten kann der umweltfreundliche Baustoff bei beiden Projekten auch mit der Regionalität, ist doch das Unternehmen Glapor im benachbarten Mitterteich angesiedelt. Stefan Werner bringt es auf den Punkt: "Auch wenn wir weit über die Grenzen Deutschlands hinaus aktiv sind, freuen wir uns ganz besonders, wenn unsere Schaumglasprodukte in der Region zum Einsatz kommen und wir so Präsenz zeigen können." Selbst wenn die Vorzeige-Produkte unsichtbar sind, weil sie ja nahezu immer überbaut werden. Doch bildlich gesprochen tragen sie die Bauwerke auf unsichtbaren Flügeln.

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