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Rastanlage Kassel Ost um 45000 m² erweitert

Für Parkplätze in Fischgrätmuster sämtliche Einbauvarianten genutzt

Die Rastanlage ist um 500 Stellplätze erweitert worden.

Kassel (ABZ). – Hessen hat am Verkehrsknotenpunkt Kassel die bestehende Rastanlage auf mehr als 500 Stellplätze für Pkw, Lkw und Busse erweitert. Bei Material und Bauweise setzt das Land nach eigenen Angaben auf Nachhaltigkeit. Fahrbahndecke, Parkplätze und Kreisverkehre sind deshalb aus Beton. Für Autofahrer ist diese Statistik zum Haare raufen: Jahr für Jahr steigt die Zahl der Lkw auf bundesdeutschen Straßen. Waren dort im Jahr 2009 noch knapp mehr als 2 Mio. Lkw unterwegs, sind es laut Kraftfahrt-Bundesamtes inzwischen mehr als 3 Mio. – Tendenz weiter steigend. Da die Lkw-Fahrer auch Lenkzeiten einhalten müssen, benötigen sie Stellplätze. Diese fehlen aber meist. Die vorhandenen Park- und Rastplätze platzen aus allen Nähten, besonders an den Autobahnen rund um die Metropolen sowie entlang der stark befahrenen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen. Das bringt die Länder in Zugzwang. Hessen geht mit gutem Beispiel voran. Im Rahmen des Um- und Neubaus der Rastanlage Kassel Ost, hat das Land dort in den vergangenen beiden Jahren mehr als 500 Stellplätze geschaffen – vor allem für Lkw und Busse. Seit September 2018 sind die Baumaßnahmen abgeschlossen; Rasthof und Parkplätze können nun von beiden Seiten der A 7 direkt angefahren werden.

Gerade für den Schwerverkehr sind die rd. 180 Lkw-Stellplätze, 13 Busstellplätze, zwei Kreisverkehre und eine Buswendeschleife eine Entlastung. In Summe umfasst die Fläche ca. 45 000 m², das entspricht einer Größe von zehn Fußballfeldern. Insgesamt wurden rd. 14 000 m³ Beton mit einem Gleitschalungsfertiger eingebaut. Angesichts dieser großen Menge entschied sich das verantwortliche Bauunternehmen Schnorpfeil, direkt vor Ort eine mobile Mischanlage aufzustellen. "Dadurch waren wir unabhängig vom Verkehr und konnten die Baustelle rasch und jederzeit mit der exakt benötigten Menge beliefern", erklärt Stephan Schmitt, Bauleiter der Heinz Schnorpfeil GmbH. Aufgrund der plastischen Konsistenz ließ sich der Baustoff dem Bauunternehmen zufolge bequem mit Stahlmulden transportieren; diese kippten den Beton direkt vor den Gleitschalungsfertiger.

Wegen der zahlreichen radialen Geometrien der Anschlussbereiche wurde u. a. der Walzenfertiger als Einbauvariante genutzt.

Neben der Größe der Fläche war laut Schmitt auch deren besondere Geometrie eine Herausforderung. "Beim Betonieren einer Fahrbahn ist das kein Problem; da besteht immer die gleiche Breite und ein festes Fugenraster. Das geht vergleichsweise schnell. In unserem Fall war das anders", räumt Schmitt ein. Bspw. seien die Parkplätze im Fischgrätmuster angelegt. Deshalb und wegen der zahlreichen radialen Geometrien seien die Anschlussbereiche nie gerade wie bei herkömmlichen Fahrbahnsegmenten. "Dadurch mussten wir sämtliche Einbauvarianten nutzen", ergänzt Schmitt. Für eine dieser Varianten konnte Schnorpfeil auch Walzenfertiger einsetzen.

Die Fahrbahnen sind laut Bauunternehmen Schnorpfeil klassisch aufgebaut. So liegt auf einer 10 cm starken Asphalttragschicht die 26 cm starke Betondecke auf. Dieser Aufbau wurde auch in den Kreisverkehren gewählt, wo Schub-, Radial- und Bremskräfte sich normalerweise besonders auswirken. "Allerdings sind die Radien mit einem Innenradius von 15 und einer Fahrbahnbreite von 11m so großzügig ausgelegt, dass die Stabilität des Untergrunds auch ohne zusätzliche Verstärkung sichergestellt ist", erklärt Schmitt. Stabilität und Sicherheit waren auch die schlagenden Argumente als es um den Bau der hochbeanspruchten Bereiche rund um die Lkw-Parkplätzen ging. "Hier konnten wir die Verantwortlichen von Hessen Mobil davon überzeugen, alle Borde und Rinnen ähnlich wie die Flächen mit dem Gleitschalungsfertiger einzubauen", erklärt Schmitt. Der Vorteil laut dem Unternehmen ist, dass durch die monolithische Bauweise die Anlage viel stabiler und dauerhafter ist, als sie bei einer herkömmlichen Bauweise mittels Bordsteinen und Rückstütze bzw. Muldensteinen wäre. Überhaupt sei beim Bau von Stellflächen und Kreisverkehren die Betonbauweise eine echte Option, meint Christoph Schemmann, Beratung & Vertrieb Vertriebsregion Nord. Das sei besonders im Hinblick auf den zunehmenden Schwerlastverkehr interessant: "Wenn Lkw und Busse nämlich in den Kurvenbereich einfahren, wirken große Schub- und Querkräfte an immer gleicher Stelle. Besonders im Sommer kommt es daher leicht zu Spurrinnen und Verdrückungen der Asphaltdecken, sodass dann bereits nach wenigen Jahren eine Sanierung erforderlich wird", betont Schemmann. Bei Beton hingegen sei, so der Vertriebsexperte, die Nutzungsdauer mit über 30 Jahren viel länger und der Unterhaltungsaufwand wesentlich geringer. "Diese Vorteile für die Betonbauweise sollten Straßenbauverantwortliche stets ins Kalkül ziehen", ergänzt Schemmann. Bedarf an Stellflächen gibt es landauf-landab allemal. Es ist sogar zu befürchten, dass es nie genug Stellplätze geben wird, da die "Brummiflotte" stets schneller wächst als neuer Platz geschaffen wird.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 03/2019.

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