Voller Erfolg

Fachtagung Abbruch erreichte neue Bestmarken

Andreas Pocha (M.), Geschäftsführer des Deutschen Abbruchverbandes, und Johann Ettengruber (r.), Vorstandsvorsitzender des Deutschen Abbruchverbandes, freuten sich darüber, dass mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (l.) erstmals ein Vertreter der Bundespolitik einen Vortrag hielt.

Berlin (ABZ). – Die 23. Fachtagung Abbruch, die jetzt in Berlin stattgefunden hat, war ein voller Erfolg für den Veranstalter, den Deutschen Abbruchverband (DA), wie auch für die Tagungsteilnehmer und Aussteller. Mit über 900 Teilnehmern und insgesamt 115 Ausstellern konnten neue Bestmarken erreicht werden, wie Andreas Pocha, Geschäftsführer des DA in seiner Eröffnung verkündete. Ebenso waren 75 Teilnehmer aus 15 Ländern gekommen, was einmal mehr unterstrich, dass die internationale Bedeutung der Fachtagung stetig zunimmt. Alle Teilnehmer lobten während der Fachtagung das neue Tagungshotel, was ausreichend Platz bot für die stetig wachsende Veranstaltung. Auch zu dem kompakten und fachlich sehr vielfältigen Tagungsprogramm mit angrenzender Fachausstellung, die den interessierten Fachbesuchern eine breite Produktpalette zeigte, äußerten sich die Tagungsteilnehmer sehr positiv. Dass die Wahrnehmung der Fachtagung eine neue Ebene erreicht hat, ließ sich auch daran ablesen, dass mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, erstmals ein Vertreter der Bundespolitik einen Vortrag hielt. Sein Thema "Potential im Brückenabbruch durch bundesweiten Sanierungsbedarf", stieß auf großes Interesse.

Ferlemann berichtete, dass in der aktuellen Finanzplanung für die Jahre 2017 bis 2020 im Brückenmodernisierungsprogramm Haushaltsansätze in Höhe von insgesamt rd. 2,9 Mrd. Euro vorgesehen sind. Dabei gälte die Devise: "Jede Ertüchtigungsmaßnahme einer Brücke, die Baurecht erhält, wird finanziert werden." Da im Rahmen der Brückenmodernisierung viele Brücken aus technischen oder wirtschaftlichen Erwägungen heraus durch einen Ersatzneubau ersetzt werden müssten und dabei im bebauten Umfeld gearbeitet würde, gäbe es hier für die Abbruchunternehmen großes Potenzial, da diese Projekte zwangsläufig mit einem Rückbau bzw. Abbruch des abgängigen Vorgängerbauwerks verbunden seien. Aufgrund des immensen Ertüchtigungsbedarfs seien hierbei innovative Abbruchmethoden und Konzepte gefragt, die sicher und schnell seien und den Verkehr möglichst wenig beeinträchtigen würden.

Die weiteren Vorträge der Fachtagung deckten das breite Themenspektrum der Arbeitsfelder der Abbruchbranche ab. So sprach Dieter Rosen vom Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie über "Recycling und Verwertung von Dach-und Mauerziegel".

Dabei machte er deutlich, dass die Verwertung keramischer Abfälle in der Praxis bereits weitgehend etabliert ist und ihr Einsatz vielfältig. Ziegelanteile imRecycling-Gemisch eignen sich zur Verwendung in Trag- und Frostschutzschichten im Straßenbau. Ziegelbruch wiederum wäre besonders gut geeignet für die Anwendung im Vegetationsbau und als Baum-, Pflanz-und Dachsubstrat und aus Ziegelsand würden die obersten Spielbeläge im Sport-und Tennisplatzbau hergestellt.

Über das "Abwracken der Concordia im Hafen Genuas" informierte H. Omini von der Fa. F.IIi Omini in Mailand. Dieses Großprojekt wurde in zwei Stufen durchgeführt mit einer Gesamtabbruchzeit von 19 Monaten. Dabei wurden insgesamt45 000 t Metall bewegt. Neben der sehr anspruchsvollen technischen Aufgabe war dies gerade unter Sicherheitsaspekten ein Mammutprojekt.

Alle Teilnehmer lobten während der Fachtagung das neue Tagungshotel, was ausreichend Platz für die Veranstaltung bot.

Walter Hiltpolt von der Firma Carbotech aus der Schweiz berichtete über "Asbest – Erfahrungen aus der Schweiz". Besonders müsse man bei Schadstoffsanierungen beachten, dass eine Sanierung, wie jegliche Tätigkeit, auch mit Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt verbunden wäre, z. B. durch Transporte, Energiebereitstellung, Herstellung und Entsorgung von Hilfsstoffen etc. und dass diese Belastungen meist nicht am Ort der Sanierung anfielen. Notwendig wäre daher die Betrachtung des gesamten Lebensweges. Im wahrsten Sinne des Wortes explosiv ging es beim gemeinsamen Vortrag der Mitgliederdes Fachausschusses Sprengtechnik des Deutschen Abbruchverbandes zu. Sie wiesen daraufhin, dass das Sprengen sich für fast alle Bauwerke und Bauwerksteile im Abbruch eignet. Gerade in technologischer Sicht hätten sich die Zünd- und Sicherungsverfahren enorm verbessert und würden zu wesentlich weniger unerwünschten, aber völlig beherrschbaren Nebenwirkungen führen. Sprengen wäre wirtschaftlich, sicher und zeitgemäß.

Der "Abbruch des Opel-Werks I in Bochum", wurde von Andreas Stolle von der Firma Reinwald stellvertretend für alle sechs daran in einer Arge beteiligten Firmen, Freimuth Abbruch und Recycling GmbH, Moß Abbruch-Erdbau-Recycling GmbH & Co. KG, Prangenberg & Zaum GmbH, Heinrich-Walter-Bau GmbH, Kafril Abbruch GmbH und Reinwald GmbH, vorgestellt. Da die Aufgabenstellung lautete, den Abbruch von vier benannten Rückbaubereichen zur Reaktivierung des Geländes als Industrie-und Gewerbestandort in einer Bauzeit von elf Monaten zu realisieren, ließ sich dies nur in einer Arge bewältigen. Auf insgesamt 20 ha Geländefläche galt es 3,7 Mio. m³ umbauten Raum abzubrechen, was mit großem Erfolg gelang. Beim anschließenden Dialogabend, der erstmalig in der "Station Berlin", einem ehemaligen Postbahnhof stattfand, wurde noch bis spät abends über die Branche und die frischen Eindrücke der gelungenen Fachtagung gesprochen. Die beeindruckende Kulisse dieses Industriedenkmals tat ihr Übriges, die gute Stimmung zu verstärken.

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