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Wienerberger kritisiert Bayern

Parteinahme zugunsten Holzbauweise zurückgewiesen

HANNOVER (ABZ). - Die Wienerberger GmbH betrachtet die kürzlich erfolgte einseitige Parteinahme des Freistaates Bayern zugunsten des Baustoffes Holz als unzulässigen Eingriff in den freien Wettbewerb der Bausysteme und weist diesen zurück. Mit der Presseinformation 104/15 des bayerischen Innenministeriums, die sich auf die vom Bayerischen Innenministerium und dem Bayerischen Forstministerium herausgegebenen Broschüre "Holz zeitlos schön" bezieht, entstehe der Eindruck, dass die Oberste Baubehörde des Freistaates Bayern künftig einseitig den Holzbau fördern wird.

"Eine solche Parteinahme zugunsten eines einzelnen Baustoffes behindert den Wettbewerb", erklärt Ralf Schwung, Geschäftsführer der Wienerberger GmbH. Die Wienerberger GmbH als größter deutscher Ziegelproduzent betreibe in Bayern fünf Standorte, darunter drei Dachziegelwerke, und beschäftige dort mehr als 400 Mitarbeiter. Zusammen mit dem Schwesterunternehmen Schlagmann Poroton seien es in Bayern insgesamt neun Standorte. Schwung: "Diese einseitige Förderung des Baustoffes Holz – ohne jegliche Not – ist ein Angriff auf die Arbeitsplätze an unseren Standorten." Die Ziegelindustrie habe in den letzten Jahren große Erfolge dabei erzielt, Poroton zu einem der modernsten und leistungsfähigsten Bauprodukte überhaupt zu machen.

Moderne Poroton-Ziegel, insbesondere die mit Perlit verfüllten, seien Hochleistungsbaustoffe, die bspw. im dringend benötigten Mehrgeschossbau, aber auch im Objektbau sowie im Einfamilienhausbereich alle Anforderungen hinsichtlich Wohngesundheit, Wärme- und Schallschutz sowie Statik mehr als erfüllten. "Möglicherweise hätten die in der protegierten Holz-Broschüre angeführten Objektbauten energieeffizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher mit Ziegeln erstellt werden können", so Ralf Schwung.

Der Wienerberger-Geschäftsführer fragt: "Wäre es nicht viel besser, wir überlassen es den Marktteilnehmern, mit welchen Bausystemen sie bauen wollen? Wäre es nicht auch im Interesse der öffentlichen Hand als Auftraggeber und damit auch im Interesse des bayerischen Steuerzahlers, dass sich das jeweils geeignete Bausystem im Wettbewerb durchsetzt, und nicht ein einseitig gewolltes?" Ralf Schwung erklärt, dass er den Ansprechpartnern aus den bayerischen Ministerien sowie der Obersten Baubehörde des Freistaates Bayern für ein klärendes Gespräch jederzeit zur Verfügung steht.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2015.

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