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50 Jahre Peri

Warum Engineering immer wichtiger wird

Helmut Sterflinger: "Wir wissen sehr genau, wie wichtig im heutigen Schalungs- und Gerüstbau ein zuverlässiger Wissens-Transfer und Service für die Optimierung aller Bauabläufe ist."

Der Schalungs- und Gerüsthersteller Peri wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Neben der Entwicklung innovativer Produkte hat sich das Unternehmen schon früh mit einem Angebot begleitender Ingenieurdienstleistungen befasst. Im ABZ-Interview erklärt Helmut Sterflinger, Vertriebsleiter bei Peri Deutschland für den Bereich Bau, warum diese immer wichtiger werden und wie sich Peri in diesem Bereich aufstellt. Das Interview führte der freie Architekt und Fachjournalist Dr. Klaus Fockenberg.

ABZ: 2019 kann Peri auf 50 Jahre Unternehmens- und Marktgeschichte zurückblicken. Was, Herr Sterflinger, hat sich in dieser Zeitspanne verändert, was ist eher gleichgeblieben?

Sterflinger: Was für Peri auch heute unverändert gilt, ist das ursprüngliche Unternehmensziel, das der Firmengründer Artur Schwörer als "Rationalisierung des Betonbaus" beschrieben hat. Konkret sollte die Peri Produkttechnik die Rohbauarbeiten rund um den Ortbetonbau einfacher, schneller und sicherer machen. Diese Zielsetzungen haben sich in ihrer Aktualität als geradezu visionär erwiesen. Denn durch diese Ausrichtung haben wir ebenfalls frühzeitig erkannt, dass die angestrebte Rationalisierung im Betonbau – neben einer innovativen Schalungs- und Gerüsttechnik – ganz entscheidend vom Angebot der planungs- und ausführungsbegleitenden Dienstleistungen abhängig ist. Dieses moderne Markt- und Kundenverständnis ist der Kern für die Erfolgsgeschichte von Peri. Was sich dagegen stark verändert hat, sind die Umfeldbedingungen der deutschen aber auch internationalen Bauwirtschaft. Ein Prozess, der durch die laufende Digitalisierung im Bauen nochmals an Dynamik gewonnen hat.

ABZ: Was konkret ist mit veränderten "Umfeldbedingungen" gemeint?

Sterflinger: Seit Mitte der 90er-Jahre mussten immer wieder Überkapazitäten in der deutschen Bauwirtschaft abgebaut werden, zumal durch die Öffnung des europäischen Marktes neue Wettbewerber hinzukamen. Parallel dazu hat sich die Bautätigkeit vom Neubau in Richtung Bestandsbau verlagert. Durch diesen hohen Anpassungsdruck mussten Bauunternehmen ihren Leistungsumfang teilweise stark reduzieren und haben bestimmte Gewerke wie den Schalungs- und Gerüstbau an spezielle Fachbetriebe oder Nachunternehmer ausgelagert. Diese Marktverschiebungen haben dazu geführt, dass die Hersteller von Schalungs- und Gerüstsystemen sich zunehmend mit der "neuen" Rolle des Ingenieurdienstleisters konfrontiert sahen. Für Peri selbst kam diese Entwicklung keineswegs überraschend, da wir schon frühzeitig massiv in den Aufbau und Betrieb einer hochqualifizierten Servicemannschaft investiert hatten. So arbeiten heute über 2000 Ingenieure und Fachberater weltweit in der Konzeption, Planung und Abwicklung von Kundenprojekten im Schalungs- und Gerüstbau.

ABZ: Können Sie uns näher erläutern, wie sich die Zielsetzungen – schneller, einfacher, sicherer – auf die Peri Schalungs- und Gerüsttechnik ausgewirkt haben?

Sterflinger: Nehmen Sie bspw. marktbekannte Innovationen wie die Rahmenschalung Maximo, die Verbundschalung Duo oder die beiden Baukastensysteme Variokit und Peri Up. Prinzipiell wollen wir mit jeder Neu- oder Weiterentwicklung die Leistungsfähigkeit und Anwendungsvielfalt unserer Schalungs- und Gerüstsysteme steigern. Nur darf dieser Fortschritt nicht zu Lasten der Systemteilmenge oder der sicheren Handhabung gehen. Im Gegenteil: Von unseren Kunden wird besonders geschätzt, dass es Peri bei seinen Systemlösungen immer wieder gelingt, die Menge der Einzelteile und die Variantenvielfalt klein zu halten bei einer generell einfachen und sicheren Handhabung. Was letztlich auch logisch ist, da durch den konstant hohen Anteil von wenigen Basiskomponenten die Arbeitsabläufe sowohl in den Standard- als auch in den Sonderanwendungen weitgehend identisch sind.

ABZ: Warum ist das Engineering für den Schalungs- und Gerüstbau so wichtig?

Sterflinger: Die Schalungs- und Gerüsttechnik hat im Vergleich zu Baustoffen oder Bauelementen einen eindeutigen Werkzeugcharakter. Die Schalung ist quasi ein Produktionsmittel für den Ortbetonbau. Und die Gerüsttechnik hat entweder als Traggerüst eine unterstützende und lastabtragende Funktion. Oder sie ist eine Zugangstechnik, die darüber hinaus für die Höhenarbeit alle nötigen Transport-, Lager- und Arbeitsflächen bzw. Schutzeinrichtungen bereitstellt. An diesen speziellen Werkzeugcharakter der Schalungs- und Gerüsttechnik schließen die Ingenieursdienstleistungen von Peri unmittelbar an, in dem sie für unsere Kunden sowohl die richtige Auswahl und Verwendung sicherstellen als auch den wirtschaftlichsten Mengeneinsatz.

ABZ: Ist es für Peri-Kunden ein Vorteil, dass sie die Schalungs- und Gerüsttechnik aus einer Hand erhalten?

Sterflinger: Wir sagen, dass die Unternehmen aus dem Ortbetonbau und dem Gerüstbau auf diesem Weg sich zusätzliche wertschöpfende Vorteile sichern können. Da Bewehrungs- und Betonierarbeiten zu den Haupttätigkeiten im Rohbau zählen, müssen Schalungs- und Gerüsttechnik möglichst exakt aufeinander abgestimmt sein. Daraus erschließen sich für den Gerüstbau zudem völlig neue Möglichkeiten, um sich für den Ingenieur- und Sondergerüstbau zu qualifizieren. Und mit uns als Partner sind technische oder prozessbedingte Schnittstellen leicht in den Griff zu bekommen. Im abstimmungs- und schnittstellenreichen Baugeschehen sind das geldwerte Vorteile. Gleichzeitig ist Leistung in unserem Kundenverständnis mehr als nur die Verfügbarkeit von Systemtechnik, Material und Zubehör. Wir wissen sehr genau, wie wichtig im heutigen Schalungs- und Gerüstbau ein zuverlässiger Wissens-Transfer und Service für die Optimierung aller Bauabläufe ist – von der Submissionsphase über die Arbeitsvorbereitung und Bauausführung bis hin zum Projektabschluss. Mit diesen Leistungen unterstützt unser Engineering Bauunternehmen und Gerüstbaubetriebe, die Potentiale der Peri Systemtechnik für ihre unternehmerischen Zeit-, Kosten- und Qualitätsziele noch besser ausschöpfen zu können.

ABZ: Peri spricht immer wieder vom "Besten Dienst am Kunden". Was genau ist damit gemeint?

Sterflinger: Dieser Satz besagt, dass die Zusammenarbeit mit dem Kunden am besten als gegenseitige Qualitätspartnerschaft funktioniert. So können wir je nach Projekt für den Kunden neue Lösungsansätze im Schalungs- und Gerüstbau entwickeln oder wir unterstützen ihn in der Bauausführung als verlängerte Werkbank. Prinzipiell geht es Peri darum, gemeinsam mit dem Kunden Projektlösungen zu entwickeln, die er innerhalb der Kompetenzen, Kapazitäten und Betriebsabläufe seines Unternehmens auch erfolgreich ein- und umsetzen kann. Dieses Vorgehen ist unabhängig von der Betriebsgröße unserer Kunden, die vom Baukonzern über den Mittelstand bis hin zum Kleinbetrieb reicht. Weitere Synergieeffekte ergeben sich aus den Kooperationen, die von uns seit mehreren Jahren zwischen Bauunternehmen und Gerüstbaubetrieben initiiert werden. Auch diese Qualitätspartnerschaften bestätigen uns immer wieder, dass im Baugeschäft eine intensive persönliche Zusammenarbeit für alle Beteiligten der wichtigste Erfolgsfaktor ist.

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