INTERMAT Paris 2024

Mega-Event mit Einbußen

von: Rechtsanwalt & Notar Johannes Jochem
Villepinte/Frankreich. – Nach sechs Jahren Auszeit freuten sich Aussteller und Organisatoren gleichermaßen auf die Neuauflage der INTERMAT, die an vier Tagen Mitte April ihre Tore geöffnet hatte. Die Veranstalter hatten viele Neuheiten im Gepäck, trotzdem nahm die Zahl der Messe-Besucher insgesamt ab.
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An vier Messe-Tagen kamen rund 127 500 Besucher aus 130 Ländern nach Paris, um sich über Neuentwicklungen und technischen Fortschritt zu informieren. Foto: INTERMAT

Die INTERMAT ist noch immer eine der weltweit größten Messen der Baubranche, sie findet regulär alle drei Jahre im April auf dem Messegelände Parc des Expositions im nordöstlich von Paris gelegenen Villepinte statt – wurde in Bezug auf Angebot und Format in diesem Jahr neu konzipiert. Die letzte INTERMAT öffnete ihre Pforten 2018, danach erzwang die Pandemie eine Verschiebung bis 2024.

Die Veranstalter der INTERMAT hatten sich für 2024 einiges vorgenommen, beispielsweise mit Roundtable-Diskussionen um topaktuelle Themen wie Dekarbonisierung in der Bauindustrie, oder eine "ReBuild Ukraine"-Konferenz. Zudem konnten sich Aussteller in zahlreichen Demonstrationsbereichen für Maschinen und Ausrüstungen im Außenbereich der Hallen präsentieren, erstmals wurden auch "Innovation Awards" in mehreren Katogorien vergeben.

Die Messe wurde zudem von den Vorsitzenden der fünf großen französischen Bauverbände (DLR, EVOLIS, FFB, FNTP und SEIMAT) eröffnet, die sich durch die Unterzeichnung des Manifests "Die vier Schlüssel zur Begleitung der Dekarbonisierung der Bauausrüstungen" zusammengeschlossen und verpflichtet haben.

Am Ende der Messe vermeldeten die Veranstalter, dass die INTERMAT 2024, an vier Tagen 127 500 Besucher zählte darunter 21 Prozent internationale Besucher aus 130 Ländern. 1065 Aussteller waren dabei (68 Prozent aus dem Ausland) und empfingen ein hochkarätiges Publikum, das von der "Dynamik des ökologischen und technologischen Fortschritts des Sektors begeistert war", so der Veranstalter. Die Messe habe als geschäftsfördernder Katalysator mit einem anerkannten Zuwachs an Profilen von Entscheidungsträgern gewirkt. Zum Vergleich: Auf der INTERMAT 2018 stellten 1400 Unternehmen aus 40 Ländern ihre Produkte aus, 173.000 Besucher aus 160 Ländern wurden gezählt.

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Develon demonstrierte im Außengelände live einen ferngesteuerten Bagger und ein Kettendozer-Modell der Concept-X2-Reihe. Foto: Kai-Werner Fajga

Ein Drittel der Besucher kam in diesem Jahr mit Investitionsplänen, "um die kohlenstoffarme und digitale Umstellung von Bauprojekten zu beschleunigen", erklärte der Veranstalter. Und auch, dass mit einer um 30 Prozent höheren Anzahl an täglich realisierten Kontakten pro Aussteller die INTERMAT 2024 "der Sammelpunkt für alle Fachleute" war, die auf der Suche nach Innovationen waren, um die klimatischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Bauwesens zu bewältigen. Aussteller und Besucher trafen sich in einer besonders lebhaften und geselligen Atmosphäre, so der Veranstalter.

Der Einsatz der richtigen Energie für jeden Zweck, Energieeinsparungen, die Sensibilisierung der Akteure für die soziale Verantwortung der Unternehmen, aber auch die Verbesserung der Sicherheit und der Attraktivität der Berufe standen im Mittelpunkt der Debatten in den neuen Bereichen des Industrieforums und der Akademie auf der Messe. "Konferenzen, Workshops und Animationen ermöglichten es den Besuchern, insbesondere den 1400 anwesenden Jugendlichen, die großen Herausforderungen des Sektors zu entschlüsseln, um den ökologischen und digitalen Wandel zu beschleunigen", so die Messe-Veranstalter.

Internationale Innovationen

Die INTERMAT habe sich aber auch durch die auffallende Präsenz der großen internationalen Bauunternehmen ausgezeichnet. Zu den am stärksten vertretenen Ländern gehörten Belgien, die Niederlande, Italien, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Finnland, die Maghreb-Staaten und die Türkei. Die Konferenz "ReBuild Ukraine" behandelte alle Themen, die für die Stärkung der ukrainischen Nation durch den Wiederaufbau wichtig sind, und bot zahlreiche Möglichkeiten für französische Unternehmen, Investoren und Partner.

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Volvo zeigte unter anderem neben einem Dumper mit Wasserstoffzellenantrieb auch den Prototyp eines elektrisch angetriebenen Straßenfertigers P4820. Foto: Kai-Werner Fajga

Der neue Bereich "Neue Technologien & Energien" sowie der Start-up-Bereich zeigten Technologien und Ausrüstungen, die neue, alternative oder erneuerbare Energiequellen (Biokraftstoffe, Strom, Wasserstoff und so weiter), virtuelle und digitale Technik, Lösungen zur Energiespeicherung oder autonome Fahrzeuge umfassen.

Die zahlreichen Demonstrationsbereiche für Maschinen und Ausrüstungen im Freien und auf den Ausstellungsständen sowie für 100 Prozent elektrische Maschinen im Inneren der Messe ermöglichten es den Besuchern, die Dynamik der neuesten Entwicklungen der Hersteller in Bewegung zu entdecken, um mehr Sicherheit, Produktivität und Energieeffizienz zu erreichen.

Der Ausstellungsbereich und die Konferenzen des Forums, die sich auf die Dekarbonisierung der Betonbranche konzentrierten, weckten laut Veranstalter das Interesse von fast jedem zweiten Besucher.

Die Intermat Innovation Awards, die im Rahmen der Messe 2024 verliehen wurden, "waren ein weiterer Beweis für die starke Innovationsdynamik bei der Entwicklung und Herstellung von Anlagen und Maschinen zur Unterstützung der Energiewende, der Digitalisierung und der Sicherheit", sagten die Veranstalter. Insgesamt 17 Gewinner wurden ausgezeichnet.

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Sunward demonstrierte zur INTERMAT eine mobile Stromversorgung mit Raupenlaufwerk einer Kapazität von bis zu 540 Kilowattstunden. Foto: Kai-Werner Fajga

Die Awards hätten auch die Bemühungen der Branche ausgezeichnet, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den CO2-Ausstoß von Materialien, Prozessen, Technologien und Geräten zu reduzieren.

Intermat Innovation Awards

Die Auszeichnungen gingen in der Kategorie "Earthmoving, Demolition and GTransport" an Dynaset OY ("Gold" für Hydraulic Recycling Bucket), Duratray International ("Silber" für Smart Tray) und Steelwrist ("Bronze" für Open-S-Initiative). In der Kategorie "Roads, Materials and Foundation Industries" gingen die Preise an Bomag ("Gold" für Emergency Brake Assist), DMS Technology ("Silber" für Excavator Blage Control) und die Supply Company ("Bronze" für Pigment in Tablet form). Putzmeister erhielt zudem eine Auszeichnung in der Kategorie "World of Concrete" für den E-Mixer P9 G Iontron.

Dem Besucher der Messe zeigte sich dann auch allerorten, dass Themen wie Dekarbonisierung oder alternative Antriebstechnologien von den Ausstellern aufgenommen und durch zahlreiche neue Produktvorstellungen gespiegelt wurden. Von rein elektrisch angetriebene Lkw-Zugmaschinen bis hin zu mobilen Energiekonzepten gab es sehr viel zu entdecken.

Der Anspruch der Messe in Bezug auf die Herausforderungen des Bauwesens 2024 war der Jahrgang der Erneuerung, mit einer in Bezug auf das Format und das Angebot neu gestalteten Messe, die sich auf vier Säulen konzentriert: Innovation, Energie, neue Lösungen/Technologien und Corporate Social Responsibility-Verpflichtungen. Über die Geschäftsmöglichkeiten hinaus bestätigte die Messe ihren Anspruch, die Fülle an Innovationen zur Förderung der Dekarbonisierung zusammenzuführen und mit der Branche zu teilen, sind sich die Veranstalter sicher.

"Die Aussteller konnten zahlreiche Besucher treffen und Kaufprojekte abschließen", die INTERMAT 2024 habe die Herausforderung gemeistert, den Fachleuten gemeinsam innovative Antworten zu geben und dazu sei die Freude, sich in einem geselligen Klima mit der Branche zu treffen während der vier Messetage spürbar gewesen, so die Macher der Messe. Die nächste INTERMAT Paris wird im April 2027 stattfinden.

Intermat 2024

Liebherr präsentierte neben vielen Kranmodellen eine ganze Flotte alternativ angetriebener Fahrzeuge, wie den rein elektrisch angetriebenen Fahrmischer-Sattelzug ETM1205. Foto: Kai-Werner Fajga
Der italienische Hersteller Messersi zeigte eine ganze Palette mobiler Mini-Baumaschinen, teilweise auch mit elektrischem Antrieb wie der e-Dumper TC120e. Foto: Kai-Werner Fajga
Die zahlreichen Demonstrationsbereiche für Maschinen und Ausrüstungen im Freien ermöglichten es den Besuchern, die Maschinen in Bewegung zu entdecken. Foto: INTERMAT
Putzmeister erhielt während der INTERMAT eine Auszeichnung in der Kategorie "World of Concrete" für den E-Mixer P9 G Iontron. Foto: Kai-Werner Fajga
Neu im Portfolio von Develon wurde das Radladermodell DL250-FCEW in Paris präsentiert. Das Modell wird von einer Wasserstoffzelle mit Energie versorgt. Foto: Kai-Werner Fajga
Kobelco zeigte einiges Neues am Stand, darunter die europäische Markteinführung des Kettenbaggers SK520LC (im Bild) und des SK380SR Baggers sowie eines neuen TKE750G Teleskopkrans. Foto: Kai-Werner Fajga
Die Wacker-Neuson-Marke Kramer zeigte unter anderem eine neue Generation Radlader der 8er-Serie, repräsentiert durch den 8115. Foto: Kai-Werner Fajga
Autor

Rechtsanwalt & Notar Johannes Jochem

RJ Anwälte, Jochem Partnerschaftsgesellschaft mbB

RJ-Anwälte ist eine überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei mit Notariat spezialisiert auf Fragen des Bau- und Immobilienrechts.

https://www.rj-anwaelte.de

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