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Architekt

Mehr Innovation im sozialen Wohnungsbau nötig

Heidelberg (dpa). – Um Flüchtlinge langfristig günstig unterzubringen, müssen Städte den sozialen Wohnungsbau aus Expertensicht massiv ankurbeln. Gebraucht würden frische Ideen, sagte Architekt Franz Pesch anlässlich eines Heidelberger Städtetags Kongresses zur Flüchtlingshilfe. "Die erste Innovation braucht man im Bereich der Finanzierung, die zweite bei der Planung und Umsetzung", sagte er. Flüchtlinge in ausgedienten Militärgebäuden unterzubringen, könne nur eine kurzfristige Lösung sein. "Kasernen dürfen nicht auf Dauer zur Kasernierung von Zuwanderung führen", sagte Pesch.

Er schlägt z. B. vor, Flüchtlinge beim Bau ihrer Wohnungen mit einzubeziehen. "Eine Möglichkeit sind halb fertige Gebäude, die Bewohner selbst weiterbauen, wenn sie das Geld dazu haben." Sie könnten etwa später einen zusätzlichen Raum anbauen. "Man könnte eine 5 m lange Selbstbauzone freilassen im rückwärtigen Bereich des Hauses", sagte Pesch aus Dortmund.

Eine andere Möglichkeit wäre es seiner Ansicht nach, öfter auf Fertighauskultur zu setzen: preiswerte industrielle Fertigung. "Das wird im öffentlichen Wohnungsbau noch zu selten gemacht", sagte der Stadtplaner. "Um Kosten zu senken, wäre das sicherlich gut." Die Bauzeit wäre kürzer, die Zinsen dadurch niedriger.

"Wir reden da durchaus von Architektur", betonte Pesch. "Architektur heißt nicht, dass das Haus teuer sein muss." Es gehe viel um Innovationskraft und Fantasie. "Einfache Häuser können natürlich keine besonders aufwendigen Portale haben. Sie leben aus ihrer Proportion, Architektursprache und Wohnumfeldqualität." Viele Konzepte gelten Pesch zufolge nicht nur für Flüchtlinge. "Sie sind ja nicht die einzigen, die günstigen Wohnraum suchen – wir werden davon sehr viel brauchen."

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