Ausbau der Hochstraße Elbmarsch

Verkehrssicherung für das Pilotprojekt an der Elbe

Verkehrsteilnehmer werden mithilfe von LED-Tafeln auf ausfahrende Baustellenfahrzeuge hingewiesen und das Tempo auf 60 km/h gedrosselt.

Hamburg (ABZ). – In etwa 10 m Höhe führt die längste Straßenbrücke Deutschlands über das Hamburger Hafengebiet: Die Hochstraße Elbmarsch. Bei der auch als K20 bezeichneten Straßenbrücke handelt es sich um einen 3,8 km langen, aufgeständerten Abschnitt der A 7 südlich des Elbtunnels. Im Rahmen einer Pilotmaßnahme wurde die Richtungsfahrbahn Hannover kürzlich auf einer Länge von 100 m von drei auf vier Fahrstreifen erweitert. Für die fachgerechte Verkehrssicherung während des Pilotprojekts sorgt das Kompetenz-Center für Baustellen- und Verkehrssicherung von Zeppelin Rental in Hamburg.

Die Autobahn A 7 ist eine der bedeutendsten Verkehrsachsen für den Nord-Süd-Verkehr in Norddeutschland und übernimmt eine wichtige Verteilerfunktion für den Westen Hamburgs. Die sechs bestehenden Fahrstreifen reichen jedoch nicht aus, um einen flüssigen Verkehrsablauf zu gewährleisten. Staus sind an der Tagesordnung. Für die Zukunft wird eine weitere Zunahme der durchschnittlichen Verkehrsstärke an Werktagen von derzeit etwa 110 000 auf 150 000 Fahrzeuge im Bereich der K20 prognostiziert. Aufgrund dessen erfolgte im Bundesverkehrswegebedarf 2030 die Einstufung des Ausbaus der A 7 auf acht Streifen in diesem Streckenabschnitt in den "Vordringlichen Bedarf" mit Engpassbeseitigung.

Beim Bau der Hochstraße in den 1970er-Jahren wurde der Ausbau bereits angedacht und ausreichend Platz zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen gelassen, um jeweils einen zusätzlichen Fahrstreifen pro Richtung anzubauen. Für eine derartige Verbreiterung eines jahrzehntealten Bestandsbauwerks gibt es jedoch nur wenige Erfahrungswerte. Um die Bauweise zu erproben, beauftragte die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG damit, im Rahmen eines Pilotprojekts auf einem 100 m langen Teilstück an die Innenseite der Richtungsfahrbahn Hannover einen vierten Fahrstreifen anzubauen.

Die Baustellen- und Verkehrssicherung während der Pilotmaßnahme ist eine Herausforderung, denn die Leistungsfähigkeit der stark belasteten Hochstraße soll durch die Baumaßnahme so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Für die Planung und Umsetzung der Sicherungsmaßnahmen setzt Johann Bunte auf das in Hamburg ansässige Kompetenz-Center für Baustellen- und Verkehrssicherung von Zeppelin Rental. In enger Zusammenarbeit mit der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg erstellte das Team um den Leiter des Kompetenz-Centers Haiko Bollmann ein innovatives Konzept einer Verkehrsbeeinflussungsanlage zur Steuerung der Baustellenausfahrt.

Das sichere Einfädeln der Baustellenfahrzeuge aus dem Arbeitsbereich am linken Fahrbahnrand in den dritten Fahrstreifen der Richtungsfahrbahn Hannover beruht auf einem möglichst geringen Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Baustellenfahrzeugen und den übrigen Verkehrsteilnehmern. Um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurde die Anlage so geplant, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf den drei Fahrstreifen erst dann herabgesetzt wird, wenn auch tatsächlich ein Baustellenfahrzeug ausfahren möchte.

Dazu installierte Zeppelin Rental am Ende des Arbeitsbereichs einen Radardetektor, der den Ausfahrwunsch eines Baustellenfahrzeugs registriert und einen Impuls an die beiden am Anfang und am Ende der Baustelle platzierten LED-Anzeigen sendet. Daraufhin zeigen diese für einen Zeitraum von 2 Min. eine herabgesetzte Geschwindigkeit von 60 statt 80 km/h an. Zudem werden die Verkehrsteilnehmer mithilfe von LED-Tafeln auf ausfahrende Baustellenfahrzeuge hingewiesen. Nach einer Wartezeit von 90 Sek. erhält ein Baustellenfahrzeug eine bedingte Freigabe, kann auf einer Beschleunigungsspur von 400 m die Geschwindigkeit des Verkehrs erreichen und einfädeln. Nach 2 Min. schalten die LED-Anzeigen wieder in ihren Grundzustand und zeigen wieder 80 km/h an. "Unsere Vorgaben bzgl. der Verkehrssicherung wurden hervorragend umgesetzt", resümiert Holger Winkler von der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg.

Für die Stromversorgung der Verkehrsbeeinflussungsanlage berechnete das Elektrofachpersonal von Zeppelin Rental den Kabelquerschnitt und verlegte eine 1 km lange Leitung, die die Anlage mit der Baustromversorgung verbindet. Neben der Konzeption und der Montage der Signalanlage kümmerte sich Zeppelin Rental auch um die Umsetzung des Verkehrszeichenplans. In elf Nachtschichten stellte das Team um Bauleiter Sven Suchodolski die Beschilderung her, reduzierte die Breite der Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen mittels Markierungsfolie und montierte transportable Schutzeinrichtungen, die das Baufeld von der Fahrbahn trennen. Eine eigens durch Zeppelin Rental produzierte Hinweistafel informiert Verkehrsteilnehmer zudem über die Eckdaten der Baumaßnahme. Nach Abschluss der Pilotmaßnahme soll ab 2018 der Ausbau der K20 auf acht Streifen auf kompletter Länge erfolgen.

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