Anzeige

Bahnhofssanierung

Zweiwege-Dumper verschaffte entscheidenden Wettbewerbsvorteil

ARNSBERG (ABZ). - Im wahrsten Sinne großer Bahnhof wurde bei dem Einsatz des 912ZW-Dumpers von Albert Fischer GmbH auf der Baustelle in Arnsberg geboten.

Hintergrund war der offizielle Spatenstich für die insgesamt 3,7Mio. Euro umfassende Bahnhofsanierung in Arnsberg im Rahmen der Modernisierungsoffensive (MOF 2) für kleine und mittlere Bahnhöfe. Der Spatenstich wurde vorgenommen durch Vertreter des NRW-Verkehrsministeriums, der Geschäftsleitung des Nahverkehr Westfalen-Lippe, dem Leiter für Bau- und Anlagenmanagement NRW/DB Station&Service sowie dem Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Den Zuschlag für die Baumaßnahme hatte die Firma Albert Fischer GmbH aus Elze bekommen, die sich durch moderne Technik einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern verschaffen konnte.

Die Baumaßnahmen beinhalten unter anderem die Aufhöhung der Bahnsteige mit einer Länge von 3 x 170 m auf 76 cm über Schienenoberkante mit dem Ziel des barrierefreien Ein- und Ausstiegs, zwei neugebaute Aufzüge mit Videoüberwachung, Modernisierung der Dächer und Beleuchtungsanlagen sowie insgesamt eine moderne Bahnsteigausstattung. Bei diesen Baumaßnahmen müssen von der Firma Albert Fischer insgesamt über 4500 m³ Erdmaterial bewegt werden. So muss zum Beispiel die bislang alte Oberfläche der Bahnsteige, bestehend aus einer Mischung zwischen Asphalt und Pflaster, im Zuge der Erhöhung komplett entsorgt und erneuert werden. Bei dieser und anderen Aufgaben erweist sich die jüngste Investition, ein Zweiwege-Dumper von Hydrema, als Zeit- und kostengewinnende Neuanschaffung im Maschinenfuhrpark. Mussten z. B. bislang die vom Bagger aufgenommenen Materialien mit dem selben Bagger über einen angehangenen SKL-Anhänger verfahren und in der Nähe des Gleises wieder abgeladen werden, so kann heute der Bagger gemäß seiner Bestimmung fortlaufend an der erforderlichen Stelle arbeiten, während der Materialtransport durch den Zweiwege-Dumper erfolgt. Dabei ist der Dumper zusätzlich so flexibel, dass er das Material nicht nur in Gleisnähe wieder abladen kann, sondern er kann es auch selbst, und damit ohne weitere Ladevorgänge, an einen passenden Ort verfahren, denn der Dumper ist gleichzeitig auch Lkw mit erheblicher Geländegängigkeit, so dass er ohne Probleme von der Schiene auf die Straße mit dem Material zu jedem Standort fahren kann. Dies sogar mit StVZO-Zulassung, so dass auch öffentliche Straßen hierbei keine Barriere darstellen. Was also Ziel beim Umbau des Bahnhofs ist, gilt für den Dumper von Hydrema schon heute – es gibt keine Barrieren beim Materialtransport.

Und so kann Albert Fischer mit bis zu 25% Zeitersparnis und damit auch mit deutlicher Kostenersparnis kalkulieren und arbeiten. Denn während sonst die Arbeiten mit dem Bagger immer um die Zeiten der durchzuführenden Transporte ruhten, kann der Bagger jetzt tatsächlich seine Arbeiten fortsetzen, während der Dumper nicht nur Material abtransportiert, sondern auf dem Rückweg auch gleich neues Material anliefert und über die Drehkippmulde auch zielgesteuert in unmittelbarer Nähe zum Bahngleis verfüllt. Der Bagger macht auch hier dann nur noch die Feinarbeiten und unterstützt den Bautrupp beim Verteilen, während der Dumper schon wieder unterwegs ist. Da die Materiallagerstellen gut 300 m von der eigentlichen Baustelle entfernt sind, war diese Zeitersparnis gerade auch in Arnsberg beachtlich. Weil außerdem die Fahrstrecke neben dem Gleis, die der Dumper zu fahren hatte, sehr beengt war, kamen die zentrale Knicklenkung des Dumpers und die gute Sicht aus dem mittig angeordneten Arbeitsplatz besonders gut zur Geltung. Der Fahrer bestätigt, dass das Ein- und Ausgleisen relativ einfach ist, wenn man den Punkt erst einmal raus hat. Die eingebaute Kamera unterstützt diesen Prozess.

Am Ende des Bahnhofsgeländes gab es einen sogenannten Eingleispunkt, an dem sich der Dumper dann auch von den Bahngleisen auf die große Dumperbereifung heruntersetzen kann und sich so von der Lok zum vollgeländegängigen Lastwagen verwandelt. In dem engen Bereich kann Herr Clemens nur rückwärts eine schmale Auffahrt hochfahren, um dann dort an dem ersten Materiallagerort das alte Material, dass vorher vom Bagger aufgeladen worden ist, selbst und ohne weitere Geräteunterstützung wieder abzuladen. Hierbei sorgt das vollautomatische ZF-Getriebe in Verbindung mit dem 131 PS starken Diesel-Motor dafür, dass auch dieses Manöver für Fahrer und Maschine ein Kinderspiel bleibt und so die Zuladung von gut 10 t problemlos überall hin gefahren werden kann. Übrigens, während der 912ZW auf der Schiene nur mit knapp 20 km/h fahren darf, beschleunigt der Dumper auf der Straße leicht auf 40km/h. Im Ausland fährt diese Maschine sogar über 60 km/h schnell.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 30/2014.

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de
Anzeige

Weitere Artikel