bautec 2018

"Wir wollen Politik und Wirtschaft ein gemeinsames Forum bieten"

Mit den Kernthemen Innovation, Bildung und Effizienz lockt die Berliner Fachmesse bautec Anfang 2018 wieder Vertreter aus Bauindustrie, Immobilienwirtschaft und Politik zum gemeinsamen Austausch in die Hauptstadt. Im Vorfeld der Messe sprach ABZ-Chefredakteur Robert Bachmann mit Projektleiterin Esther Piehl über das erweiterte Messekonzept sowie die politische Verantwortung der bautec.

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Vertragsunterzeichnung: Übernahme der ideellen Trägerschaft für die bautec durch den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. – Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. und Karel Heijs, Geschäftsbereichsleiter der bautec, Messe Berlin GmbH (v. l. n. r.). Foto: Messe

ABZ: Frau Piehl, vom Fachkräftemangel über die Digitalisierung bis hin zu den großen Herausforderungen im Wohnungs- und Infrastrukturbau gibt es aktuell einiges an Diskussionsbedarf rund um den Bau. Wie spiegeln sich diese vielfältigen Brennpunktthemen in ihrem Konzept für die bautec 2018 wider?

Piehl: Thematische Vielfalt war schon immer ein Alleinstellungsmerkmal der bautec. Insbesondere, indem wir die Bereiche Gebäudehülle und Gebäudetechnik stets als Systemverbund behandelt und damit das komplette Thema Gebäude – vom Keller bis zum Dach mitsamt seiner Infrastruktur – ganzheitlich betrachtet haben.

Um auf die aktuellen Herausforderungen der Branche zu reagieren, haben wir das Konzept der Messe nochmals erweitert. Der Fokus liegt nun auf drei Kernthemen: Innovationen, Bildung und Effizienz. In diesem Dreiklang decken wir die wichtigsten Fragen ab, die in der Bauwelt aktuell relevant sind.

Als Hauptstadtmesse mit einer besonderen Nähe zu den entsprechenden Ministerien und hier ansässigen Verbänden war es uns zudem ein wichtiges Anliegen, dass die bautec auch eine baupolitische Verantwortung trägt und eine Plattform darstellt, auf der Politik und Wirtschaft zusammenkommen und diskutieren können.

ABZ: Welche Neuerungen ergeben sich daraus für die Messe im kommenden Jahr?

Piehl: Wir haben u. a. eine Vielzahl neuer Formate geschaffen. Zum ersten Mal werden wir den bautec Innovation Award, den sogenannten "bautec Bären", vergeben. Aussteller und Mitaussteller der bautec sowie der parallel stattfindenden Grünbau Berlin können sich hierfür noch bis zum 12. November bewerben. Von einer namhaften Jury werden dann zehn Bewerbungen ausgesucht. Diese Nominierten können ihr Produkt bzw. Projekt auf der bautec im Rahmen einer Sonderschau dann noch einmal präsentieren, wo es vom Fachpublikum der Messe bewertet wird.

Am letzten Messetag wird der Preis dann an den am besten bewerteten Bewerber übergeben. Mit diesem Publikumspreis sollen innovative Produkte bzw. Konzepte ausgezeichnet werden, die einen wirklichen Mehrwert für die Praxis haben. Am zweiten Messetag (Mittwoch) richten wir den Tag der Immobilienwirtschaft auf der bautec aus. Wir nutzen diesen Tag für Vorträge und generell, um zielgerichtet Informationen für die Immobilienwirtschaft zusammenzutragen. Am Abend findet dann auch die Verleihung des Bauherrenpreises statt, der durch die Arbeitsgruppe "Kooperation" ausgelobt wird, bestehend aus dem Bundesverband der Wohnungswirtschaft (GdW), dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und dem Deutschen Städtetag (DST).

Neu ist auch der bautec Kongress "Fassade 2018", zu dem wir am dritten Messetag (Donnerstag) Architekten, Planer, Ingenieure und Vertreter des Handwerks in den Palais am Funkturm (Halle 19) einladen. Wir erwarten hier rd. 500 Teilnehmer. Aussteller der bautec haben die Möglichkeit diesen Kongress als Sponsor zu unterstützen.

Speziell für das SHK-Handwerk werden wir zudem erstmals eine Werkstattstraße aufbauen, an der die Hersteller ihre Produkte praxisnah demonstrieren können und an der wir gleichzeitig Schulungen für Monteure anbieten.

Freuen sich auf eine spannende bautec 2018: Projektleiterin Esther Piehl (re.) und Pressereferentin Daniela Gäbel erklärten im Gespräch mit der ABZ das erweiterte Messekonzept, die bestimmenden Themen und den Anspruch der bautec, als Hauptstadtmesse auch eine besondere politische Verantwortung zu tragen. Foto: W. LÜTGE

ABZ: Wie gewährleisten Sie, dass die Besucher bei all der Themenvielfalt den Überblick behalten?

Piehl: Mit der Neukonzeption haben wir auch unsere Fachbesucheransprache überarbeitet. Das beginnt schon bei den Einladungen, wo wir verschiedene Zielgruppen mit den jeweils für sie relevanten Veranstaltungsinformationen ansprechen. Auf der Messe bieten wir den Fachbesuchern zudem Rundgänge zu unterschiedlichen Themengebieten, um sie zielgerichtet durch das Ausstellungsangebot zu führen. Diese schließen in der Regel direkt an unsere Schwerpunktveranstaltungen wie den Tag der Immobilienwirtschaft an.

ABZ: Wie und in welchem Ausmaß binden Sie die Politik auf der bautec ein?

Piehl: Die enge Bindung zur Politik war schon immer eine Besonderheit der bautec. Wir hatten bislang immer Vertreter des Bauministeriums auf der Messe. Mit der anstehenden Bundestagswahl sind wir Anfang 2018 zudem die erste Veranstaltung dieser Art, auf der sich die oder der nächste Bauminister/in vorstellen kann.

Das Ministerium wird auf der bautec in verschiedenen Programmpunkten eingebunden sein – bspw. beim Eröffnungsrundgang, der traditionell vom Bauministerium durchgeführt wird, aber auch beim Forum "Zukunft Bau" in der Halle 23 oder der Veranstaltung zum Thema "Effizienzhaus Plus", die am zweiten Messetag stattfinden wird.

Für 2018 haben wir auch unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) verstärkt, der jetzt ideeller Träger der bautec ist. Der Verband wird damit eine andere Messepräsenz haben als in den vergangenen Jahren: Der HDB wird bspw. in der Halle 21 die sogenannte "Zukunftsinitiative Bau" organisieren. Dieses Format ist als eine Art Lounge angedacht, in der die Bauindustrie mit den Besuchern, also den Architekten, Ingenieuren, Anwendern etc., zusammenkommt. Schwerpunktthema dort wird das "serielle Bauen bzw. industrielle Bauen" sein. Hier werden sich einzelne Baufirmen mit ihren Angeboten und Produkten vorstellen. Gleich am ersten Abend gibt es auch wieder unseren Netzwerkabend unter dem Motto "Bauindustrie trifft Politik", den wir in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband veranstalten.

Mit allen diesen Angeboten wollen wir uns ganz klar als baupolitisches Forum etablieren, auf dem wir auch den Ausstellern die Möglichkeit geben, mit der Politik ins Gespräch zu kommen.

ABZ: Welche Rolle wird die derzeit viel diskutierte Digitalisierung der Branche auf der bautec spielen?

Piehl: Auch das Thema Digitalisierung wird auf der bautec natürlich Raum einnehmen. Gleich am ersten Tag haben wir eine Veranstaltung vom Bundesbauministerium zum Thema "Digitalisierung im Hochbau". Auch am Stand des Ministeriums wird das Thema noch einmal aufgegriffen. In der IT-Halle wird es Vorträge zu den Themen Digitalisierung, BIM, Smart-Home etc. geben. Zusätzlich wird es ein Symposium zum Einsatz von Software in der Metallbranche geben. Zum ersten Mal wollen wir auf der bautec auch Startups integrieren. Dafür haben wir ein spezielles Angebot für die Firmen, bei dem wir mit Berlin Partner zusammenarbeiten, die zur IHK gehören und sich vor allem um die Wirtschaftsförderung in Berlin kümmern. Am Ende spielt die Digitalisierung mit all den Teilbereichen, die dieser Sammelbegriff einschließt, in fast allen Bereichen eine Rolle, wird also an verschiedenen Stellen auftauchen und behandelt werden.

ABZ: Aus gegebenem Anlass wird sicher auch das Thema Nachwuchsgewinnung auf der Messe mehr Raum einnehmen?

Piehl: Mit dem "KarriereCenter Bau" haben wir wieder eine ganze Halle speziell für den Nachwuchs, also Schüler, Studenten und an Weiterbildung Interessierte. Hier werden vom Hauptverband nun auch die Bauberufe präsentiert. Parallel werden jedoch auch alle anderen Gewerke – SHK, GaLaBau, Maler und Lackierer etc. – ihre Berufsbilder vorstellen. Zusätzlich können jetzt erstmals auch die ausstellenden Firmen ihre Berufs- und Ausbildungsprogramme im KarriereCenter präsentieren. Am Donnerstag findet zudem unser Hochschultag statt, auch hier verbunden mit einem Wettbewerb – "Studenten gestalten Zukunft". Dort werden einzelne Projekte von Universitäten sowie die Preisträger vorgestellt. Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bereich Nachwuchsgewinnung und unserer neuen Messekonzeption wird der ganze Bereich deutlich mehr Gewicht haben.

ABZ: Was sollten sich die Besucher ansonsten nicht entgehen lassen?

Piehl: Parallel zur bautec findet auch 2018 wieder die Grünbau Berlin statt. Hier ist Platz für die Themen Sport- und Spielplatzbau, Stadtmobiliar, urbanes Grün und Kommunaltechnik. Dort ist auch das Format "Zukunft Stadt@Grünbau Berlin" platziert. Dahinter stehen Vorträge, die wir teils selbst, teils zusammen mit Medienpartnern organisieren und die immer sehr gut angenommen werden. Spannend wird in diesem Zusammenhang auch das Symposium zum Thema "Fassadenbegrünung".

Hier fand ja erst kürzlich der Weltkongress in Berlin statt. Spannend deshalb, da es auch hierbei um bestimmende Zukunftsthemen geht: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie geht man mit Grünflächen um? Und nicht zuletzt das ganze Thema Regenwassermanagement und so weiter.

Die bautec – Internationale Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik – findet alle zwei Jahre in Berlin statt. 35 000 Besucher informierten sich auf der jüngsten Veranstaltung bei 502 Ausstellern aus 17 Ländern über die neuesten Produkte, Services und Themen der nationalen und internationalen Bau- und Immobilienwirtschaft. Der energetische Systemverbund von Gebäudehülle und intelligenter Gebäudetechnik steht dabei im Mittelpunkt. Veranstalter der bautec ist die Messe Berlin, ideeller Träger der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. Die 18. bautec findet vom 20. bis 23. Februar 2018 auf dem Berliner Messegelände in den Hallen 20 bis 26 statt. In der parallel laufenden Grünbau Berlin finden Fachbesucher alles zum Thema Garten- und Landschaftsbau.

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