Steinbrüche, Recycling- und Deponie-Standorte

Zwei neue Maschinen für die Kiesgruben

Saaldorf (ABZ). – Gleich zweimal innerhalb eines Jahres entschied sich das deutsch-österreichische Bau- und Baustoffunternehmen Moosleitner GmbH laut eigener Aussage für raupenmobile, diesel-elektrische Brechanlagen von SBM Mineral Processing:
SBM Mineral Processing Steinbruch Recyclingtechnik
Seit Frühjahr 2023 wird der SBM REMAX 400 im Moosleitner-Kieswerk Saaldorf zur Produktion von qualifizierten Unterbaumaterialen aus Wandkiesen eingesetzt. Foto: SBM Mineral Processing

Bereits im Frühjahr 2023 lieferte der österreichische SBM-Partner mineraltech – Ing. Erwin Hofstätter GmbH den 400-Tonnen-Prallbrecher REMAX 400 – im Februar dieses Jahres folgte der 450-Tonnen-Backenbrecher JAWMAX 450.

Neben vielfältigen Aktivitäten in den Bereichen Erd-, Tief- und Straßenbau sowie Abbruch bilden die Produktion und Lieferung Gesteins-Rohstoffe und die fachgerechte Wiederverwertung beziehungsweise Entsorgung von Baurestmassen eigenen Angaben zufolge das Haupttätigkeitsfeld der deutsch-österreichischen Unternehmensgruppe Moosleitner. Vor mehr als siebzig Jahre gegründet, wird das Unternehmen in zweiter beziehungsweise dritter Eigentümer-Generation von Matthias und Martina Moosleitner sowie Mathias Christian Moosleitner geführt.

Derzeit mehr als 200 Beschäftigte arbeiten für Moosleitner in Südbayern, im Großraum Salzburg sowie den benachbarten österreichischen Bundesländern. Zwei Kiesgruben, insgesamt drei Betonwerke sowie weitere in Eigenregie oder mit Partnern betriebene Steinbrüche, Recycling- und Deponie-Standorte bilden in beiden Ländern die Roh-, Baustoff- und Umweltsparte der Gruppe. Neben der anwendungsspezifischen stationären Aufbereitungstechnik unterhält Moosleitner auch eine Flotte an mobilen Brech- und Siebanlagen, die überregional in den eigenen Werken und landesweit bei Großprojekten im Infrastrukturbau oder Abbruch arbeiten.

Moderne transport-optimierte Großbrecher

Bis vor Kurzem setzte das Unternehmen dabei vor allem auf kleinere raupenmobile Prall- und Backenbrecher – erst zu Beginn letzten Jahres investierte die Familie laut eigenem Bericht nach längerer Evaluierung in moderne transport-optimierte Großbrecher um und jenseits der 40 t Betriebsgewicht. Den Anfang machte im Frühjahr vergangenen Jahres der diesel-elektrische Prallbrecher SBM REMAX 400, geliefert und betreut vom österreichischen Händler mineraltech – Ing. Erwin Hofstätter.

Vorrangig eingesetzt wird die inklusive Eindeck-Nachsieb rund 47 t schwere Anlage derzeit im Moosleitner-Kieswerk Saaldorf zur Produktion von zertifizierten Wandkies-Lieferkörnungen 0/16, 0/22, 0/32, 0/63 aus Aufgabematerial 0/400. Mit ihrem klassenführenden 1300er-Prallbrecher (Einlauf: 1260 x 800 mm) für Aufgabestückgrößen bis 1000 mm und einer Vielzahl einschlägiger Ausrüstungsvarianten (Magnetabscheider, Windsichter) eigne sich der REMAX 400 jedoch auch für Einsätze im Recycling von Bauschutt, Ausbauasphalt oder Beton. Auch dann sichern großzügig dimensionierte Auf- und Übergaben, großvolumige Haldenbänder und die intelligente SBM-Brechersteuerung CRUSH CONTROL mit serienmäßiger Multifunktions-Fernsteuerung selbst unter Volllast den wirtschaftlichen Einmann-Betrieb ab Bagger oder Radlader, so das Unternehmen.

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Die geschäftsführenden Inhaber der Moosleitner-Gruppe Matthias Moosleitner (l.) und Mathias C. Moosleitner. Foto: SBM Mineral Processing

Wie alle SBM-Mobilbrecher besitzt auch der REMAX 400 einen voll ausgereiften Hybrid-Antrieb mit Diesel-/Generatoreinheit (300 kVA), elektrischem Brechermotor (160 kW) sowie weitgehend elektrifizierten Antrieben für Fördereinrichtungen und notwendige Hydraulikaggregate. Über den optionalen Plug-In-Anschluss lässt sich die gesamte Anlage vollelektrisch ab Netz oder externe Stromquellen betreiben, was laut Hersteller die Wirtschaftlichkeit im Betrieb nochmals deutlich erhöht. Doch bereits im diesel-elektrischen Betrieb beweist das SBM-Hybridkonzept seine Effizienz: Bei Moosleitner in Saaldorf erreicht der REMAX 400 je nach Endprodukt Stundenleistungen von 250 bis 380 t/h bei einem dokumentierten Dieselverbrauch von 26 bis 29 l/h, so die Nutzer. Zum Vergleich: Der zuvor an gleicher Stelle eingesetzte diesel-hydraulische 35-Tonnen-Brecher verbrauchte durchschnittlich 35 bis 37 l/h und dies bei weniger als halber Produktionsleistung von 140 bis 150 t/h.

Nicht zuletzt aufgrund der guten Erfahrungen mit Leistung und Verfügbarkeit des REMAX 400 und der Servicequalität des SBM-Partners mineraltech – Ing. Erwin Hofstätter übernahm Moosleitner eigenen Erläuterungen zufolge im Februar dieses Jahres den mobilen Backenbrecher JAWMAX 450. Eingesetzt werde der rund 40 t schwere und mittels One-Piece-Tiefbetttransport besonders mobile Großbrecher im Vorort-Recycling auf eigenen und Kundenbaustellen sowie als kurzfristig verfügbare Vorbrecher-Lösung im Hart- und Lockergestein. Wichtiges Argument war laut Unternehmen auch beim JAWMAX 450 die leistungsfähige Zerkleinerungstechnik, die neben einer hohen Brechkraft bis 400 Brinell, einem großen Einlauf von 1100 x 700 mm für Stückgrößen bis 1000 mm sowie einer Brechspaltverstellung unter Last (40 bis 160 mm) volle Flexibilität in der Verarbeitung auch schwieriger Materialien bietet.

Automatische Fremdkörpererkennung

Für eine hohe Verfügbarkeit sorgen diverse Sensoren, eine automatische Fremdkörpererkennung und ein Überlastschutz. Weiter optimiert wird die Brecherleistung nach Herstellerangeben durch das aktive Zweideck-Kreisschwinger-Vorsieb unterhalb des 7-Kumikmeter-Aufgabebunkers: Eine manuell betätigte Dreifachklappe regelt den Austrag/Bypass der abgesiebten Feinfraktionen, reduziere damit den Brecherverschleiß und steigere durch ein wesentlich homogeneres Brechgut die Produktionsleitung. Eine nahezu identische Vorsieblösung ist ebenso für den REMAX 400 – dann als Modell REMAX 450 – erhältlich.

Auch der JAWMAX 450 kommt mit diesel-elektrischem Hybrid-Antrieb (200 kVA) inklusive Plug-In-Netzoption, einem elektrisch angetriebenen Brecher (110 kW) sowie der SBM-Steuerung CRUSH CONTROL, die den Maschinisten auch aktiv beim Auf- und Abbau unterstützt. Neben einer hohen Stundenleistung und einer guten Mobilität vor Ort sind es gerade auch die minimalen Rüstzeiten, die für Moosleitner eigenen Ausführungen nach den JAWMAX 450 selbst für kurzfristige Baustellen-Einsätze ab 15.000 t anfallender Massen interessant machen.

Bereits kurz nach Übernahme musste sich der neue Großbackenbrecher allerdings bei einem Projekt ganz anderer Größenordnung bewähren: Insgesamt 180.000 t Betonaufbruch und ausgebautes Felsmaterial fallen bei der Generalsanierung eines knapp 13 km langen Teilstückes der A10-Tauern-Autobahn mit den Tunnel Ofenauer und Hiefler sowie der Tunnelkette Werfen an, bei denen Moosleitner bis Mitte 2025 die notwendigen Sanierungs- und Rückbauarbeiten an insgesamt zehn Tunnelröhren und neun Brückenbauwerken übernimmt.

Rund 80 % des Materials werden vor Ort wiederverwertet. Auf dem zentralen Recyclingplatz überzeugte der JAWMAX 450 je nach Ausgangsmaterial mit einer Leistung von 350 bis 420 t/h bei durchschnittlich 26 bis29 l/h Dieselverbrauch.

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