Bauunternehmer Michael Diehl

Burbaum-Workshop ist Investition in die Zukunft

Fortbildung und Seminare, Baubetrieb, Bauwirtschaft

Bauunternehmer Michael Diehl: "Gute Kommunikation auf allen Ebenen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor."

LEICHLINGEN/PIRMASENS. - Trotz langjähriger Geschäftsbeziehungen, steigender Baunachfrage und besseren Preisen wird es für Unternehmen oft schwieriger, erfreuliche Betriebsergebnisse zu erzielen und ihre Bauleistung zeitnah in Liquidität auf dem Bankkonto umzusetzen. Unzureichende Planung bei hohem Termindruck, zunehmende Engpässe bei Personal und Nachunternehmern und "davonlaufende" Kosten sind Schwierigkeiten des Baumarktes, die so manche Bilanz auch gut aufgestellter Unternehmen verhageln.

"Solange Geschäftsleitung und Mitarbeiter in der Vorstellung leben, dass ihnen Wettbewerb, Markt, Nachunternehmer, Termine und Kosten Probleme bereiten, gegen die es anzukämpfen gilt, berauben sie sich einer Fülle interner Stellschrauben für nachhaltig erfolgreiche Veränderungen", meint Unternehmensberater Thomas Burbaum aus Leichlingen im Rheinland. "Um hier gegenzusteuern greifen Unternehmer oft zu vermeintlich bewährten Rezepten und erhöhen den Erfolgsdruck auf Kalkulation, Einkauf und Bauleitung, drehen an der Kostenschraube und verfallen in Aktionismus gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Nachunternehmern." Das sei aber genau der Punkt, an dem es umzudenken gelte. Burbaum führt ein auf die Baubranche spezialisiertes Consulting-Unternehmen und steht in zweiter Generation für eine unabhängige und praxisnahe Beratungskultur in der Bauwirtschaft.

Aufgrund von langjährigen praktischen Erfahrungen aus seinen Arbeiten in Bauunternehmen, auch in Verbindung mit eigenen, bauspezifischen Benchmarking-Profilen setzt er mit großem Erfolg auf "Hilfe zur Selbst-Hilfe" in firmeninternen Lernprozessen. Von ihren drängendsten Fragestellungen ausgehend, erkennen die Teilnehmer im Rahmen von Workshops, wie sie ihr bewährtes Know-how erfolgreicher nutzen. Eine wachsende Zahl von Inhabern, Geschäftsführern und Führungskräften mittelständischer Bauunternehmen erarbeiten so gemeinsam mit ihren Mitarbeitern neue, motivierende Unternehmensziele sowie die zur Umsetzung erforderlichen Maßnahmen.

"Kundengewinnung und Kundenbindung ohne Preiswettbewerb" sowie "Verbesserte Kommunikation zwischen Geschäftsleitung, Bauleitung und Polieren für eine effizientere Umsetzung von Bauleistung in Liquidität" heißen zwei aktuelle Workshops, die Burbaum derzeit anbietet. Das Thema Kommunikation interessierte auch Michael Diehl, geschäftsführender Gesellschafter der Caprano Bauunternehmung GmbH aus Pirmasens, als er sich im Frühjahr 2014 zu einem Workshop mit seiner Führungsmannschaft entschloss. Sein Unternehmen, das bereits 1885 gegründet wurde, sieht sich in der Region Südwestpfalz und darüber hinaus als führender Anbieter von Bauleistungen in den Bereichen Gewerbebau, Industriebau, Wohnungsbau sowie Kommunalbau. Caprano beschäftigt 70 Mitarbeiter und erarbeitet jährlich eine Bauleistung von rund 12 Mio. Euro. Inhaber Diehl legt dabei besonderen Wert auf die Qualität der Zusammenarbeit mit seinen Auftraggebern, eine angenehme Atmosphäre sowie kreative und planerische Kompetenz im eigenen Haus. Durch positive Auskünfte und Empfehlungen gewinnt das Unternehmen in zunehmendem Maße auch überregional völlig neue Kunden. Diese hohe Anziehungskraft von Caprano ist dem Inhaber Ansporn genug, die Unternehmensabläufe erfolgsorientiert weiterzuentwickeln. Über seine Eindrücke aus dem Workshop und die Ergebnisse sprach die Redaktion mit dem Unternehmer Michael Diehl.

ABZ: Herr Diehl, was war für Sie der Anlass, diesen Workshop mit Ihren Mitarbeitern durchzuführen?

Diehl: Gute Kommunikation auf allen Ebenen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Wir wollten bestehende Kommunikationsengpässe unter externer Anleitung herausarbeiten und überwinden. Es ist zudem immer sinnvoll, abseits des Tagesgeschäftes über individuelle wie auch gemeinsame Erfolge und Probleme zu sprechen. Ein Workshop schafft einfach mehr Raum und Zeit, um neue Lösungsansätze zu diskutieren und gemeinsam neue Wege und Ziele zu erarbeiten. Für mich war es wichtig zu definieren: Wo stehen wir jetzt und warum stehen wir da. Wo wollen wir hin und wie kommen wir dorthin.

ABZ: Warum arbeiten Sie bei solchen Fragestellungen mit Burbaum zusammen?

Diehl: Kopfmenschen erfahren bei seinen Coachings ihre Begabung zu Bauchentscheidungen. Thomas Burbaum ist ein kompetenter Leiter des Workshops und vollzieht ein im positiven Sinne straffes Programm ohne Leerlauf und ohne die Verbreitung von Allgemeinplätzen. Er zeigt sich als sensibler und motivierender Referent, der den didaktischen Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe verfolgt. So stellt er z. B. keine direkten und evtl. unangenehmen Fragen, sondern schafft es, mit "harmlosen" Gruppenarbeiten und den Umweg über das Unterbewusstsein eindrückliche Aha-Effekte zu erzielen. Plötzlich fällt der Groschen und die Teilnehmer lernen Selbst-Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes mit nachhaltigem Effekt.

ABZ: Wie würden Sie die Atmosphäre unter den Teilnehmern beschreiben?

Diehl: Während des Workshops habe ich eine vorab nicht erwartete Offenheit aller Teilnehmer erlebt. Meine Leute waren wirklich mit Spaß bei der Sache. Überrascht haben mich einige Mitarbeiter, die eine bisher, nicht unbedingt kommunizierte, analytische Sicht auf Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten gezeigt haben. Sowohl die Schwachstellen als auch die Stärken im

Miteinander wurden von den Teilnehmern selbst erkannt bzw. herausgearbeitet. Die individuellen Möglichkeiten, sich im Betrieb stärker einzubringen, haben wir fast spielerisch erarbeitet. Diese Erfahrung wurde von allen Teilnehmern mit Freude, Erstaunen und am Ende auch mit Stolz aufgenommen.

ABZ: Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

Diehl: Solch ein Workshop ist in jedem Falle eine Investition in die Zukunft und für die offene Sicht auf Unternehmensabläufe empfehlenswert. Die Mitarbeiter werden ganz klar "größer" und gehen selbstbewusster, verständiger und motivierter an das Tagesgeschäft. Ich stelle außerdem fest, dass zunehmend Wichtiges von Unwichtigem unterschieden werden kann.

ABZ: Was hat sich aus Ihrer heutigen Sicht, ein halbes Jahr später, verändert?

Diehl: Es gibt eine nicht zu übersehene Stärkung des Wir-Gefühls und des Teamgeistes. Die Mitarbeiter nehmen ihre individuellen Aufgaben sorgfältiger und verantwortungsvoller wahr und gehen sensibler miteinander um. Das gegenseitige Verständnis ist seitdem größer und das gilt sowohl für Entscheidungen, die ich als Betriebsinhaber treffe, als auch bezüglich der Situation der Kunden!

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 47/2014.

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