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Beim Ausbau der A 7

Ersatzneubau bei Brücke erforderlich

Teupe, Baustellen, Gerüstbau, Straßenbau und Verkehrswesen, Brückenbau

Teupe hat für 220 m Überbau-Verschub mit den beauftragten Traggerüst-, Hydraulik- und Verschubleistungen eine technisch höchst anspruchsvolle Aufgabe beim Rückbau der Langenfelder Brücke gelöst.

HAMBURG (ABZ). - Die Bundesautobahn A 7 gehört zu den am stärksten befahrenen Straßen Deutschlands und ist eine wichtige Verkehrsachse für den Transitverkehr zwischen Nord – und Süddeutschland und Europa. Darüber hinaus ist die A 7 das Herzstück der regionalen und städtischen Verkehrsadern in Norddeutschland und der Freien und Hansestadt Hamburg.

Das Verkehrsaufkommen steigt stetig. So fahren allein durch Hamburg-Stellingen täglich mehr als 150 000 Fahrzeuge und auch in den kommenden Jahren ist eine immer höhere Verkehrsbelastung, insbesondere Schwerlastverkehr, absehbar. Deshalb wird die A 7 seit Juni letzten Jahres aus- und umgebaut: Die vier- bzw. sechsspurigen Autobahnabschnitte im Hamburger Nordwesten werden um jeweils zwei Spuren erweitert. Weiterhin soll mit drei Tunnelbauwerken in den Hamburger Stadtteilen Schnelsen, Stellingen und Altona ein umfassender Lärmschutz erreicht und höhere Lebensqualität für die Anwohner ermöglicht werden.

Eine technisch höchst anspruchsvolle Aufgabe ist der Abbruch und Neubau der Langenfelder Brücke im Zuge der A 7 zwischen den Autobahn-Anschlussstellen Hamburg-Stellingen und Volkspark. Das bestehende Brückenbauwerk aus den 1970er Jahren ist baufällig und für den achtspurigen Ausbau und Lärmschutz nicht ausreichend breit und tragfähig. Deshalb ist ein kompletter Ersatzneubau erforderlich. Das Zwillingsbauwerk wird in einem Zeitraum von rund vier Jahren abgerissen und anschließend, mit Lärmschutzwänden versehen, neu gebaut.

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Rückbau von 205 m Überbau über laufenden Bahn- und Straßenverkehr.

Die Langenfelder Brücke überspannt nicht nur Straßen, sondern auch Bahngleise. Sowohl der Abbruch, als auch der Neubau der Brücke erfolgen unter laufendem Verkehr – auf der Brücke und darunter. Eine besondere Herausforderung bedeutet dabei die Aufrechterhaltung des achtgleisigen Fern- und S-Bahnverkehrs. Der Abbruch der knapp 400 m langen Brücke erfolgt in mehreren Teilabschnitten. Zuerst erfolgt der östliche Ersatzneubau, anschließend der westliche. Die Brücke wurde zunächst von ihren Aufbauten geleichtert und der südliche Brückenabschnitt mit ca. 195 m konventionell, mit schwerem Gerät abgebrochen. Der verbleibende Brückenabschnitt mit ca. 205 m über allen Gleisen und Straßen wurde von der Firma Teupe zunächst um ca. 50 cm hydraulisch angehoben und anschließend mit Hilfe von hydraulischen Pressen herausgeschoben. Hierzu wurde der Brückenüberbau auf elf provisorischen Stahlbaustützen und 28 Gleitlagern aufgelagert. Nach Montage von ca. 850 t Stahlbauhilfsstützen im Februar und März 2015, konnte im April der sogenannte Ausschub des Brückenüberbaus Ost erfolgreich begonnen werden. Der Abbruch des Überbaus erfolgte hinter dem nördlichen Widerlager auf der gesperrten Richtungsfahrbahn der Autobahn. Nach Rückbau des Überbaus erfolgt der Abbruch der Brückenpfeiler sowie der Neubau an gleicher Stelle.

Teupe, Baustellen, Gerüstbau, Straßenbau und Verkehrswesen, Brückenbau

850 t Stahlbau-Hilfsstützen einschließlich eingebauten Verschublagern.

Die Firma Teupe wurde mit den Traggerüsten, dem Anheben und dem Ausschub des Brückenbauwerks beauftragt. Die Brücke mit einem Gewicht von 10 000 t musste auf einer Strecke von insgesamt ca. 220 m verschoben werden. Hierzu kamen Verschubtakte von bis zu 16,50 m Tagesleistung zur Anwendung. Das Verfahren ist technisch sehr komplex und anspruchsvoll und wurde so in Deutschland erstmalig durchgeführt. Unter besonderer Beachtung ist das "Steuern" des seinerzeit auf bodengestützter Schalung mit einer von der Klothoide in den Kreisbogen übergehenden Geometrie erstellten Brückenbauwerks zu sehen. Weiter sind beim Überbau konstruktive Ungenauigkeiten aus den Koppelfugen und den Überhöhungen aus der Herstellung zu nennen. Als weitere Herausforderung sind die Lastverteilung und das mit dem Verschubvorgang einhergehende Lastspiel der vorgespannten Brücke beachtenswert. Die Verschub-Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Diese wurden unter laufendem Bahn- und Straßenverkehr auf Grundlage eines mit allen Beteiligten erarbeiteten und geprüften Sicherheitskonzeptes erfolgreich durchgeführt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 33/2015.

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