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BIM im Tiefbau

Parallele Menegenmodelle möglich

IT im Bauwesen, Building Information Modeling, Tiefbau

Darstellung von realen Verbauflächen eines Kanal- und Schachtbauwerkes mit roter Farbe in der Software isl-baustellenmanager.

SIEGEN (ABZ). - Immer mehr Bauvorhaben werden in Deutschland schon vor Baubeginn als sogenannte BIM-Modelle fertig gestellt. Der Begriff BIM steht dabei für den englischen Ausdruck Building Information Modeling, was übersetzt Gebäudedatenmodellierung heißt. Die Idee bei der Digitalisierung des Bauens ist, Kosten zu reduzieren und mögliche Fehler in der Planung frühzeitig zu erkennen. Zudem können die elektronischen Daten für 3D-Maschinensteuerungen von Baggern, Raupen, Fräsen und Asphaltfertigern genutzt werden.

Allerdings gibt es neben den vielen Vorteilen des modellbasierten Arbeitens im Bauwesen auch Einschränkungen, die die Nutzung dieser Innovation auf den ersten Blick schwer erscheinen lässt. Gemeint sind Probleme, heißt es vonseiten des Bausoftware-Anbieters isl-kocher, die bei der Abrechnung von Baumaßnahmen auftreten und ihren Ursprung in der Zeit der manuellen Aufmaße haben. Im Hochbau, wenn gemäß der VOB Fensteraussparungen in Wänden kleiner als 2,5 m² übermessen werden, lässt sich diese Tatsache recht einfach in einer BIM-basierten Software abbilden. Es wird dann das Bruttovolumen der Wand aufgezeichnet, von dem dann die Öffnungen mit einer Fläche größer 2,5 m² abgezogen werden.

Im Tiefbau sind die Zusammenhänge oft viel komplexer. Z. B. beim Grabenverbau, der in der Realität eine senkrecht stehende Flächenstruktur hat, muss das Bauunternehmen häufig nach laufenden Metern Graben abrechnen. Das reale Modell ist allerdings eine Fläche, die sich aus dem Geländeverlauf und den vorhandenen Schachtbaugruben ergibt. Somit hat die abzurechnende Größe – Verbau nach laufenden Metern Graben – tatsächlich sehr wenig mit der realen Situation vor Ort zu tun.

Zurück zum Hochbau: Hier erhalten ausführende Baufirmen von modern ausgestatteten Architekturbüros schon in vielen Fällen Modelle, die über eine so genannte Bemusterung zur Mengenermittlung genutzt werden. Unter Bemusterung versteht man hier bestimmte LV-Positionen, die Abrechnungsregelungen enthalten. In der Tiefbauplanung wird in Deutschland allerdings noch immer überwiegend planorientiert gearbeitet. Ausführende Bauunternehmen bekommen in der Kalkulationsphase keine Modelle zur Verfügung gestellt, sondern meist nur PDF-Dateien, also 2D-Informationen.

Nutzer des Programms isl-baustellenmanager verstehen nach Meinung des Anbieters diesen offensichtlichen Mangel an Informationen bzw. Mangel an Modellen allerdings als Chance. Der isl-baustellenmanager ist eine Software vom Anbieter isl-kocher aus Siegen. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Softwarelösungen für das Bauwesen spezialisiert und sich zum Ziel gesetzt, Baubetriebe bei der Optimierung ihrer Prozesse zu unterstützen. Firmen, die mit dem isl-baustellenmanager arbeiten, können auf der Basis von tiefbauspezifischen Regeln in kürzester Zeit aus 2D-Plänen 3D-Modelle erstellen. Anwender müssen also nicht ausschließlich mit den Unterlagen des Planers zurechtkommen, sondern können sich rasch und ohne großen zusätzlichen Aufwand eigene Modelle erstellen. Diese moderne Arbeitsweise funktioniert schon seit einiger Zeit bestens in Baubetrieben, die die Software von isl-kocher im Einsatz haben.

Das Softwarehaus isl-kocher hat seinen baustellenmanager nun nochmals optimiert und erneut an die Bedürfnisse der Praxis angepasst. Vorgestellt wurde die neue Version 6.1 des Programms anlässlich der Messe Bau. Absolut innovativ an der neuen Version sei, dass jetzt zwei parallele Modelle in der Software erzeugt würden. Zum einen würde die reale Geometrie der Baumaßnahme dargestellt und berechnet, zum anderen die für die regelkonforme Abrechnung relevante Geometrie aufgezeichnet.

Die auf den ersten Blick unkonventionelle Vorgehensweise mit der Schaffung von zwei Modellen bietet eine Reihe von Vorteilen. Anwender können an dem abrechnungskonformen Modell visuell prüfen, ob die Regeln entsprechend der aktuellen Ausschreibung eingehalten bzw. korrekt eingestellt wurden. Die Mengenermittlung für die Kalkulation und die Materialbestellung hingegen basiert naturgemäß auf dem Modell mit der realen Geometrie. Und natürlich müssen die an die 3D-Maschinensteuerung abzugebenden Modelle ebenfalls der realen Geometrie entsprechen. Besonders praktisch für die Nutzer: Ohne Mehraufwand lassen sich die Abrechnungsmengen aus dem abrechnungskonformen Modell ermitteln. Ungenaue Näherungslösungen gehören damit der Vergangenheit an. In beiden 3D-Modellen, zwischen denen leicht mit einem Mausklick am Computer hin und her geschaltet werden kann, passen die Geometrien und die Mengen selbstverständlich jeweils eins zu eins zusammen.

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