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Bauaussichten 2021

Chancen nutzen – auch und gerade in Krisenzeiten

Von Wolf Christian Behrbohm, Geschäftsführer der Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Güglingen-Eibensbach

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns alle nun schon deutlich länger als ursprünglich erwartet – auch im Gerüstbau. Je nach Einsatzschwerpunkt unserer Kunden zeigt sich jedoch ein sehr unterschiedliches Bild. Unsere Kunden aus der Veranstaltungstechnik leiden sehr unter der aktuellen Situation, stellen aber ihre Kreativität auch im unternehmerischen Sinn immer wieder mit innovativen Ideen unter Beweis. In Deutschland ist der Gerüstbau vor allem in der Bauindustrie nach wie vor gut nachgefragt und unsere Kunden starten vorsichtig optimistisch in das vor uns liegende Jahr 2021. Auch in der Industrie können wir eine Rückkehr zu mehr Normalität erwarten, nachdem viele Wartungsarbeiten durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierende wirtschaftliche Unsicherheit zunächst verschoben wurden. Anlagen im Bereich Energie, Chemie und Petrochemie laufen jedoch weiter und in der Zwischenzeit sind wieder einige Stillstände geplant – verbunden mit Aufträgen für die im Industriegerüstbau tätigen Firmen.

Bei allen negativen Auswirkungen auf die berufliche und die persönliche Situation können Krisen aber auch Chancen bieten. In schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen, gegebenenfalls anzupassen und so beim Aufschwung der allgemeinen wirtschaftlichen Konjunktur noch schlagkräftiger zu sein. Bei Layher können wir feststellen, dass eine Vielzahl unserer Kunden diese Zeit intensiv genutzt haben.

Im Hinblick auf Optimierung der Montageeffizienz, Erweiterung des Anwendungsspektrums und auch im Bereich der Digitalisierung. Neben dem verstärkten Nutzen digitaler Kommunikationsmittel wie Videokonferenzen haben Gerüstbaufirmen sich damit beschäftigt, wie sie die Digitalisierung gerüstspezifischer Arbeitsabläufe weiter voranbringen können. In den vergangenen Monaten haben wir zahlreiche Webinare und kundenindividuelle Online-Workshops zu "Scaffolding Information Modeling" – kurz Layher SIM – veranstaltet und Kunden auf ihrem Weg in die digitale Zukunft begleitet. Ein Trend, der sich angesichts der vielfältigen Vorteile sicher fortsetzen wird. Stichwort Kostenkontrolle sowie Planungs- und Terminsicherheit, um nur einige zu nennen.

Dazu werden wir auch unsere integrierte Softwarelösung "LayPLAN SUITE" kontinuierlich weiterentwickeln, die eine leistungsstarke Basis für "Layher SIM" darstellt – mit passenden Modulen für jeden Bedarf. Automatisierte Planungen vordefinierter Gerüstkonstruktionen mit LayPLAN CLASSIC sind ebenso möglich wie die Umsetzung komplexer Lösungen im Rahmen des ingenieurmäßigen Gerüstbaus mit LayPLAN CAD. Für die Übergabe von Allround-Konstruktionen ans Stabwerksprogramm RSTAB wurde ebenfalls ein Tool entwickelt. Dies spart Zeit und minimiert Fehlerquellen. Unser neuestes Service-Angebot ist das Thema 3D-Scan. Liegen unseren Kunden noch keine verlässlichen 3D-Modelldaten vor – wie bei historischen Gebäuden, Kirchen oder Brücken oft der Fall – müssen diese bislang zeitaufwendig nachmodelliert werden. Mit einem 3D-Laserscanner generieren die Layher-Anwendungsingenieure künftig millimetergenaue Daten von Bauwerken für die 3D-Planung in LayPLAN CAD. Der 3D-Scan kann im Innen- und Außenbereich erfolgen, zum Beispiel für Denkmäler, Industrieanlagen, Schiffe und Flugzeuge oder die Erfassung von Eventlocations. Selbst der Einsatz bei vollständiger Dunkelheit wie in Tunnelbauwerken oder in Industriekesseln ist möglich. Dies erleichtert die Planung deutlich.

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Gerüstbau ist das Thema Effizienz bei Montage und Logistik, den maßgeblichen Faktoren der Gerüstbaudienstleistung. Ansatzpunkte sind hier vornehmlich die Bauteilanzahl und das Bauteilgewicht. Leichter geht in der Theorie fast immer. Für das sichere Arbeiten in der Höhe muss eine Gewichtseinsparung bei Bauteilen jedoch ohne Tragfähigkeitsverlust erfolgen. Das ist uns mit der Philosophie Layher Lightweight gelungen. Wir konnten das Gewicht unserer Systeme Blitz und Allround verringern – und dies bei gleichbleibend hoher oder sogar höherer Tragfähigkeit. Die Vorteile sind vielfältig und reichen für Gerüstbaufirmen von einer schnelleren Montage über eine optimierte Logistik bis hin zur höheren Arbeitssicherheit und Ergonomie für Gerüstbaumonteure. Schlagwort Lebensarbeitszeit.

Alle Neuheiten sind durch einheitliche Systemmaße mit bestehenden Bauteilen des Layher-Produktportfolios kombinierbar – unabhängig von der Produktgeneration. Dies gewährleistet Investitionssicherheit. Selbstverständlich führen wir diese Philosophie auch in Zukunft fort. Aktuelles Beispiel ist der innovative Stahlboden LW. Dieser ermöglicht unseren Kunden nicht nur ein noch besseres Handling, sondern durch eine Gewichtseinsparung von bis zu mehr als zwei Kilogramm auch mehr Effizienz bei Auf- und Abbau. Die Rentabilität von Projekten steigt signifikant.

Ein dritter Faktor, mit dem sich unsere Kunden vermehrt beschäftigen, ist das Thema Einsatzvielfalt von Gerüstmaterial beziehungsweise Verbreiterung des Anwendungsspektrums. Möglich ist dies durch die Philosophie des Integrierten Layher-Systems.

Die Layher-Systeme Blitz und Allround bestehen aus nur wenigen Grundbauteilen. Je nach Aufgabe steht unseren Kunden zudem ein umfassender Baukasten mit passenden Ausbau- und Ergänzungsbauteilen zur Verfügung. Unsere Kunden haben so die Möglichkeit, sich neue Aufgabengebiete und unter Umständen sogar Kundengruppen zu erschließen. Das Thema Straßen- und Brückenbau steht beispielsweise auch in Zukunft im Fokus. Das Interesse an unseren Systemlösungen – vom klassischen Gitterträger über den Allround-Fachwerkträger bis hin zum Aluminium-Träger FlexBeam – steigt deshalb kontinuierlich. Eine Entwicklung, die sich angesichts der geplanten Infrastrukturmaßnahmen des Bundes noch verstärken wird. Die Ergänzungsbauteile sind Serienteile, können bei Bedarf auf Basis der Layher-Preislisten verlässlich kalkuliert und nach Auftragsvergabe durch die Baustelle aufgrund der hohen Layher-Materialverfügbarkeit zeitnah geliefert werden. Auf Wunsch auch direkt auf die Baustelle.

Angesichts dieser positiven Vorzeichen blicken auch wir bei Layher optimistisch ins Jahr 2021. Gerne möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bei unseren Kunden bedanken, die uns auch in schwierigen Zeiten ihr Vertrauen schenken und sich darauf verlassen, dass wir der Partner in Sachen Gerüstbau sind. Dies bestärkt uns umso mehr, für unsere Kunden gemäß unserer Unternehmensphilosophie "mehr möglich" zu machen. Um die Nachfrage bei Saisonstart verlässlich bedienen zu können, erhöhen wir aktuell über die Wintermonate die Materialbestände – an unserem Zentrallager in Güglingen-Eibensbach ebenso wie an unseren bundesweit 30 Service-Stützpunkten. Auch unser Angebot an Seminaren und Schulungen – derzeit aufgrund der notwendigen Kontaktbeschränkungen meist in Webinarform – bauen wir weiter aus, sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf den Veranstaltungsort. Beim Thema Informationsveranstaltung gehen wir ebenfalls ganz neue Wege. Um der aktuellen Situation Rechnung zu tragen, haben wir im Herbst des vergangenen Jahres die erste digitale Messe für Layher-Steigtechnik-Produkte veranstaltet – mit überwältigender Resonanz. Derzeit bereiten wir zudem eine komplett neue Art der Veranstaltung "rund ums Gerüst" in digitaler Form vor. Unsere virtuellen Gäste erwarten interessante Vorträge zum Thema "Personal im Gerüstbau" mit interaktiver Diskussionsrunde. Kunden und Interessenten dürfen gespannt sein!

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2021.

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