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Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/2020

Baubranche steht bei Digitalisierung erst am Anfang

Das Baugewerbe hängt im Vergleich zu anderen Branchen in der Digitalisierung hinterher.

Bonn (ABZ). – Das Baugewerbe hängt im Vergleich zu anderen Branchen noch immer in der Digitalisierung hinterher. So lautet eines der Ergebnisse der vierten Telekom-Studie "Digitalisierungsindex Mittelstand". Demnach tun sich vor allem kleinere Unternehmen nach wie vor schwer mit der digitalen Transformation. Die Baubranche hat noch immer Aufholbedarf: In der Telekom-Studie liegt sie mit 52 Indexpunkten vier Punkte hinter dem branchenübergreifenden Durchschnitt. Es gibt aber auch gute Nachrichten. So hätten immerhin 37 Prozent der Unternehmen in der Baubranche aktuell die digitale Transformation in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Laut Studie entscheide im Baugewerbe vor allem die Unternehmensgröße darüber, ob ein Unternehmen digital gut aufgestellt ist. In Bauunternehmen ab 50 Mitarbeitern hätten bereits 48 Prozent die Digitalisierung strategisch verankert. Die Kunden rücken immer stärker in den Fokus des Baugewerbes. Bei fast zwei Drittel (31 Prozent) der im Mittelstandsindex der Telekom erfassten Unternehmen können Kunden inzwischen Termine online buchen und weitere 27 Prozent wollen ein solches Tool kurzfristig einsetzen. Drei von zehn Unternehmen schneiden auf Basis von Kundendaten Beratung und Produkte auf individuelle Wünsche zu. Was sich positiv auf das Geschäft auswirke: Sie gewinnen Kunden leichter (87 Prozent) und steigern ihren Umsatz (86 Prozent).

Insbesondere in der Bauindustrie äußern Auftraggeber während eines Bauvorhabens diverse Sonderwünsche. Wer einen Online-Konfigurator einsetzt, kann Kunden von vornherein stärker in den Planungsprozess einbeziehen. Jedoch nutzen der Studie zufolge nur 16 Prozent der Unternehmen einen solchen Konfigurator, 23 Prozent wollen ihrem Beispiel folgen.

Daten entwickeln sich auch in der Baubranche immer mehr zum Differenzierer. So wertet ein Viertel (26 Prozent) der Befragten Unternehmensdaten auf Basis von Business Analytics und Intelligence-Lösungen aus. Fast genauso viele Baufirmen (24 Prozent) führen ein digitales Bautagebuch, das einen geordneten Bauablauf erleichtert. Erst eine Minderheit (13 Prozent) nutzt Building Information Modeling (BIM), mit dem sich Bauwerke als virtuelles Modell geometrisch visualisieren lassen. Mit BIM minimiert sich das Risiko von Fehlplanungen und potenzielle Mehrkosten lassen sich frühzeitig erkennen. Wer bereits BIM einsetzt, gab in der Befragung an, dass sich die Effizienz der Bauprozesse (80 Prozent) erhöht habe.

Digitalisierung zahlt sich aus, sagen die Baufirmen, die überdurchschnittlich viel in die digitale Transformation investiert haben. Diese Top 10 erreichen einen Digitalisierungsindex von 86 Punkten, liegen also 34 Punkte über dem Durchschnitt der Baubranche. Drei Viertel (73 Prozent) davon sind mit ihrem Umsatz zufrieden, acht von zehn digitalen Vorreitern gewinnen Neukunden leichter und 84 Prozent können schneller auf Kundenanfragen reagieren.

Angesprochen auf die Gründe, warum die Baubranche nicht mehr Aufwand in die digitale Transformation steckt, geben ein Drittel Zeitmangel und 35 Prozent hohe Investitionskosten als die wesentlichen Digitalisierungshürden an. 22 Prozent sehen in der unzureichenden Qualifikation ihrer Mitarbeiter eine entscheidende Umsetzungshürde. Und immerhin noch ein Fünftel (22 Prozent) der Befragten erkennen keinen wirtschaftlichen Nutzen in der Digitalisierung.

Bereits zum vierten Mal befragten Analysten von techconsult im Sommer 2019 knapp 2100 kleine und mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen über den aktuellen Stand ihrer digitalen Transformation. Der aktuelle Gesamtstudienbericht sowie einzelne Branchenberichte stehen auf der Webseite www.digitalisierungsindex.de zum Download bereit.

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