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Ehemaliger Plettac-Entwickler Klaus Buttgereit

Erfinder des Kombigerüstes SL 70 verstorben

Von Werner Roswandowitsch

Personen

Der Entwickler des Plettac Kombigerüsts SL 70, Klaus Buttgereit.

Plettenberg. – Mitte der 60er-Jahre entwickelte Klaus Buttgereit das Kombigerüst SL 70 für die ehemalige Eisenwahren GmbH und trug damit wesentlich zur Entwicklung des Unternehmens bei, welches später als Plettac AG den Markt eroberte. Im Alter von 80 Jahren ist Buttgereit nun kürzlich verstorben. Ein Nachruf von Werner Roswandowitsch.

Wir schreiben die frühen 60er-Jahre. Die junge Eisenwaren GmbH (später Plettac AG) sucht dringend neue Produkte. Der angedachte Vertrieb von Seil- und Kettenzubehör entwickelt sich nicht wie erhofft. Die Hebetechnik hat sich weiterentwickelt. Seile und Ketten werden von der Hydraulik verdrängt. Der Bedarf an Seil- und Kettenzubehör ist rückläufig. Die Gerüstkupplung, die damals zur Erstellung von Baugerüsten benötigt wird, scheint als Ausgleich geeignet, bietet sie doch die Möglichkeit, am Bauboom der Nachkriegsjahre zu partizipieren.

Klaus Buttgereit, der Bruder des Geschäftsführers Dieter Buttgereit, soll den Vertrieb der Gerüstkupplungen verantworten. In dieser Funktion knüpft Klaus Buttgereit erste Kontakte zur Bauwirtschaft. Schnell erarbeitet er sich dort den Ruf eines kompetenten Ansprechpartners. Dabei helfen ihm sein technisches Verständnis und seine sympathische Art, auf Menschen zuzugehen. Dieses technische Verständnis ist es auch, das ihn bald erkennen lässt, dass auch der Bedarf an Gerüstkupplungen mittelfristig rückläufig sein wird. An den Fassaden verdrängen Gerüste aus industriell vorgefertigten Bauteilen sowohl die Rohr- und Kupplungsgerüste als auch die Holzleiterngerüste. 1965 konzipiert er daher ein erstes Gerüstsystem für die Eisenwaren GmbH, das EWG Mattengerüst, das bereits einen hohen Anteil vorgefertig-ter Bauteile aufweist. Als der Markt einen noch höheren Grad an vorgefertig-ten Bauteilen fordert, sog. Rahmengerüs-te, gelingt Klaus Buttgereit 1967 dann der ganz große Wurf. Er hatte sich die fünf bereits am Markt befindlichen Rahmengerüste genau angesehen, und er sieht Verbesserungspotential.

Kurz entschlossen lädt er vier der damals in Deutschland führenden Gerüstbaudienstleister nach Plettenberg ein und trägt ihnen seine Vorstellungen vor. Die sind begeistert. So entschließt man sich, trotz der fünf bereits am Markt befindlichen Rahmengerüste ein eigenes Rahmengerüst auf den Markt zu bringen. Für den Bau der Prototypen kann Klaus Buttgereit auf Heinz Ahrens zurückgreifen, einen begnadeten Praktiker. Die gefertigten Prototypen werden kurze Zeit später den Dienstleistern vorgestellt. Das Ergebnis beeindruckt derart, dass zwei Gerüstbauer spontan das neue Gerüst ordern. Parallel hat man eine Werbeagentur mit einer Markteinführungskampagne beauftragt. Diese kreiert auch den Namen des Gerüstes: Plettenberger Kombigerüst SL 70.

Das Kombigerüst SL 70 hat für die weitere Entwicklung der Eisenwaren GmbH und später der Plettac AG existentielle Bedeutung. Es unterstützt mit seiner Wettbewerbsfähigkeit die Vertriebsstrategien und wird für das Unternehmen zum Umsatz- und Gewinnbringer Nummer eins. 1985 übernimmt Klaus Buttgereit erfolgreich den Aufbau der Plettac Vertriebsorganisation in Frankreich. Ab Mitte der 90er-Jahre widmet er sich ausschließlich der Produktentwicklung.

Heute, ziemlich genau 50 Jahre nach der Vorstellung des Kombigerüstes SL 70, zählt es zu den meist verbreiteten Gerüsten in Europa und nimmt dort im Ranking, wie auch in Deutschland, Rang zwei ein. Für viele der Unternehmen – beispielsweise Plettac Altrad und die Firma Junior – die das SL System derzeit produzieren, ist es auch heute noch einer der größten Umsatz- und Gewinnbringer. Danke Klaus Buttgereit.

Werner Roswandowitsch war Geschäftsführer der Plettac systems  Verwaltungs GmbH in Plettenberg.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 28/2017.

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