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Einsatzes eines Schneidrades spart Kosten

Dauerhafte Drainage schützt vor Grundwasser

Mithilfe eines Kemroc-Schneidrades DMW 130 wurden Schlitze in der Außenwand des Fernbahntunnels Bad Cannstatt freigelegt, um Kontrolldrainagen links und rechts von Dammringen einzubauen. Diese sollen anliegendes Anhydrit vor Grundwasserzutritten schützen.

Bad Cannstatt (ABZ). – Schwierige geologische Verhältnisse haben die Mineure beim Bau des Fernbahntunnels Bad Cannstatt im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 vorgefunden. Auf einer Strecke von rund 1000 m des insgesamt 3,8 km langen Tunnels stießen sie beim Auffahren der beiden Tunnelröhren auf zwei Anhydritlinsen mit einer Härte von in etwa 60 bis 90 MPa. Anhydrit kann beim Kontakt mit Grundwasser quellen und langfristig schwere Schäden am Tunnelbauwerk verursachen. Deshalb müssen die betroffenen Stellen vorm Eindringen von Wasser geschützt werden.

Die Ausführungsplanung sah den Einbau von sieben Dammringen (Grundwassersperren) vor. Jeweils unmittelbar vor und nach einem Dammring sollten zusätzlich 13 Kontrolldrainagen verbaut werden. Dazu musste im Tunnelprofil umlaufend jeweils ein Schlitz von 60 cm Tiefe und 50 cm Breite in die Außenschale aus Spritzbeton der Güte C 35/45 mit zweifacher Bewehrung Q 257 A abgesenkt werden. Hierzu wurden links und rechts des Schlitzes jeweils 40 bis 60 cm tiefe Schnitte ausgeführt und das Material dazwischen herausgebrochen.

Für den Einsatz in der ersten Tunnelröhre gegen Ende 2018 wurde ein Kemroc-Schneidrad DMW 130 zunächst für einen Zeitraum von drei Monaten angemietet. Weil der Tunnel einen Innendurchmesser von 9,8 m hat, aber der Tunnelbagger Liebherr R924 T einen relativ kurzen Ausleger hat, um im Tunnel rangieren zu können, musste jeweils im Bereich eines herzustellenden Dammrings die Tunnelsohle 2 m hoch überschüttet werden. Der Bagger wurde darauf platziert und führte jeweils nebeneinander zwei Schnitte in den Spritzbeton aus. Danach wurde das Material zwischen den Schnitten herausgebrochen. Dann wurde die Überschüttung wieder abgetragen. Der Tunnelbagger führte die Schnitte an den beiden Seiten des Tunnelgewölbes aus. Wiederum wurde das Material dazwischen herausgebrochen, um die Schlitze für die Kontrolldrainagen über die gesamte Tunnelgeometrie zu vervollständigen. Anschließend wurden eine Noppenfolie und das Drainagerohr eingebaut. Der verbleibende Hohlraum wurde mit Spritzbeton verfüllt.

Der Einsatz in der ersten Tunnelröhre war einfacher als zunächst gedacht. Bereits nach einem Monat gaben die Mineure das angemietete Schneidrad zurück. Im Frühjahr 2019 erstellten die Spezialisten noch sieben Kontrolldrainage-Schlitze in der zweiten Tunnelröhre. Auch dafür mieteten sie das Kemroc-Schneidrad an. Mit dessen Hilfe wurden die Arbeiten präzise und wirtschaftlich ausgeführt, sagt Maschinenmeister Peter Göbel. "Mithilfe einer herkömmlichen Querschneidkopffräse hätten wir deutlich mehr Material abgetragen als notwendig", so Göbel. Durch den Einsatz des Schneidrades sei nur genauso viel Material herausgebrochen worden wie gefordert. "Ein klarer monetärer Vorteil, denn mehr bekommen wir nicht bezahlt", so Göbel. Zudem habe das Unternehmen beim Abtransport und Entsorgen des Ausbruchmaterials sowie beim Wiederverfüllen der Schlitze mit Spritzbeton Geld gespart. Und der Verschleiß an den Fräsmeißeln des Schneidrades habe sich in Grenzen gehalten.

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