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Elektro-Baustelleneinrichtung und mehr

Bauprojekt der Superlative unterstützt

Ein Radlader CAT 926 M unterstützte unter anderem bei Transportarbeiten.

Trevi verantwortete den Spezialtiefbau für futuristische Hochhäuser in Frankfurt. Bei der Baustromversorgung und der Ausstattung mit Mietequipment unterstützte Zeppelin Rental.

Frankfurt/Main (ABZ). – "FOUR Frankfurt" ist ein Bauvorhaben der Superlative. Auf sehr engem innerstädtischem Raum wachsen vier Hochhäuser bis zu 233 m in die Höhe. Darin sollen Wohnungen, Büros, ein Hotel, eine Kindertagesstätte, Gastronomie, Einzelhandel und Nahversorgung Platz haben. Ein mehrstöckiger Sockel verbindet die vier futuristischen Hochhäuser.

Zunächst wurde die Bestandsbebauung zurückgebaut, zu der auch ein 100 m hohes Hochhaus gehörte. Der Spezialtiefbauer Trevi wurde von GP Con, dem ausführenden Bauunternehmen und einer Tochter des Projektentwicklers Groß und Partner, damit beauftragt, die Baugrubenumschließung in Schlitzwandbauweise zu errichten.

Für die Arbeiten benötigte das Trevi-Team um den Business Unit Manager Germany Lars Künnemann Unterstützung bei der Baustromversorgung. Günter Schotsch, technischer Projektmanager im Bereich Elektro und Energie bei Zeppelin Rental in Mörfelden-Walldorf, plante die Elektro-Baustelleneinrichtung. "Um eine Baustelle möglichst effizient mit Spannung zu versorgen, benötigt man zunächst eine Auflistung der vorgesehenen Verbraucher", erklärt er. "Auf dieser Basis erfolgen die Energiebedarfs- und Netzberechnung sowie die Darstellung der Netzstruktur."

Bei FOUR Frankfurt dienen zwei an das Netz des regionalen Energieversorgers angeschlossene Umspannanlagen als zentrale Übergabestellen. Dort wird die Spannung von der Mittelspannungsebene auf die Niederspannungsebene transformiert, damit sie für die Baustelle genutzt werden kann. "Bei der Kalkulation des Energiebedarfs auf der Baustelle nehmen wir unter anderem stromintensive Verbraucher und Dauerläufer besonders in den Blick und beziehen einen Gleichzeitigkeitsfaktor in die Berechnung mit ein, um die Elektro-Baustelleneinrichtung optimal zu dimensionieren", berichtet Günter Schotsch. Auch die erforderlichen Kabelquerschnitte müssen berechnet und die passenden Stromverteiler ausgewählt werden. Entsprechend der Baustellengegebenheiten wird ausgewählt, welche Verläufe der Kabel und Standorte der Verteiler die günstigsten sind.

"Für die Spannungsversorgung der von Trevi genutzten Verbraucher haben wir insgesamt 20 Stromverteilerschränke auf dem Baufeld installiert und fast 2 Kilometer Kabel verlegt", so Günter Schotsch. Dabei stehen nicht alle Stromverteiler einfach nur auf dem Boden. Im Bereich der so genannten Entsandungsanlage, in der Trevi die für die Herstellung der Schlitzwand nötige Stützflüssigkeit Bentonit wiederaufbereitet, schweißten die Monteure Halterungen an die angrenzenden Containerwände und hängten die Verteiler daran auf. Auf diese Weise bleiben sie sauber und werden von Sand und Stützflüssigkeit nicht in Mitleidenschaft gezogen. Neben der Entsandungsanlage benötigt Trevi den Baustrom unter anderem auch für seine Containeranlage und den Betrieb von Kleingeräten in der auf dem Baufeld installierten Werkstatt.

Alle vier Wochen kommen Elektriker von Zeppelin Rental auf die Baustelle, um die korrekte Funktionsfähigkeit des Fehlerstrom-Schutzschalters (FI) zu testen. Einmal im halben Jahr steht eine Geräteprüfung an. "Dazwischen führen die Monteure regelmäßige Wartungen und Reparaturen durch", erzählt Senior Salesmanager Wolfgang Müller. Zeppelin Rental installierte auch die Baufeldbeleuchtung.

Neben den Mitarbeitern aus dem Bereich Elektro und Energie von Zeppelin Rental besucht auch Vertriebsrepräsentant Merid Jadadic die Baustelle regelmäßig. Denn Trevi mietet von Zeppelin Rental auch Maschinen und Geräte. Die Liste der benötigten Technik ist lang. "Angefangen von Fahrzeugen, Arbeitsbühnen, Flutlichtanlagen und Stromerzeugern bis hin zu Baumaschinen, Baugeräten und Schrankenschutzgittern – im Verlauf der Schlitzwandherstellung war fast alles dabei", so Merid Jadadic. "Besonderen Bedarf gab es hinsichtlich unserer Baugeräte. Vor Ort waren Tankanlagen, Innenrüttler, Baulaser, Bohrhämmer, Heizgeräte, Kompressoren, Tauchpumpen, Rüttelplatten und Fugenschneider."

Die Mietstation Mörfelden-Walldorf wickelte die Aufträge schnell und zuverlässig ab und organisierte auch die An- und Abtransporte. Ein Kompetenz-Center für Raum- und Sanitärsysteme lieferte Raumsysteme für die Containeranlage.

Herausforderungen bei der Maßnahme waren die Innenstadtlage, das beengte Baufeld und der enorme Maschineneinsatz, erläutert Lars Künnemann von Trevi. Um die Schlitzwand herzustellen, wurden mit einer Schlitzwandfräse und -greifern Lamellen ausgehoben. Trevi brachte eine Suspension, Bentonit, als Stützwandflüssigkeit ein, damit die Erde beim Aushub nicht nachrutscht. Anschließend wurde ein Bewehrungskorb eingebracht. Die Betonage erfolgte über Teleskoprohre von unten. Das Bentonit wurde bei diesem Vorgang aufgrund der geringeren Dichte verdrängt, abgepumpt und anschließend in der Entsandungsanlage wieder aufbereitet.

Ein Abschnitt der Baugrubenumschließung wird künftig Teil der Kellerwand des Sockels sein. Neben der Schlitzwand stellte Trevi auch 380 Großbohrpfähle mit Durchmessern bis zu 2 m für die kombinierte Pfahl-Plattengründung her. In die Gründungspfähle wurden dabei Primärstützen aus Fertigteilen eingebracht, die als Bestandteile der Statik dienen werden. FOUR Frankfurt wird in Deckelbauweise errichtet. Wenn alle Gründungspfähle fertiggestellt sind, wird der Deckel des Untergeschosses betoniert. Im Anschluss kann sowohl der Aushub nach unten als auch der Hochbau beginnen, was Zeit einspart. FOUR Frankfurt soll den Planungen zufolge 2023/24 fertig sein.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 29/2020.

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