Elten

Sicherheitsschuhe leisten Beitrag zu Mitarbeitergesundheit

von: Alexandra Westermann
Elten Berufsbekleidung
Prototypen werden in der eigenen Näherei erstellt. Fotos: Westermann

Uedem (ABZ). – Mitarbeitergesundheit spielt in der heutigen Zeit – auch mit Hinblick auf eine immer längere Lebensarbeitszeit – eine große Rolle. Die Elten GmbH im niederrheinischen Uedem leistet mit den richtigen Sicherheitsschuhen der Schutzklassen S1 bis S3 – für moderne Industriebetriebe – ihren Beitrag dazu. Viele Modelle sind auch für den Einsatz auf dem Bau geeignet. Denise Pollex, Leiterin der Marketingabteilung, erklärt: "Da es in der Industrie meist harte Fußböden gibt, ist eine gute Dämpfung durch Arbeitsschuhe unerlässlich, um Sehnen, Muskeln und Gelenke bestmöglich zu schonen." Bei Elten werden für die Schuhsohlen deshalb Kunststoffe verwendet, die solche Funktionen auch bei dauerhafter Belastung gewährleisten. Angewendet werden im Unternehmen überwiegend Zweischichtverfahren, die das robuste Außenprofil der Laufsohle mit einem weichen Sohlenkern verbinden. Pollex: "Als Material für die Zwischen- und Laufsohlen hat sich z. B. hochwertiges Polyurethan (PU) bewährt – ein Kunststoff, der aus vernetzten Polymeren besteht. PU zeigt eine hohe Elastizität bei gleichzeitig hoher Abriebbeständigkeit. Gute Eigenschaften bei der Verwendung in Laufsohlen bietet auch TPU (thermoplastisches Polyurethan), ein thermisch verformbares Granulat. TPU erfüllt erhöhte Anforderungen in Bezug auf Belastbarkeit, Abrieb, mechanisches Verhalten, aber auch auf Designmöglichkeiten."Bei der neuesten Entwicklung handelt es sich um ein expandiertes thermoplastisches Polyurethan (E-TPU) namens Infinergy von BASF..Das sind kleine, verschweißte Schaumperlen, die im Innern geschlossene Luftzellen enthalten. Der Partikelschaum, entwickelt von BASF, wird in den Zwischensohlen der Wellmaxx-Modelle von Elten verwendet. Denise Pollex erläutert: "Infinergy dämpft den Aufprall des Fußes beim Laufen und federt gleichzeitig zurück. Durch den hohen Reboundeffekt, also das Rückstellvermögen des Materials, gibt die Sohle einen Großteil der aufgewendeten Energie wieder an den Träger ab – und das deutlich besser als die bisher eingesetzten Materialien." Bislang sei das elastische Material nur bei Laufschuhen im Sportschuhbereich verwendet worden. Zusätzlich überzeugten, so Pollex, die Wellmaxx-Modelle mit geringem Gewicht, einem ergonomischen Laufsohlenprofil und sportlichem Design. Die Sicherheitsschuhe sind in den Größen 40 bis 48 verfügbar. Inzwischen ist auch schon die zweite Generation Schuhe mit diesem Material in Planung.Als weitere Entlastung für den Bewegungsapparat von Beschäftigten bietet Elten die Einlegesohlensysteme SensiCare und Currex Workpro in verschiedenen Ausführungen an. Die semi-orthopädischen Einlegesohlenkonzepte orientierten sich an der unterschiedlichen Anatomie von Fuß-Längsgewölben. So können sowohl Menschen mit einem Senkfuß (flachem Gewölbe) als auch mit einem Hohlfuß (also hohes Gewölbe) von den entsprechenden Einlagen profitieren. Eine Dritte ist schließlich auf den normalen Fuß mit intaktem Gewölbe zugeschnitten. "Weil das Fußbett der Einlegesohlen anatomisch geformt ist, unterstützt es die natürliche Abrollbewegung des Fußes. Darüber hinaus sorgen hautfreundliche Obermaterialien für ein besseres Fußklima", sagt Denise Pollex.Entworfen werden die Schuhe vom italienischen Schuh-Designer Andrea Nicoletto. Er arbeitet seit 2007 mit Elten zusammen. Dabei sei Nicoletto frei bei der Entwicklung seiner Entwürfe. Außerdem werden laufend modische Trends aufgegriffen und mit den Vorgaben für Sicherheitsschuhe kombiniert. "Design und Machbarkeit müssen optimal verbunden werden," sagt Pollex. Wichtige Aspekte seien Ergonomie und Gewicht. Aus den Ideen entstehen die ersten Prototypen. Bei Nicolettos Zusammenarbeit mit Elten ist der Austausch mit den Kollegen in Uedem sehr wichtig, denn es werden noch viele kleine Details verändert und so lange verbessert, bis das optimale Design gefunden ist.

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Im Modell Wellmaxx wird das neuartige Material Infinergy von BASF verarbeitet.

Am Prototyp findet dann ein erster Tragetest statt, erst danach gibt es eine Vorserie z. B. bei Herrenschuhen von Größe 39 bis 48. Im eigenen Prüflabor werden außerdem erste Tests in Bezug auf Wasserundurchlässigkeit und Haltbarkeit der Sohlen durchgeführt. Nachdem die Modelle alle Vorgaben der Norm EN ISO 20345 erfüllen, deren Einhaltung von einem unabhängigen Institut in aufwendigen Tests geprüft wird, dürfen die neuen Elten-Produkte ein entsprechendes CE-Label tragen. Dann erst kann die eigentliche Serienproduktion beginnen.Die Leiterin des Marketings: "So ein Entwicklungsprozess vom Designvorschlag bis zum Beginn der Schuhproduktion kann bis zu einem Monat Zeit in Anspruch nehmen." Dabei sind 30 bis 40 % der Designvorschläge Ausschuss.Leder ist bei der Herstellung von Arbeits- und Sicherheitsschuhen immer noch das beliebteste Material, da Leder über Formstabilität, Langlebigkeit, gute Atmungsaktivität und zugleich Flexibilität verfügt. Bei Elten bezieht man viele Leder von der Gerberei Heinen aus Wegberg, die ausschließlich von deutschen und niederländischen Rindern kommen. Denise Pollex: "Heinen ist die einzige Oberlederfabrik, die noch vollständig in Deutschland die Leder gerbt. Für uns bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Traditionsunternehmen Heinen nicht nur ein Plus bei der Lederqualität, sondern zugleich auch ein Plus in Sachen Umweltschutz, denn Heinen verbraucht z. B. deutlich weniger Wasser, als in der Lederproduktion sonst üblich ist. Zudem achtet man beim Gerben auf eine möglichst geringe Umweltbelastung, etwa durch CO2."Produziert werden Schuhe in Uedem seit über 100 Jahren. Zur Anfangszeit prägten vor allem Schusterwerkstätten und Schuhfabriken die Gemeinde Uedem. 1910 gründete Johann van Elten seinen Betrieb. Heute ist das Familienunternehmen der einzig verbliebene Schuhhersteller. In mittlerweile vierter Generation wird das Unternehmen seit 1995 von Heiner und Jörg van Elten geleitet.

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Seit 2011 erweitert die unter Denkmalschutz stehende Villa "Haus Drei Eschen" das Platzangebot und bietet Raum für die Elten Academy.

"Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schuhfabrik komplett zerstört. Von 1947 bis 1950 wurden die Betriebs- und Verwaltungsgebäude am gleichen Standort wieder aufgebaut", erläutert Geschäftsführer Heiner van Elten. Zunächst umfasste die Produktion Fußbekleidung für Erwachsene und Kinder ebenso wie Arbeits- und Sicherheitsschuhe, bis man sich in den 70er-Jahren entschied ausschließlich Arbeits- und Sicherheitsschuhe zu fertigen.

Aufgrund des enormen Preisdrucks wurde mittlerweile die Produktion der Vorprodukte ins Ausland verlagert.

Die Endfertigung erfolgt jedoch weiterhin in mehr als 50 Arbeitsschritten in Uedem – überwiegend mithilfe modernster Maschinen, teilweise aber auch noch von Hand. Am Hauptstandort gibt es vier Automaten zum Anspritzen der Schuhsohlen van Elten: "Eine fünfte Maschine soll in naher Zukunft angeschafft werden, damit die Kapazität weiter erhöht werden kann." Die rund 245 Mitarbeiter sind, so van Elten, teilweise schon seit Generationen mit dem Unternehmen verbunden, sodass das Know-how am Standort bleibt. Das Unternehmen hat außerdem zzt. fünf Auszubildende, um einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen.

Inzwischen hat das Unternehmen im Gewerbegebiet in Uedem ein Logistikzentrum gebaut. Dort sorgen Mitarbeiter dafür, dass etwa 95 % aller Inlandsaufträge innerhalb von 24 Stunden bearbeitet und ausgeliefert werden. Außerdem bekommen die Schuhe nach der Besohlung den "Feinschliff" in der "Finish-Halle", wo sie z. B. auch Schnürsenkel und Einlegesohlen erhalten. "Diese Arbeit ist sehr personalintensiv", sagt Denise Pollex.

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Das Verwaltungsgebäude der Elten GmbH in Uedem. Foto: Westermann

Seit 1,5 Jahren ist Elten auch in der Slowakei mit einer Fertigungsstätte vertreten. van Elten: "Wir haben sie in einer Region angesiedelt, in der Leder- und Textilindustrie Tradition haben. Hier gibt es eine hohe Dichte an Facharbeitern vor Ort." Darüber hinaus kooperiert Elten dort schon seit 20 Jahren mit einem Produzenten.

"75 % der in Uedem produzierten Schuhe gehen an deutsche Kunden, die übrigen 25 % in die Niederlande, nach Belgien, Österreich, Tschechien, Slowenien und Polen", erklärt van Elten. Zzt. werden in Uedem 6500 Paar Schuhe pro Tag gefertigt, in der Slowakei sind es 1800. Für 2016 ist eine Jahresproduktion von 2,25 Mio. Paar Schuhen anvisiert, so der Geschäftsführer.

Das Unternehmen investiert aber nicht nur in neue Maschinen und Werke, sondern legt auch großen Wert auf Bildung und Weiterbildung. Nach dem Erwerb der Villa "Haus Drei Eschen" gleich neben dem Produktions- und Verwaltungsgelände hat Elten 2011 die Elten Academy gegründet. Unlängst wurde eine neue Mitarbeiterin für Eventmanagement eingestellt, die das bisherige Konzept für das Seminarangebot weiter entwickeln und ausbauen soll. Wichtig ist van Elten vor allem den Verkäufernachwuchs im Fachhandel zu schulen. Darüber hinaus absolviert auch der Elten-eigene Nachwuchs Seminare in der Academy, um wichtige Kenntnisse zu erwerben. Ausgewiesenen Experten – wie z. B. Orthopädieschuhmachern und Mitarbeitern von Sanitätshäusern – bietet man außerdem wertvolles Zusatzwissen, etwa zur DGUV Regel 112-191 (BGR 191), die u. a. die orthopädische Veränderung von Sicherheitsschuhen regelt.

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