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Fachtagung "Praxis Transportbeton"

Transportbeton unter die Lupe genommen

Dr. Erwin Kern, Präsident des Bundesverbandes Transportbeton, eröffnete die Fachtagung "Praxis Transportbeton 2018" in Essen.

Essen (ABZ). – Alle zwei Jahre trifft sich die Transportbetonindustrie zur Fachtagung Praxis Transportbeton. Die zehnte Auflage des Kongresses stieg im Atlantic Congress Hotel in Essen.250 Teilnehmer/-innen waren der Einladung des Bundesverbandes Transportbeton (BTB), gefolgt, um sich über aktuelle Projekte des Verbandes und die Entwicklung der Branche zu informieren. Auf dem Programm der Fachtagung standen Themen aus den Bereichen Betontechnologie, Umwelt, Marketing, Aus- und Weiterbildung sowie Wirtschaftspolitik. In seiner Eröffnungsrede ging BTB-Präsident Dr. Erwin Kern auf die aktuell gute wirtschaftliche Situation der Branche und auf das dazu passende diesjährige Verbandsmotto "Neue Perspektiven" ein. Demnach haben die 535 Unternehmen der deutschen Transportbetonindustrie mit ihren 9650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im vergangenen Jahr in rd. 1800 Werken eine Produktion in Höhe von 52 Mio. m³ erzielt. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 5,3 %. Dr. Kern: "Damit setzt sich ein positiver Trend fort: 52 Mio. m³ ist das höchste Produktionsvolumen, das unsere Industrie seit der Jahrtausendwende erzielt hat." Auch der Umsatz habe sich um 6,3 % auf 3,6 Mrd. Euro erhöht. Gleichzeitig, so Dr. Kern weiter, dürfe die Branche aber nicht versucht sein, sich auf dem derzeitigen Erfolg auszuruhen. "So begegnen uns mit der Sicherung unseres Rohstoffbedarfs und den Fragen zur Nachhaltigkeit gleich zwei Herausforderungen, die von zentraler Bedeutung für das langfristige Wohlergehen unserer Industrie sind." Auch hier sei es notwendig, diesen mit "neuen Perspektiven" zu begegnen.

"Rohstoffe für die Transportbetonindustrie – Nachfrage bis 2035" war das Thema von Christian Engelke, Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (BBS). Die von ihm vorgestellte Studie des BBS weist selbst bei einer schwachen ökonomischen Entwicklung für das Jahr 2035 einen Rohstoffbedarf von 522 Mio. t aus. Im "Dynamik-Szenario" steigt die Rohstoffnachfrage auf 650 Mio. t. (Zur Einordnung: dann etwa 100 Mio. t über der gewonnenen Menge im Jahr 2016, aber deutlich unterhalb der Nachfrage der 1990er-Jahre, z. B. 1995: 770 Mio. t). Einsparen lassen sich Materialmengen etwa mit topologischen Optimierungsmethoden. Dies verdeutlichte Prof. Dr. Peter Mark, Ruhr-Universität Bochum, in seinem Vortrag "zur Leichtigkeit im Betonbau". Der Straßenbau und das Thema Building Information Modeling standen im Fokus des "Marketing-Blocks" der Veranstaltung. Ulrich Nolting und Martin Peck (beide InformationsZentrum Beton) beschäftigten sich in Vorträgen mit aktuellen sowie künftigen Anwendungen und Bauverfahren im Straßenbau sowie den Perspektiven der Branche, dort künftig weitere Marktanteile zu gewinnen. Siegfried Wernik, DhochN Digital Engineering GmbH, entwarf in seinem Vortrag unter dem Stichwort "Transportbeton 4.0." die Vision künftiger modellbasierter Prozesse in der Bauwirtschaft.

Der Bundesverband Transportbeton ist Systembetreiber des Concrete Sustainability Council (CSC) in Deutschland. Das CSC ist ein Zertifizierungssystem, das im Bereich Beton, Zement und Gesteinskörnung Aufschluss darüber geben soll, inwieweit ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich operiert wird. In den Vorträgen der Veranstaltung stellte Andreas Tuan Phan, Bundesverband Transportbeton, die Grundzüge des CSC-Systems vor. Johannes Kreißig, Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), zeigte den Rahmen vom "Responsible Sourcing bis zur Circular Economy" auf, in dem sich auch das CSC bewegt. Dr. Christian Artelt, HeidelbergCement AG, stellte die praktischen Abläufe eines erfolgreichen Zertifizierungsprozesses in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die inzwischen bereits allein in Deutschland 34. erfolgreiche CSC-Zertifizierung konnte im Anschluss BTB-Hauptgeschäftsführer Dr. Olaf Aßbrock verkünden und ein Zertifikat formell an Dr. Eberhard Liebig, Holcim (Deutschland) GmbH, übergeben. Das Holcim Zementwerk in Beckum hatte im Juli dieses Jahres das CSC-Zertifizierungsverfahren erfolgreich durchlaufen.

Seit Mai 2016 hat der Bundesverband Transportbeton sein Engagement in der Arbeitssicherheit formell in einer Kooperationsvereinbarung mit der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) dokumentiert. Die Kooperationsvereinbarung ist Teil der Präventionsstrategie "Vision Zero. Null Unfälle – gesund arbeiten!" der BG RCI.

Ziel ist es, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass niemand zu Schaden kommt. Wolfgang Pichl, BG RCI, Hannover, zog eine Zwischenbilanz über diese Initiative. Ulrich Kretschmer, BG RCI, Nürnberg, stellte ein neues Werkzeug zur weiteren Verbesserung der Arbeitssicherheit vor – die Branchenregel Transportbeton. Neu ist auch die Internetseite sicher-arbeiten-mit-beton.de, mit der der Bundesverband Transportbeton ein Branchenportal zum Thema Arbeitssicherheit geschaffen hat. Thomas Hoffmann, BTB, stellte die neue Seite in Essen vor. Begleitet wurde "Praxis Transportbeton" von einer Fachausstellung, in der 30 Unternehmen benachbarter Branchen neue Produkte und Dienstleistungen für die Transportbetonindustrie präsentierten. Im kommenden Jahr trifft sich die Transportbetonindustrie zu den Transportbeton-Tagen 2019 in Leipzig. Praxis Transportbeton steht im Jahr 2020 wieder auf dem Programm. Der Veranstaltungsort wird dann Mannheim sein. Weitere Informationen: www.praxis-transportbeton.de.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 39/2018.

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