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Festnahmen in Hessen

Netzwerk von Scheinfirmen zerschlagen

Frankfurt/Main (dpa). - Zollfahnder und Staatsanwälte haben in Hessen ein illegales Netzwerk von Scheinfirmen im Baugewerbe zerschlagen. Bei umfangreichen Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet wurden nach Angaben des Hauptzollamtes Frankfurt und der Staatsanwaltschaft Darmstadt die beiden 51 und 52 Jahre alten Hauptbeschuldigten festgenommen. Außerdem ging den Fahndern zufällig ein weiterer wegen illegalen Aufenthalts in Deutschland per Haftbefehl gesuchter 46-Jähriger ins Netz.

Insgesamt 22 Beschuldigten werfen die Ermittler vor, in den vergangenen Jahren gegen Provisionen über ein Firmengeflecht Scheinrechnungen in einem Umfang von etwa 6,4 Millionen Euro an Bauunternehmen ausgestellt zu haben. Auf Grundlage dieser „Abdeckrechnungen“ seien die Rechnungskäufer in die Lage versetzt worden, Schwarzlohnzahlungen an eigene Arbeitnehmer zu verschleiern, die nicht oder nicht korrekt zur Sozialversicherung gemeldet waren. Der sozialversicherungs- und steuerrechtliche Schaden summierte sich nach Angaben der Ermittler auf mindestens 5,6 Millionen Euro.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaften Darmstadt und Frankfurt durchsuchten Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Frankfurter Zolls insgesamt 72 Objekte. Die 380 beteiligten Einsatzkräfte nahmen Wohn- und Firmenräume in Neu-Isenburg, Frankfurt, Offenbach, Mühlheim, Schöneck, Egelsbach, Dieburg und Obertshausen unter die Lupe.

Im Zuge der Durchsuchungen wurden Vermögensgegenstände wie Autos und Luxusuhren im Gesamtwert von sechs Millionen Euro sichergestellt. Außerdem mehrere Waffen und gefährliche Gegenstände (Armbrust, Gaspistole, Wurfsterne, Schlagstock) sowie geringe Mengen Marihuana.

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