Frankfurter Flughafen Terminal 3

Neue Wandschalungsgeneration bringt Vorfeld-Tower in Form

Frankfurt am Main (ABZ). – Die Rohbauarbeiten am Pier H des Frankfurter Flughafens sollen in wenigen Wochen beendet sein. Deutlich sichtbar wächst der Vorfeld-Tower am Anfang des Flugsteigs in die Höhe – mit Hilfe eines Kletterfahrgerüstes von Hünnebeck und der neuen Wandschalungsgeneration Manto G3.
Hünnebeck Schalung
Unter hohen Sicherheitsanforderungen (Windlast, laufender Flugbetrieb) entsteht der neue Vorfeld-Tower mit Hilfe eines kranabhängigen Kletterfahrgerüstes CS 240 L.

Die Anton Schick GmbH + Co. KG aus Bad Kissingen baut am Frankfurter Flughafen zwei neue Passagierflugsteige – Pier H und Pier J. Pier H ist ein 400 m langer Flugsteig mit vier Etagen, an dessen Pierwurzel ein fast 70 m hoher Vorfeld-Tower entsteht.

Der zuständige Schick-Bauleiter managt den Rohbau der technisch höchst anspruchsvollen Großbaustelle und erklärt den außergewöhnlichen Bauablauf: "Wir bauen nicht wie üblich durchgängig von unten nach oben, sondern stellen dicht nebeneinander sieben einzelne Teilbauwerke her, die später miteinander verbunden werden."

Die ersten vier Stockwerke des 20 x 8 m großen Vorfeldkontrollturms sind in den Flugsteig integriert, die restlichen elf Etagen werden mit Hilfe einer Hünnebeck-Kletterschalung (CS 240L) auf Höhe gebracht. Ebene 13 und 14 werden als Staffelgeschoss ausgeführt, das die um 6 m in Richtung Norden auskragende Towerkanzel bildet.

Allein schon die enorme Länge des Flugsteigs erfordert den Einsatz und die Koordination extrem großer Materialmengen. Eine enorme logistische Herausforderung, denn die meist massigen Ortbetonteile werden häufig mit Fertigteilen kombiniert. Da sind robuste und flexibel einsetzbare Schalsysteme gefragt, auf die tagtäglicher Verlass ist.

Im Einsatz sind seit April vergangenen Jahres Hünnebeck-Produkte quer durch das Programm: unter anderem die Modulschalung Topec, der moderne Stahlrahmen-Deckentisch Topmax, das Modulgerüstsystem Modex, die Kletterschalung CS 240L, die 80 kN/m² Wandschalung Manto sowie deren neue Generation Manto G3 beziehungsweise G3 M.

Auf letztere war das Baustellenteam besonders neugierig, denn die Weiterentwicklung des etablierten Systems für große Wandflächen ist für hohe Effizienz ausgelegt und bietet Herstellerangaben zufolge diverse Neuerungen:

  • frei wählbare Ankertechnik, die auch das einseitige Ankern ermöglicht;
  • Ecoply Vollkunststoffschalhaut für hochwertige Betonoberflächen;
  • optimierte Tafeln mit flexiblen Anschlussmöglichkeiten für Zubehör;
  • spezielle Variante G3 M mit eingerückten Ankerstellen.

Aktuell ist die Manto G3 beziehungsweise G3 M beim Bau des Towers im Einsatz, der unter hohen Sicherheitsanforderungen (Windlast, laufender Flugbetrieb) mit Hilfe eines kranabhängigen Kletterfahrgerüstes (CS 240 L) entsteht. Das modular aufgebaute Kletterfahrgerüst dient als Traggerüst zur Aufnahme der Wandschalung und wird gleichzeitig als Arbeits- und Schutzgerüst für alle Bewehrungs-, Beton- und Nachbehandlungsarbeiten genutzt. Es kombiniert alle erforderlichen Arbeitsbühnen und die Manto-G3-Wandschalung zu einer kranumsetzbaren Kompletteinheit. Das Kletterprinzip: Die Schalung wird durch eine spezielle Abrückvorrichtung von der betonierten Wand weggefahren und anschließend in einem Arbeitsgang zusammen mit der Bühne vom Kran in die nächste Ebene gehoben.

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Hünnebeck Schalung
Ein Projekt mit hohen Sicherheitsauflagen: Der 400 m lange Passierflugsteig Pier H am Frankfurter Flughafen. Fotos: Hünnebeck

An der Außenseite der Tower-Schalung sind Bühnen aus dem Platinum-Programm mit innenliegenden Aufstiegen montiert, an der Innenseite hängen Betonierbühnen aus dem Manto-Programm.

Ein Treppenturm aus dem Modulgerüstprogramm Modex, der an der Innenseite des Kernes steht, sorgt für den sicheren Zugang zur Wandschalung, und Seitenschutznetze schirmen die Arbeiten nach außen ab. Im Vorfeld hat die Schick-Arbeitsvorbereitung in Zusammenarbeit mit Hünnebeck ein ausgefeiltes Montage-, Demontage- und Sicherheitskonzept entwickelt, das detailliert alle Schritte des Bauablaufs bei der Towerherstellung beschreibt.

Besonders anspruchsvoll werden die Arbeiten ab Ebene 13. Denn hier beginnen die auskragenden Kanzelbereiche. Die Lösung: Unterhalb der Kanzel wird an speziellen Aufhängepunkten eine Arbeitsplattform mithilfe "hängender" Stützböcke errichtet.

Dazu muss die Kletterschalung zurückklettern und Platz machen für die Montage vormontierter temporärer CS 240 L Hilfsbühnen, die fest mit den Stützbockkonstruktionen verbunden werden.

Die auskragenden Deckenbereiche werden mit dem modernen Topmax-Stahlrahmen-Deckentisch und der handbedienbaren Modulschalung Topec hergestellt. Beide kommen auch in den Regelgeschossen zum Einsatz. Allerdings wurde hier noch eine Sonderlösung für bis zu 80 cm starke Deckenbereiche entwickelt: Hier werden die Topmax-Tische mit einer weiteren Schalhaut aufgedoppelt und mit zusätzlichen Stützen versehen.

Rund 80 % des Towers stehen mittlerweile. Der zuständige Bauleiter zieht eine erste Bilanz: "Auf dieser Baustelle darf nichts dem Zufall überlassen bleiben. Wir müssen uns auf die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Schallösungen hundertprozentig verlassen können. Das ist bisher sehr gut gelungen. Gerade beim höchst anspruchsvollen Towerbau haben wir mit Hünnebeck einen sehr verlässlichen Partner an der Seite."

Schick hatte sich schon direkt bei Markteinführung der Manto G3 beziehungsweise G3M entschlossen, das System in seinen Schalungsbestand aufzunehmen. Nicht zuletzt deshalb, da man sich schon in der Vergangenheit von den Vorteilen einer einseitig geankerten Schalung vom "großen Wandschalungsbruder" Platinum 100 überzeugt hatte, den das Unternehmen heute mit rund 2500 m² auf seinen Baustellen einsetzt.

Angesprochen auf die neue Manto-Generation, verweist der Bauleiter auf die Aussagen seines Baustellenteams. "Neben der effizienten Ankerung und der hochwertigen Kunststoffschalhaut sind den Einschalern sehr schnell weitere Verbesserungen aufgefallen.

Unter anderem die erhöhte Stabilität durch die neuen Vertikalprofile am Rahmen, die außerdem auch noch mehr Anschlussmöglichkeiten bieten, beispielsweise für Richtstreben und Bühnen. Das erleichtert die Arbeit, spart Zeit und Kosten. Wir haben hier in einigen Bereichen auch die M-Tafeln mit den eingerückten Ankerstellen im Einsatz. So können wir ohne zusätzlichen Aufwand das gewünscht symmetrische Anker- und Fugenbild realisieren – sehr effizient."

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