Funktionalität trifft auf Gestaltung

Komplexes Raumkonzept für Feuerwache

Raumsysteme Bauprojekte
Die Feuer- und Rettungswache 21 in Frankfurt ist ein Massivbau mit einer Betonsandwichkonstruktion und vereint Funktionalität und Gestaltung. Foto: IZB/Christoph Kraneburg

Frankfurt a. M. (ABZ). – Die Feuer- und Rettungswache 21 in Frankfurt ist ein Massivbau mit einer Betonsandwichkonstruktion und vereint Funktionalität und Gestaltung. Das komplexe Raumkonzept des Neubaus wird den Anforderungen des 24-Stunden-Betriebs einer Feuerwehr mit Rettungsdienst in vollem Umfang gerecht. 

Und gleichzeitig würdigt das Material- und Farbkonzept mit der rötlichen Waschbetonaußenfassade und entsprechend gestalteten Innenräumen den besonderen Genius Loci: Die von Kölling Architekten konzipierte Feuerwache steht auf historischem Boden. Denn genau hier befinden sich Überreste der Stadt Nida, einst eine bedeutende römische Metropole.

"Bei Feuerwehrgebäuden steht die Funktion an erster Stelle, und es braucht kurze Wege für den Einsatzfall sowie eine optimale Erschließung", sagt Architekt Moritz Kölling. Das beginne bei der Positionierung des Gebäudes auf dem Grundstück, für die auf kreuzungsfreie Verkehrswege und ausreichend große Stauraumflächen vor den Fahrzeughallen zu achten sei, und setze sich im Inneren fort: "Die Raumgrößen in einer Feuer- und Rettungswache sind durch das Standardprogramm der Feuerwehr Frankfurt am Main und die DIN vorgeschrieben und fallen sehr unterschiedlich aus. 

Auch die Anforderungen an Belichtung, Abmessungen, Nutzung und Technik variieren. Die Kunst liegt bei einem primär funktionalen Innen- und Außenleben für den Architekten darin, einen städtebaulich stimmigen Baukörper mit passender Eingangssituation und guter Fassade zu gestalten", erklärt Kölling. 

Mit der Konzeption und Realisation der Freiwilligen Feuerwehr in Frankfurt-Eschersheim haben Kölling Architekten aus Bad Vilbel bereits einschlägige Erfahrung gesammelt. Mehr noch: Ihr schlicht-eleganter Zweckbau mit hellgrauer Putzfassade und den farblich kontrastierenden Innenräumen in feurigem Magentarot ist mit dem 2. Platz des Deutschen Fassadenpreises 2013 ausgezeichnet worden.

Bei der Feuerwehrwache 21 (BW 21) stellte das beengte Grundstück mit dem umgebenden Grünraumstreifen die Architekten vor eine zusätzliche Herausforderung. Diese besondere Topografie inkl. Höhenunterschied von 6 m machten sich die Architekten zu Nutze: Das Gelände wurde terrassiert und das dreigeschossige Gebäude mit einem Geschoss in die Böschung eingegraben. 

Somit brachten sie das komplexe Raumprogramm auf dem länglichen und schmalen Baugrund unter. Es entstand Raum für zwei Fahrzeughallen und die fünf Feuerwehr- und drei Rettungsdienstfahrzeuge sowie Dienst- und Ruheräume. Zwei höhenversetzte Hofbereiche sind über Rampenanlagen miteinander als Gebäudeumfahrt verbunden. Die Funktionsräume der Feuer- und Rettungswache gliedern sich um die beiden versetzten Fahrzeughallen. 

Ein gemeinsames zentrales Treppenhaus erschließt alle Funktionsbereiche. Der Baukörper wird durch die großen Tore der Fahrzeughallen und horizontale Fensterbändern strukturiert. Die Auskragung der Büroräume im Osten und ein Einschnitt eines Außenbereichs im Westen gliedern das Gebäude skulptural.

Bevor auf dem Areal zwischen Erich-Ollenhauer-Ring und der Rosa-Luxemburg-Straße überhaupt gebaut werden durfte, mussten denkmalschutzrechtliche bzw. archäologische Grabungen vorgenommen werden: Unter der Erde befanden sich Überreste der Befestigungsanlage bzw. des Nordtors von Nida und weitere Relikte aus dem 3. Jahrhundert, die zuerst wissenschaftlich untersucht und gesichert werden sollten. Einst war Nida die Hauptstadt der römischen Wetterau und für rund 1700 Jahre verschollen. Nun galt es, eine moderne Feuerwehrwache mit ihren Funktionalitäten behutsam in diesen historischen Ort zu setzen.

Die Feuerwehrwache ist eine Konstruktion aus Betonsandwichelementen (C 35/45). "Dies Elemente bestehen aus einer 20 cm starken konstruktiven Tragschicht aus Stahlbeton, einer 18 cm starken Wärmedämmschicht aus PUR-Hartschaum sowie der 10 cm starken Betonvorsatzschicht", erläutert Dirk Nagel, Werk- und Montageleiter beim Betonfertigteilwerk Faber & Schnepp. 

Für die Betonfertigteilelemente wurde die Fassadenvorsatzschicht im Werk gegossen und anschließend eine Trennschicht eingebracht. Sie verhindert das Einlaufen der Betonschlämme in die Stoßfugen der Wärmedämmung. Nach Einbringen der Sandwichplattenanker und der Wärmedämmschicht auf der Vorsatzschale wurde die Tragschicht aus Beton zusammen mit der aufgebrachten Bewehrung betoniert.

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