Gegen Stahl durchgesetzt

Produktionshalle in Holzbauweise errichtet

Die Wandverkleidung besteht aus Sandwichpaneelen mit einer A1 Dämmung, die waagerecht mit einer V-Fuge verlegt wurden.

Schwäbisch Hall (ABZ). – Tatsächlich wurde dem Baustoff Holz in den letzten Jahrzehnten nur noch wenig zugetraut. Eine "zu geringe Nutzungsdauer" oder "zu hohe Unterhaltskosten" waren die häufigsten Argumente, weshalb die Holzbauweise ins Hintertreffen geraten ist. Dabei hat sich erwiesen, dass die Lebenserwartung einer Halle mit Holztragwerk dem Stahl- oder Betonbau in nichts nachsteht. Ein weiteres Vorurteil war beim Thema Brandschutz zu finden. Hier bietet aber Holz im Vergleich zu Stahl sogar Vorteile: Die Holz-Querschnitte haben von Natur aus die Feuerwiderstandsklasse R30 und müssen im Gegensatz zu einem Stahlbau nicht teuer chemisch beschichtet werden. Kurze Bauzeiten, eine schnelle Montage des Tragwerks durch einen hohen Vorfertigungsgrad im Werk, sehr gute Wärmeschutzeigenschaften und eine hohe Beständigkeit gegen Chemikalien sind weitere Pluspunkte eines Bauens mit Holz.

Da große Spannweiten mit geringen Eigengewichten möglich sind, reichen oft kleinere Fundamente aus. Holz kann eben so Einiges, das wissen auch die Bauherren und Brüder Schmidt von HMS, die Architekten Mahl + Zoller und der Holzbauer Schaffitzel Holzindustrie, die alle ihren Sitz in Schwäbisch Hall haben. Die Ausschreibung der neuen Produktionshalle für die HMS GmbH war zunächst in Stahl, doch Bauherren und Architekt konnten durch Wirtschaftlichkeit, technische und ökologische Vorteile von dem Material Brettschichtholz überzeugt werden.

Mit einer Länge von 50 m und einer Breite von 30 m hat die Firma HMS nun ausreichend Platz für ihre Produktion. Das Haupttragwerk besteht aus 30 m langen Satteldachbindern mit geradem Untergurt sowie aus einer vollflächigen Brettschichtholz-Dachscheibe. "Jeder, der reinkommt und erstmal hoch an die Holzdecke schaut, ist davon begeistert", so die Bauherren Schmidt. Getragen wird es von Pendelstützen aus Brettschichtholz sowie eingespannten Stahl-Beton-Fertigteilstützen. Die Stützen sind mit Kranbahnkonsolen versehen und somit für eine Kranbahn mit 3,2 t Hublast ausgelegt. Vier großzügige Oberlichter mit 3 m x 18 m lassen ausreichend Tageslicht in die Produktionshalle und sorgen für ein angenehmes Arbeitsklima.

Ein markantes Merkmal ist das großzügige zweiseitige Vordach mit einer Gesamtfläche von 220 m². Das auskragende Dach über Eck im Giebelbereich besteht aus Kragträgern und Pfetten aus Brettschichtholz, die aus optischen Gründen mit einer Fichten-Dreischichtplatte versehen wurden. Die Vordachschürze wurde firmentypisch in blau ausgeführt, geht fließend in die Fassade über und einmal um die gesamte Halle herum. Die Wandverkleidung besteht aus Sandwichpaneelen mit einer A1 Dämmung, die waagerecht mit einer V-Fuge verlegt wurden. Diese Faktoren sorgen bereits von außen für eine besondere und auffällige Optik der neuen Produktionshalle. Holz verbindet in Schwäbisch Hall drei Firmen, drei Schnittstellen und jede Menge Leidenschaft.

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